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DVD-Besprechung - The Eye 2

Story:
Joey (Shu Qi) ist verzweifelt. Nach der Trennung von ihrem Freund verliert sie ihren Lebensmut und versucht sich das Leben zu nehmen. Sie kann jedoch gerettet werden, leidet fortan aber unter geisterhaften Erscheinungen, die sich an allen möglichen Orten nur ihr zu erkennen geben. Hinzu kommt noch, dass bei ihr eine Schwangerschaft festgestellt wird, was sie in ihrer derzeitigen Lage überhaupt nicht gebrauchen kann. Sie entschließt sich, das Kind zu behalten, doch umso länger das Baby in ihrem Körper heranwächst, umso erschreckender werden die Ereignisse um sie herum.

Meinung zum Film:
Der erste Teil von "The Eye" gehört sicherlich zu den Mystik-Thrillern Asiens, die trotz einer mittlerweile stattfindenden Übersättigung des deutschen DVD-Marktes mit derartigen Filmen zu den herausstechenden Werken gehört, die man sich auf gar keinen Fall entgehen lassen sollte. Nun ist mit "The Eye 2" auch der Nachfolger in den deutschen Videotheken und muss sich mit der großen Konkurrenz ähnlicher Ausrichtung messen. Doch den Vergleich braucht der Film nicht zu scheuen. Denn auch er kann sich eine gute Position im oberen Drittel der asiatischen Gruselproduktionen sichern, wenngleich auch für eine im ersten Teil sehr gut erzählte Geschichte zu Gunsten von schauriger Effekte zu einem großen Teil Platz gemacht wurde.

Für einen Großteil der Spannung sorgen erneut die plötzlich auftauchenden, geisterhaften Erscheinungen. Nach dem ersten Auftauchen eines Geistes ist man als Zuschauer ständig auf der Hut, um sich nicht erneut derartig erschrecken zu lassen. Doch dank dem Geschick der erneut regieführenden Pang-Brüder sitzt jeder Effekt und die Spannung baut niemals richtig ab. Hauptdarstellerin Shu Qi ("The Transporter") hat schon sehr bald das Mitgefühl des Publikums gewonnen. Sie bringt die missliche Lage, in der sie sich durch Schwangerschaft und Visionen befindet, so gut herüber, dass man ihr Leid mitfühlen kann, sie wegen überzogener Dramatik aber nicht als nervend oder albern ansieht. Die Erscheinungen sehen durchweg furchterregend aus und ihre Aktionen können problemlos Angst-Schauer hervorrufen. Im Gegensatz zu "The Eye" wird in der Fortsetzung wesentlich öfter von den Visionen Gebrauch gemacht, jedoch ohne, dass diese sich dadurch abnutzen würden.

Wer den ersten Teil kennt, wird sich sicherlich fragen, wie der zweite Teil wohl daran anknüpfen wird, da im Grunde keine Fragen mehr offen geblieben sind und auch bei der Mystik nicht mehr viel zu erzählen blieb. Und so sind es lediglich geisterhafte Erscheinungen, die beide Filme gemein haben - genau wie in etlichen anderen asiatischen Gruselproduktionen auch. Wer auf eine Fortsetzung wie beim "Ring"-Mythos hofft, wird somit zwangsläufig enttäuscht werden. Die einzige Gemeinsamkeit ist der Grundgedanke, dass ein Mensch auf Grund einer Begebenheit in der Lage ist, Verstorbene zu sehen. Am Ende gibt es eine runde Auflösung des Ganzen, die man aber ohnehin schon nach gut der Hälfte des Films erahnen kann und die wirklich gar nichts mehr mit dem ersten Teil zu tun hat. Sicherlich zu wenig, um die Fortsetzungs-Deklarierung im Titel als etwas anderes als bloßes Marketing zu sehen. Sieht man aber einmal davon ab und möchte man mal wieder einen guten Gruselstreifen sehen, sollte man auf jeden Fall mal ein Auge auf "The Eye 2" werfen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und bewegt sich im guten Durchschnittsfeld aktueller Produktionen. Es gibt zwar keine hervorhebenswerten Merkmale, dafür fehlt es aber auch an klaren Kritikpunkten. Der deutsche Ton in wahlweise dts oder Dolby Digital 5.1 ist klar zu vernehmen und auch im hinteren Bereich wird gezielt für die passenden Signale an geeigneter Stelle gesorgt.

Als Extras gibt es neben ein paar knappen Filmografien noch ein rund 13 Minuten dauerndes Making Of.

Fazit:
"The Eye 2" ist eine Neuerzählung der elementaren Grundidee des ersten Teils, dem Sehen von Geistern durch eine Person, ohne dabei jedoch zu sehr daran anzuknüpfen. Doch der guten Spannung ist dies nicht abträglich. Der Film bietet gruselige Unterhaltung und kann Freunden von Asien-Horror nur wärmstens empfohlen werden.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
91:06 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Kantonesisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Besetzung / Stab
The Eye 2 - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Eye 2
Jian gui 2

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Spannender Gruseltrip, der allerdings kaum etwas mit dem ersten Teil gemein hat


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Hong Kong / Thailand, 2004
Regie:
Dann Pang, Oxide Pang
Drehbuch:
Lawrence Cheng, Jo Jo Yuet-chun Hui
Darsteller:
Shu Qi, Eugenia Yuan, Jesdaporn Pholdee, Philip Kwok

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
08.12.2005