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The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

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DVD-Besprechung - Firewall

Story:
Jack Stanfield (Harrison Ford) ist IT-Sicherheits-Experte bei einer Bank. Auf Grund seiner Position wird er zur Zielscheibe des Bankräubers Bill Cox (Paul Bettany), der ihn benutzen möchte, um Millionen von Dollar von fremden Konten zu stehlen. Um Druck auf den Experten auszuüben, nimmt Cox seine Jacks Frau Beth (Virginia Madsen) und seine Kinder Sarah (Carly Schroeder) und Andy (Jimmy Bennett) als Geiseln. Doch Jack lässt sich nicht gerne als Marionette benutzen und nimmt den Kampf gegen die Verbrecher auf.

Meinung zum Film:
Der Begriff "Firewall" lässt bei einem durchschnittlichen PC-Benutzer Ängste aufkommen. Liest man doch fast täglich über neue Computer-Angriffe, die von gefährlichen "Hackern" durchgeführt und bei denen ahnungslosen Homebanking-Benutzern die Konten leergeräumt wurden oder gefährliche "Cracker" die Kontrolle über den eigenen PC übernahmen. Eine Firewall ist da für viele eine Einrichtung, die, wenn erst einmal auf dem eigenen System installiert, solche Zugriffe verhindert. Zu einem kleinen Teil ist dies nicht falsch, aber prinzipiell ist auch eine solche Firewall nur ein weiteres Stück Software, das ebenfalls als Mittel genutzt werden kann, um von außen auf den Rechner einzudringen. Und genauso irrgläubig wie die Meinungen über diese Personal Firewalls sind, so weitläufig dämlich sind dann auch die Geschehnisse im Film, die eine Techik-Welt präsentieren, wie sie selbst so mancher Laie nicht akzeptieren kann.

Die ganzen unlogischen und hanebüchenen Momente fangen schon alleine damit an, dass Jack offensichtlich ohne große Mühen in der Lage ist, Buchungen von fremden Konten vorzunehmen, beliebige Personen in jeden Hochsicherheits-Bereich der Bank rein zu bringen, Mitarbeiter alleine durch ein kurzes Wort zu entlassen, mal eben Sicherheitsdaten von einem System zu löschen ohne dafür gleich von den Behörden gejagt zu werden und sogar das Löschen des kompletten Netzwerkes der Bank von seinem Rechner aus ohne Probleme erreicht. Wer glaubt, dies seien schon reichlich genügend dummer Einfälle, kann sich auf wesentlich mehr kleinerer Details dieser Art im Film gefasst machen, wie etwa der Frage, wie die Gangster offensichtlich tagelang fast ohne Schlaf auskommen, dabei aber immer topfit und wohl ausgeruht erscheinen. Drehbuchautor Joe Forte hat bei seiner ersten großen Drehvorlage so viele Fehler produziert, wie sie manche B-Movie-Autoren in ihrer gesamten Schaffenszeit nicht hinbekommen.

Darstellerisch kann Harrison Ford ("Star Wars") zumindest ein wenig Kastanien aus dem Feuer holen und wird dabei hervorragend von Virginia Madsen ("Das Geisterschloss") unterstützt. Das große Problem ist allerdings, dass Paul Bettany, der im "Da Vinci Code" noch als Kirchen-Attentäter Silas überzeugen konnte, alles andere als Böse erscheint. Trotz aller Bemühungen gelingt es ihm nicht, seinem Charakter die notwendige Aura des Bösen zu verleihen. Es kommt im Grunde nie das Gefühl auf, dass die Familie ernsthaft in Gefahr ist, und höchstens nur die eigenen Partners-in-Crime zu Tode kommen können. Wie soll große Spannung und Dramatik aufkommen, wenn der Oberbösewicht wie der Babysitter wirkt? Zwischenzeitlich schafft es Regisseur Richard Loncraine ("Wimbledon") immerhin ein wenig Spannung entstehen zu lassen, allerdings wird diese immer wieder von Durchhängern und den zahlreichen dämlichen Einfällen gestoppt. Selbst für einfache, inhaltsleere und platte Unterhaltung reicht es bei der "Firewall" nicht aus.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ein klein wenig zu dunkel geraten und Rot-Töne wirken ein wenig überbetont. Die Sprache ist im Vergleich zu den Effekten zu leise abgemischt, was bei problematischen Nachbarschaftsverhältnissen schnell zu Schwierigkeiten und dem Ruf nach "Ruhestörung" führen kann. In Sachen Surround-Sound hat die deutsche Dolby-Digital-5.1-Spur dafür einiges zu bieten und sorgt für ein sehr gutes und weitläufiges Räumlichkeitsgefühl.

Als Extras finden sich zwei Beiträge auf der DVD. Bei dem Einen handelt es sich um ein Gespräch zwischen Harrison Ford und Regisseur Richard Loncarine, bei dem herauskommt, dass Herr Ford selbst großen Einfluss auf das Drehbuch nahm und nach der "MacGuyver"-Methode einiges anpasste, wodurch der Hauptdarsteller selbst wohl großen Anteil an dem schlechten Eindruck hat. Das 15-Minuten-Gespräch ist sehr interessant, was über das 3-minütige Making Of nicht unbedingt gesagt werden kann, in dem der Drehbuchautor ein wenig aus dem Nähkästchen plaudert.

Fazit:
"Firewall" gibt sich als Hightech-Thriller aus, erreicht mit seinen Einfällen aber nicht einmal B-Movie-Niveau. Das gute Darsteller-Duo Harrison Ford/Virginia Madsen schafft es nicht, die hanebüchene Geschichte zu retten und den Film auf den Stand inhaltsleerer Unterhaltung zu hieven.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
100:32 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Firewall Decoded: Eine Unterhaltung mit Harrison Ford und Richard Loncraine
  • Firewall: Die Entstehung eines Thrillers
  • USA-Kinotrailer
Firewall - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Firewall
Firewall

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Bankraub für Dummies: IT-Sicherheit, wie Lieschen Müller sie kennt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Richard Loncraine
Drehbuch:
Joe Forte
Darsteller:
Harrison Ford, Paul Bettany, Virginia Madsen, Mary Lynn Rajskub, Robert Patrick, Robert Forster, Alan Arkin, Carly Schroeder, Jimmy Bennett

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
08.09.2006