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DVD-Besprechung - Fanfan & Alexandre
Story:
Das Feuer in der Beziehung zwischen Alexandre (Vincent Perez) und seiner Verlobten Laure (Marine Delterme) scheint schon lange erloschen. Zum Valentinstag gibt es praktische Hausschuhe für ihn und die Leidenschaft muss sich dem Terminplan unterordnen. In seiner Glaubenskrise lernt er die leicht verrückte und temperamentvolle Fanfan (Sophie Marceau) kennen, die ihm mächtig den Kopf verdreht. Der von der Liebe enttäuschte lässt sich auf die Verführungen der jungen Frau ein, nimmt sich allerdings vor, nicht einmal einen einzigen Kuss zuzulassen, um den Zauber des Verliebtseins für immer zu behalten. Doch Fanfan sieht das anders und setzt ihrerseits alle Mittel ein, um Alexandre von ihren Wünschen zu überzeugen.
Meinung zum Film:
Es ist keine Seltenheit, dass Schriftsteller mit der filmischen Umsetzung ihrer Bücher vollkommen unzufrieden sind. Teilweise fangen die Drehbücher nicht den Flair ihrer Geschichte ein, teilweise bieten die Regisseure eine ganz andere Interpretation des Inhaltes an, als der Autor sie beim Schreiben im Sinn hatte. Schriftsteller Alexandre Jardin ging bei der Verfilmung seines Romans "Fanfan" den sicheren Weg, schrieb selbst das Drehbuch und führte auch selbst Regie. Der Vorteil ist offensichtlich - der Kern und die Essenz des Buches bleiben erhalten. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass einen Film zu drehen etwas ganz anderes ist als ein Buch zu schreiben.
Offenbar wird dies gleich zu Beginn des Filmes, in dem Jardin das Publikum mit der Geschwindigkeit eines ICEs in die Geschichte einführt. In wenigen Bildern wird gezeigt, wie unromantisch das Leben von Alexandre ist und dass ihm dies überhaupt nicht gefällt. In der nächsten Einstellung trifft er dann Fanfan, um gleich einen Moment später mit ihr im Bett zu liegen, auch wenn dies tatsächlich nur für die Nachtruhe geschieht. Als Zuschauer fühlt man sich dabei ein wenig überrumpelt und wünscht sich ein wenig mehr Ruhe und Entwicklung zwischen den Figuren. Und auch später wird es nicht viel ruhiger. Wenn Fanfan und Alexandre sich von einem kleinen Abenteuer ins nächste stürzen, bleibt nur wenig Zeit für Erklärungen und tiefergehende Charakteristiken. Vieles wird oberflächlich abgehandelt, was zu wenig ist, da man in einigen Punkten die Handlungs- und Denkweisen nicht ganz nachvollziehen kann.
Doch in einem Punkt kann der Film vollends überzeugen - Hauptdarstellerin Sophie Marceau ("La Boum - Die Fete"). Sie ist der eindeutige Fixpunkt, um den herum sich alles dreht. Ihr nimmt man selbst die überdrehten Seiten ihres Charakters zu jeder Sekunde ab und trotz ihrer nicht immer ganz feinen Züge verliert sie nie die Sympathien des Publikums. Vincent Perez ("The Crow II") als auf den ersten Blick letzter großer Romantiker wirkt nicht ganz so überzeugend und seine selbstauferlegte Keuschheit wirkt zeitweise schon arg überzogen und kitschig. Hinzu kommt, dass sein Umgang mit Laure alles andere als fein ist und man ihm stellenweise eine schallende Ohrfeige für sein Verhalten geben möchte. Alexandre Jardin hätte sich für die Umsetzung seines Romans vielleicht doch ein wenig mehr Unterstützung bei einem erfahrenen Filmemacher holen sollen, dann hätte aus diesem Film vielleicht etwas ganz besonderes werden können. Mit seinen doch offensichtlichen Mängeln ist er aber nicht mehr als gute Durchschnittskost mit einer alles überstrahlenden Hauptdarstellerin.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ordentlich, kann in Sachen Schärfe allerdings nicht ganz überzeugen. Auch leichtes Bildrauschen und nur wenig kraftvolle Farben sind maximal guter Durchschnitt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 2.0 kommt ohne Fehler daher, allerdings sind manche Geräusche und die Musik ein wenig zu laut im Vergleich zu der Sprache abgemischt.
Als Bonus gibt es einen rund 25-minütigen Beitrag, in dem die Beteiligten, vor allem Alexandre Jardin, von ihren Erinnerungen an die Dreharbeiten berichten. Es folgt ein Interview mit dem Regisseur in Form von Schrifttafeln, sowie der Trailer zum Film.
Fazit:
"Fanfan & Alexandre" mag auf den ersten Blick ein Film für Romantiker sein. Doch bei genauem Hinsehen ist er nur eine weitere Liebeskomödie, die vor allem unter seinem hohen Erzähltempo leidet. Dass er dennoch sehenswert ist, liegt vor allem an der bezaubernden Sophie Marceau und einigen gelungenen Momenten im Film.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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86:52 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Französisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Featurette
- Interview mit Alexandre Jardin (Texttafeln)
- Trailer
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Fanfan & Alexandre
Fanfan
Eine bezaubernde Sophie Marceau glänzt in einem Film mit Überschall-Erzähltempo
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich, 1993 Regie: Alexandre Jardin Drehbuch: Alexandre Jardin (nach seinem Roman "Fanfan") Darsteller: Sophie Marceau, Vincent Perez, Micheline Preslin, Marine Determe, Gérard Séty, Bruno Todeschini
Label :
Arthaus
Verkaufsstart : 05.04.2005
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