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DVD-Besprechung - Das Sonntagskind
Story:
Schneidermeister Anton Wibbel (Heinz Rühmann) versucht sich mehr
schlecht als recht durchs Leben zu schlagen, während im Deutschland der
Nachkriegszeit der Schwarzmarkt blüht. Er lernt Bosty Mc. Millar
(Walter Giller) kennen, der ihm sein Grammophon abkauft. Über einige
Gläser Whiskey tauschen die Beiden ihre Kleidung und Anton geht im
Schottenrock auf den Karneval. Dort wird er verhaftet und wegen
Amtsanmaßung zu drei Wochen Haft verurteilt. Doch er will seine Frau
nicht alleine mit dem aufdringlichen Gesellen lassen und schickt den
zweiten Gesellen in den Knast. Doch dieser stirbt nach 10 Tagen an
einer Lungenentzündung und nun ist Anton offiziell tot. Doch was nun?
Meinung zum Film:
11 Jahre waren seit dem zweiten Weltkrieg vergangen und noch immer
hatten es die Deutschen nicht wirklich leicht. Der
Wirtschaftsaufschwung hatte eingesetzt und man konnte sich immerhin ein
paar Annehmlichkeiten leisten. Dazu gehörte auch der Gang ins Kino.
Dort wollte man keine Problemfilme sehen - schließlich hatte man diese
schon genug zu Hause - sondern kleine Witzfilme mit einem Happy End.
Filme, die meist auch nicht sonderlich logische Vorgänge schildern und
in genau diese Kategorie fällt "Das Sonntagskind". Heinz Rühmann hat
sogar sehr viele Filme dieser Kategorie gedreht, sei es "Die
Feuerzangenbowle" oder aber "Charlies Tante". Doch darunter waren
einige gute Filme, recht viel Durchschnitt und leider auch ein paar
Filme, die man besser dem Vergessen anheim fallen lassen sollte.
Es gibt zahlreiche Gründe, warum man "Das Sonntagskind" zu den
Letzteren zählen sollte. Da ist der sehr lahme Beginn, der einem viel
zu langsam dahin plätschernden Fluss gleicht. Fast wünscht man sich,
dass diese Minuten nie gedreht worden wären. Ein überdrehter Heinz
Rühmann, ein eingeschüchterter Walter Giller ("Peter Voss, der
Millionendieb") und ein Szenario, das wenig glaubhaft herüber kommt.
Warum sollte ein Schotte mit einem Schneidermeister die Kleider
tauschen? Das erschließt sich einfach nicht und ist wirklich nur
Vehikel für die weiteren Ereignisse. Immerhin - und das muss man diesem
Film zu Gute halten - ist der Mittelteil einigermaßen stringent. So wie
sich Rühmann ziert und windet, als er für tot erklärt wird, das hat
etwas. Und doch ist es gerade die Absurdität dieser Situation, die
diese durchaus gut gespielten Szenen ins Lächerliche ziehen. Und
lächerlich ist freilich auch das Finale des Films, das vor
Ungereimtheiten nur so strotzt.
Heinz Rühmann wusste wohl selbst auch nicht so Recht, was er
mit den Absurditäten von "Das Sonntagskind" anfangen sollte. Sein Spiel
schwankt zwischen euphorisch und niedergeschlagen. Und wenn es jemand
gegeben hätte, der den Film hätte retten können, dann wohl er. Denn die
anderen Darsteller sind ein Totalausfall, allen voran Walter Giller,
der eine erbärmliche Figur abgibt und vollkommen unglaubhaft einen
Schotten mimt. Bleibt noch Hannelore Bollmann ("Kaiserball"), die aber
auch nur als Ehefrau im Gedächtnis bleibt und nicht als besonders gute
Darstellerin.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist leicht unscharf und grieselig. Für das Alter des Materials
ist das aber in Ordnung. Der Ton liegt naturgemäß nur in Dolby Digital
1.0 vor, ist aber ordentlich anzuhören.
An Bonusmaterial liegen eine Fotogalerie, zwei Biografien
(Heinz Rühmann und Walter Giller), sowie ein Trailer bei. Das ist
angesichts des Alters des Materials in Ordnung.
Fazit:
"Das Sonntagskind" kann man getrost in der Schublade liegen lassen.
Langweilig, schlicht absurd und dann auch noch mit schwachen
Darstellern kann man die 90 Minuten sicher besser verbringen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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91:30 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Trailer
- Fotogalerie
- Biografie Heinz Rühmann
- Biografie Walter Giller
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Das Sonntagskind
Das Sonntagskind
Sonntagskinder können grausam sein
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1956 Regie: Kurt Meisel Drehbuch: Gustav Kampendonk Darsteller: Carla Hagen, Ellen Waldeck, Günther Lüders, Hannelore Bollmann, Heinz Rühmann, Walter Giller, Werner Peters
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 20.07.2007
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