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DVD-Besprechung - Event Horizon (Special Edition)

Story:
Ein Bergungstrupp unter der Leitung des Forschers Dr. Weir (Sam Neill) und dem erfahrenen Captain Miller (Laurence Fishburne) ist im All unterwegs, um den seit Jahren als vermisst geltenden Raumkreuzer "Event Horizon" zu bergen. Die Suche nach dem Prototypen war über lange Zeit bereits eingestellt, bis plötzlich nach 7 Jahren ein Signal von dem Raumschiff empfangen werden konnte. Und tatsächlich führt dieses Signal zur "Event Horizon". Doch was die Crew findet, ist nicht nur ein riesiges Raumschiff, das verloren zu sein schien, sondern die Erfüllung ihrer tiefsten Ängste.

Meinung zum Film:
"Event Horizon" Regisseur Paul W.S. Anderson ("Alien vs. Predator") spaltet die Gemeinde der Filmfreunde in zwei Lager. Die eine Hälfte ist fasziniert von den actionreichen und meist mit einer düsteren Atmosphäre versehenen Filme, während die andere Hälfte meist nur ein müdes Lächeln für die in der Regel recht oberflächlichen und inhaltsleeren Werke über hat. Recht haben sicherlich beide Parteien, denn was die erzählten Geschichten in Andersons Filmen anbetrifft, so gibt es hier nur wenig gehaltvolles finden. Nicht selten begrenzt sich die Story auf "Gruppe A ist an einem Ort gefangen, wo sie auf Gruppe B trifft und um ihr Leben kämpfen muss". So einfach es sich hier anhören mag, so simpel fällt der Plot dann auch tatsächlich aus. Wer sich allerdings auf diese Minimal-Handlung einlässt, wird nicht selten mit einer schweißtreibenden und temporeichen Inszenierung belohnt, die keine Zeit zum großen Nachgrübeln über den Inhalt lässt. Lediglich so manch platter Dialog erinnert zwischenzeitlich daran, dass das Nachdenken besser im StandBy-Zustand verbleiben sollte.

Auch "Event Horizon" ist ein Vertreter dieser Sorte Film. Er stellt den ersten großen Erfolg von Paul Anderson dar, der zwei Jahre zuvor mit der Verfilmung des Kampf-Spiels "Mortal Kombat" zum ersten Mal für richtiges Aufsehen sorgte. Im ersten Moment erscheint der Film wie ein Beitrag des Science-Fiction-Genres, doch mit zunehmenden Verlauf wird klar, dass es sich hierbei um einen waschechten Horror-Thriller handelt, der vielmehr mit "Haunted House"-Filmen gemein hat, als mit den meisten SciFi-Vertretern. Es wurde lediglich das mit reichlich Spinnweben geschmückte und mit wehenden Vorhängen verzierte Gemäuer, durch ein düsteres, in den Weiten des Alls verlorenliegendes Raumschiff ersetzt, das durch zahlreiche Vorkommnisse in seinen Bann zieht und für reichlich Gänsehaut sorgt. Die Effekte im Film sind von der eher derberen Sorte und dürfte teilweise nur knapp an einer 18er-Freigabe vorbeigeschrammt sein. Ein zusätzlicher Garant für nervenaufreibende Spannung sind die perfekt platzierten und gekonnt generierten Soundeffekte, die den Zuschauer so manches Mal zusammen zucken lassen.

