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DVD-Besprechung - Final Call

Story:
Verbrecher sind in das Haus von Jessica Martin (Kim Basinger) eingedrungen und haben die Frau auf dem Dachboden eingesperrt. Das einzige, das ihr bleibt, ist ein zerschlagenes Telefon, dass sie jedoch soweit notdürftig hinbekommt, dass ihr ein Anruf gelingt. Sie erreicht Ryan (Chris Evans) auf seinem Mobiltelefon, doch der junge Mann hat eigenen Sorgen und möchte im Grunde gar nicht mit der Frau reden. Aber er ist ihre einzige Chance auf Rettung. Wenn er auflegt, ist sie den Eindringlingen wehrlos ausgeliefert.

Meinung zum Film:
Eines muss man "Final Call" lassen - er weiß genau, wie man mit einem kurzen Schock in den Bann zieht. Ganz ruhig und idyllisch zeigt Regisseur David R. Ellis ("Final Destination 2") das ruhige Vorstadt-Leben von Jessica Martin, um dann von einer Sekunde zur nächsten mit einem Knall die Ruhe in einen dramatischen Kampf ums Überleben zu wandeln. Man weiß nicht, was die Eindringlinge von der Frau wollen und sie selbst sagt immer wieder, dass sie in das Haus der falschen Familie eingedrungen sind. Der Rahmen ist somit für eine Achterbahnfahrt über rund 90 Minuten gesteckt, bei der man gemeinsam mit Ryan um das Leben der Familie Martin fürchtet.

Drehbuchautor Chris Morgan scheint ein besonderes Faible für Telefone zu haben, denn nach seinem "Nicht auflegen", in dem Colin Farrell in einer Telefonzelle gefangen war, fesselt er nun erneut einen Menschen an das Telefon. Ausgedacht hat er sich die Geschichte auch diesmal nicht alleine - er bekam erneut Unterstützung vom Genre-Spezialisten Larry Cohen, der neben "Nicht auflegen" u.a. auch Thriller wie "Ambulance" oder "Wiege des Bösen" schuf. Und auch in "Final Call" enttäuscht das Duo nicht. Geschickt spielen sie mit der Tatsache, dass manche Menschen meinen, ohne Mobiltelefon aufgeschmissen zu sein und nicht mehr leben zu können. Von der ersten Minute an fesseln sie den Zuschauer an den Schirm und lassen ihn erst mit der letzten Einstellung wieder los.

Doch bis der Abspann über den Schirm flimmert, gibt es reichlich Dramatik und nervenaufreibende Spannung zu erleben. Die Aktionen sind teilweise sicherlich ein wenig überzogen und Plotlöcher gibt es, auch ohne groß darauf zu achten, massenweise zu erspähen, doch werden diese allesamt vom Zuschauer ohne Problem als stilistische Freiheit zur Spannungserzeugung akzeptiert. Die Darsteller bieten durchweg gute Leistungen und tragen ihren Teil dazu bei, dass der Film kurzweilige Unterhaltung bietet. Kim Basinger ("9 ½ Wochen"), Chris Evans ("Nicht noch ein Teenie-Film!"), Jason Statham ("The Transporter") und auch William H. Macy ("The Cooler") sind glaubhafte Besetzungen für die einzelnen Rollen und verleihen ihren Charakteren ein passendes Leben. Wer künstlerische Freiheiten in der Geschichte akzeptieren kann, wird keinerlei Grund zum Klagen finden und sich über die gesamte Dauer bestens unterhalten fühlen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck und es bietet in keinem Belang auch nur den geringsten Anlass zum Klagen. Gleiches gilt auch für den durchweg klar verständlichen Ton in Dolby Digital 5.1, der in den entsprechenden Momenten auch im hinteren Bereich Töne bereithält.

Das Bonusmaterial fällt reichhaltig aus. Zu allererst gibt es einen Audiokommentar mit dem Regisseur und den beiden Drehbuchautoren. Es folgen nicht verwendete, bzw. alternative Szenen, inkl. einem verlängerten Ende. Auf Wunsch können die Szenen mit Kommentar gesehen werden. Das Making Of zum Film geht rund 25 Minuten und bietet einen runden Blick in die Entstehung des Films. Als besonders interessant stellt sich auch der rund 20-minütige Bericht über Mobiltelefone dar, der weitreichend vor Augen führt, welchen Einfluss mobiles Telefonieren auf das Leben und die Gesellschaft hat. Auch der Bericht über den Rampart-Skandal, bei denen ein Beamter des LAPD 1999 angeklagt wurde, Kokain aus der Asservatenkammer wieder auf die Straßen gebracht zu haben, und über den weitere Fälle von Amtsmissbrauch ans Licht kamen, ist äußerst interessant, auch wenn er nur am Rande mit dem Film zu tun hat. Abgerundet werden die Extras durch den obligatorischen Trailer zum Film. Die Beiträge liegen allesamt in englischer Sprache mit wahlweise deutschen Untertiteln vor.

Fazit:
"Final Call" ist nicht immer ganz lebensnahes, dafür aber unglaublich spannendes Achterbahnkino, das von der ersten Minute an fesselt. Thriller-Freunde dürfen sich diesen Film auf gar keinen Fall entgehen lassen. Die digitale Umsetzung ist in allen Belangen ebenfalls erstklassig und stellt einen weiteren Kaufanreiz dar.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
90:07 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
Bonusmaterial:
  • Bonusmaterial:
  • Nicht verwendete/alternative Szenen
  • Audiokommentar mit Regisseur David Ellis, und den Drehbuchautoren Larry Cohen und Chris Morgan
  • Dokumentation "Celling Out" - Die Bedeutung vin Mobiltelefonen in unserer heutigen Gesellschaft
  • Das Making Of "Final Call"
  • Schweigepflicht: Der Rampart-Skandal
  • USA-Kinotrailer
Final Call - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Final Call
Cellular

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Atemberaubendes Achterbahnkino mit pausenloser Spannung, aber auch einigen Plot-Löchern


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
David R. Ellis
Drehbuch:
Chris Morgan, Larry Cohen
Darsteller:
Kim Basinger, Chris Evans, Jason Statham, William H. Macy

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
13.05.2005