 |
DVD-Besprechung - Extreme Crisis
Story:
Eine terroristische Fraktion plant ihren in Gefangenschaft gehaltenen Anführer mit der Androhung eines Sarin-Gas-Anschlags freizupressen. Um ihre Forderungen in der ganzen Welt publik zu machen, stürmen sie einen Fernsehsender und nehmen die gesamte Belegschaft als Geiseln. Der Hong-Konger Polizist Wong (Julian Cheung) und Takami (Kenya Sawada), der Leiter eines japanischen Sondereinsatzkommandos, geraten eher zufällig dabei in die Schusslinie, da die Behörden sie anfangs für Mitschuldige halten. So kämpfen die beiden Helden auf zwei Ebenen gegen das vermeidbare Schicksal Hong-Kongs an - auf der Jagd nach der tödlichen Sarin-Gas-Bombe und der Befreiung der Geiseln, gleichzeitig aber auch auf der Flucht vor den Behörden, die sie als Terroristenhelfer hinter Gittern bringen will.
Meinung zum Film:
Eines muss man Regisseur Li Xian Luo, der auch unter dem Namen Bruce Law bekannt ist, lassen - wenn es um die Action im Film geht, versteht er sein Handwerk. Große Explosionen, wilde Schießereien und harte Männer mit Nerven aus Stahl bevölkern seinen Film wie Ameisen ihren Staat. In bester Hollywood-Manier werden dabei Autos zu Schrott gefahren, Schussverletzungen heldenhaft weggesteckt, sowie Autos und Hochhäuser in die Luft gejagt. Mittendrin sind immer die beiden Helden Wong und Takami, die sich allen Widrigkeiten zur Wehr setzen.
Allerdings verpasst es der Regisseur auch in allerbester B-Movie-Manier, seinen Helden eine Seite zu verleihen, die sie als Identifikationsfiguren und großen Sympathieträgern darstellt. Zweifelsohne fiebert man mit den Helden ein wenig mit, doch hält sich die Anteilnahme arg in Grenzen. Der Bösewicht im Film neigt dazu, ein wenig übertrieben zu agieren und dadurch wie eine durchgedrehte Variante von Alan Rickmans Darstellung des Hans Gruber in "Stirb langsam" zu wirken. Das ist aber auch nicht die einzige Parallele zu dem erfolgreichen Film mit Bruce Willis, die gesamte Belagerung des TV-Senders mit einigen Ereignisse erinnern doch recht stark an das Actionwerk aus Hollywood.
Neben der schlechten Charakterbildung fällt ebenfalls die eher maue Story ins Gewicht. Im Grunde werden einzelne Actionelemente nur notdürftig durch einen dünnen, roten Faden zusammengehalten und im besten Falle kann die Geschichte nur müde belächelt werden. Es fällt auch auf, dass die Gewalt relativ unnötig ausfällt, was wahrscheinlich dazu führen sollte, den Bösewichtern ein besonders unsympathisches Gesicht zu verleihen, am Ende wirkt es aber nur aufgesetzt und unnötig. Der deutsche Verleih, wahrscheinlich mit freundlicher Unterstützung der FSK-Behörde, sah dieses ähnlich und kürzte den Film um gut 2,5 Minuten Gewaltszenen, die sich meist gegen Geiseln und Unschuldige richtet. An manchen Stellen im Film erscheint es dadurch ein wenig holprig. Insgesamt bietet "Extreme Crisis" aber auf Grund seiner rasanten Action kurzweilige Unterhaltung. Nur an Storyline und Charakterentwicklung sollte man auf gar keinen Fall zu hohe Ansprüche stellen, denn diese können nicht einmal annähernd erfüllt werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck. Die Schärfe könnte zwar etwas besser ausfallen und leichtes Bildrauschen fällt stellenweise negativ auf, doch ansonsten ist alles im grünen Bereich. Die Nachzieheffekte durch die Konvertierung vom Videomaster fallen mal mehr und mal weniger stark ins Bild. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar und bietet in den Actionsequenzen auch im hinteren Bereich und vor allem in den Tiefen einige Effekte auf, reizen die Grenzen des Möglichen aber bei weitem nicht aus.
Als Bonus gibt es ein gut 20-minütiges Making Of zum Film, das sehr gut einen Einblick in die Dreharbeiten gewährt und sich von sonstigen Werbefilmchen positiv abhebt. Das war es dann aber schon an Boni. Aber diese Klasse statt mancher Masse ist eindeutig positiv zu bewerten.
Fazit:
"Extreme Crisis" bietet sehr gute Action mit weniger guter Story und ebenso wenig vorhandener Charakterisierung. Etwas störend fallen die Schnitte im Film auf, die stellenweise deutlich zu bemerken sind. Doch was es zu sehen gibt, reicht aus, um knapp 90 Minuten spannend und actionreich zu unterhalten. Freunde von lauten Filmen wie "Stirb langsam" oder "Bad Boys" sollte sich der extremen Krise stellen.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
86:40 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Keine |
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
Extreme Crisis
B ji hua
A-Movie-Action mit B-Movie-Drehbuch
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hong Kong, 1998 Regie: Li Xian Luo Drehbuch: Laura Wu Darsteller: Julian Cheung, Teresa Lee, Kenya Sawada, Shu Qi, Akira Koieyama, Spencer Lam, Ng Ting Yip, Bruce Law, Andrew Chan Chi Ho
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 31.01.2005
|