Bei den Darstellern verließ sich die Produktionsgesellschaft auf seiner Zeit eher unbekanntere Gesichter. Lediglich Sam Neill konnte sich 4 Jahre zuvor mit seiner Hauptrolle im Dino-Spektakel "Jurassic Park" einen Namen in Hollywood machen, ohne dass er dadurch jedoch in die Gruppe der großen Stars vordringen konnte. Ähnlich sah dies seinerzeit bei Laurence Fishburn aus, der am ehesten durch seine Rolle in "Boyz n the Hood" ein Begriff war, 8 Jahre später jedoch mit der Rolle des Morpheus in der Matrix-Trilogie einen Kultstatus erreichen konnte, von dem die meisten nur träumen. Kathleen Quinlan ("The Hills have Eyes"), Joely Richardson ("Nip/Tuck") und Jason Isaacs (Lucius Malfoy in den "Harry Potter"-Filmen) gehören zu den bekannteren Gesichtern im Film, sind aber selbst heute noch nicht unbedingt über die Maße hinaus ein Begriff. Doch der Film zieht seine Kraft ohnehin aus den düsteren und unheilschwangeren Bildern, seiner bedrohlichen dichten Atmosphäre, der adrenalinsteigernden Sounduntermalung und seinem guten Soundtrack aus der Feder von Michael Kamen ("X-Men"). Mit dem Film ist es wie bei einer Achterbahnfahrt: Dort fragt man sich auch nicht, wie die Gondel ihre Geschwindigkeit erreichen und aus welchem Material die Räder beschaffen sind, da für solche Dinge einfach keine Zeit bleibt.

Digitale Aufarbeitung:
Bild und Ton waren bereits bei der Erstauflage ohne Fehl und Tadel und daran hat sich auch bei der SE nichts geändert. Das Bild ist sehr gut abgestimmt und weist keinerlei Makel auf. Der deutsche Ton klingt in Dolby Digital 5.1 und dts vergleichbar gut und bietet ein sehr weitläufiges Räumlichkeitsgefühl mit einem kräftigen Tiefton-Einsatz, der vor allem bei den Schockeffekten nachhaltig zum Tragen kommt.

Neben dem Audiokommentar von Regisseur Paul W.S. Anderson und Produzent Jeremy Bolt befinden sich auf einer separaten Disk reichlich Extras. Hier gibt es eine ganze Reihe an Hintergrundberichten zum Dreh, die einen sehr tiefen und ausführlichen Einblick in die Produktion ermöglichen und von den unzähligen Komplikationen, die durch das Budget und Zeitdruck entstanden sind erzählen. Es folgen drei nicht verwendete Szenen und eine nicht gedrehte Szene in Form eines Storyboards. Wenn man den Worten des Regisseurs aus dem Making Of glauben schenken darf, existieren weitaus mehr nicht verwendeter Szene, die leider nicht auf der SE zu finden sind. Wer es liebt, schriftlich über Hintergründe informiert zu werden, kann dies über das ebenfalls beiliegenden Booklet tun, das eine ganze Fülle an Infos bereithält.

Das herausragendste Merkmal dieser SE ist aber ohne jeden Zweifel ihre Verpackung, bei der sich Paramount etwas ganz besonderes hat einfallen lassen und eine stabile Plastikbox in Form der Front der "Event Horizon" präsentiert Ein absoluter Blickfang in jeder Sammlung, der alleine schon den Erwerb dieser Version rechtfertigt.

Fazit:
"Event Horizon" ist ein durchweg spannender und fesselnder Geisterhaus-Film, der zwar in einem Raumschiff spielt, aber nur am Rande mit Science Fiction zu tun hat. Das reichlich vorhandene Bonusmaterial und vor allem die aufwendige Verpackung machen die Entscheidung für Freunde des Films leicht, ob diese Version auch bei Vorhandensein der Erstauflage wirklich gekauft werden sollte. Die Antwort lautet schlichtweg - JA!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
92:01 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Paul W.S. Anderson und Produzent Jeremy Bolt
  • Das Making Of Event Horizon
  • Geheimnisse
  • Die Ungesehene Event Horizon
  • Punkt ohne Wiederkehr
  • Trailer
  • Booklet
Event Horizon (Special Edition) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Event Horizon
Event Horizon

Dieser Film wurde mit dem Splash-Hit ausgezeichnet


Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein im All verschollenes Geisterraumschiff sorgt für reichlich Gänsehaut


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1997
Regie:
Paul W.S. Anderson
Drehbuch:
Philip Eisner
Darsteller:
Sam Neill, Laurence Fishburne, Kathleen Quinlan, Joely Richardson, Richard T. Jones, Jack Noseworthy, Jason Isaacs, Sean Pertwee

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
05.10.2006