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DVD-Besprechung - Der Fischer und seine Frau

Story:
Fisch-Doktor Otto (Christian Ulmen) und Modedesignerin Ida (Alexandra Maria Lara) kennen sich erst wenige Stunden, als sie sich entschließen zu heiraten. Während Otto mit dem gemeinsamen Leben im Wohnmobil mehr als zufrieden ist, sehnt sich Ida immer mehr nach einem luxuriöseren Leben. Als man sich endlich eine kleine Wohnung mietet, sehnt sie sich nach einem richtigen Bad. Die Konflikte zwischen den beiden Ehepartnern wachsen immer weiter an. Nach einiger Zeit wird Ida so langsam erfolgreich mit ihrer Mode-Kollektion, doch anstatt glücklich zu sein, gehen die Probleme damit erst so richtig los.

Meinung zum Film:
Regisseurin und Drehbuchautorin Dörris Dörrie ("Nackt") stellt die Theorie vom verflixten 7. Jahr mächtig auf den Kopf. Laut ihrer Meinung ist bereits das dritte Jahr der Ehe das problematische, in dem sich die Partner immer mehr auf den sprichwörtlichen Keks gehen und sich immer mehr die Unterschiede in den Lebensgewohnheiten und -erwartungen bemerkbar machen, wodurch Probleme immer stärker in den Vordergrund treten und die harmonische Zweisamkeit stören. Schön ist der Einfall, ein solch gescheitertes Ehepaar als verwunschene Fische zu präsentieren, die erst dann von diesem Fluch befreit werden, wenn sie ein Ehepaar treffen, das auch nach 3 Jahren noch glücklich miteinander lebt. Wie es der Zufall, und natürlich auch das Drehbuch will, landen diese Fische bei Ida und Otto und setzen ihre ganze Hoffnung auf die noch frisch vermählten.

Vielen werden sich wohl fragen, ob Christian Ulmen ("Herr Lehmann") wirklich die richtige Besetzung für den Part des Lebensgefährten von Sonnenschein Alexandra Maria Lara ("Der Untergang") ist und ob die Chemie zwischen den beiden stimmen wird. Die Begabung will man dem deutschen Nachwuchsschauspieler ohne Zweifel nicht absprechen, aber seine Rollen waren bislang eher auf skurrile Typen begrenzt, die mit einer Mischung aus naiver Unschuld und tollpatschiger Liebenswürdigkeit überzeugten. Eine ähnliche Rolle spielt er auch in "Der Fischer und sein Frau", wenn auch in einer etwas abgeschwächten Form. An seiner Seite steht Alexandra Maria Lara, die voller Energie, mit einer ganzen Reihe von Träumen und dem Drang nach Größerem einiges an Verständnis von ihrem Partner abverlangt und seine treue und zurückstehende Art mit einem Lächeln und ihrem Elan auf so manche Probe stellt. Und auch wenn man so seine Zweifel hat, kann das Gespann durchaus überzeugen und stellt ein wahrlich authentisch wirkendes Pärchen dar.

Die gezeigte Beziehung zwischen Ida und Otto ist sicherlich stellvertretend für die Verhältnisse in vielen deutschen Ehen. Einer der Partner ist zufrieden mit dem einfachen Leben und dem puren Zusammensein, während es dem anderen nach Größerem dürstet und irgendwann den Punkt verpasst, wo es Zeit wird, sich mit dem, was man hat zufrieden zu geben. Aber zuviel Tiefe sollte man bei der Geschichte trotz des Inhaltes nicht erwarten. Der Film bleibt reichlich oberflächlich und wird teilweise sogar ein wenig kitschig. Aber selbst wenn die Geschichte nicht durchweg zu überzeugen weiß, reißen die Darsteller und so manch liebevolles Detail die kleinen Unschönheiten wieder raus, und machen den "Fischer und seine Frau" zu sehenswerter, unterhaltsamer Abwechslung.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild des Filmes ist weitestgehend gut gelungen. Lediglich die Konturen fallen stellenweise ein wenig schwach aus und der Kontrast ist in manchen Szenen ein wenig zu tief. Dafür erstrahlen die Farben in anderen Einstellungen wieder herrlich kräftig, was vor allem in den Szenen mit den farbenfrohen Fischen sehr gut zum Tragen kommt. Der Ton fällt ähnlich gut aus, ab und an ist die Sprache jedoch ein wenig leise, was zu leichten Verständnisproblemen führen kann.

Das Bonusmaterial fällt recht vielfältig aus. Den Beginn macht ein rund 15-minütiges Making Of, in dem Regisseurin Doris Dörrie ein wenig über die Entstehung des Films berichtet - nicht immer ganz ernst. Es folgen eine Reihe Interviews, die wahlweise einzeln oder alle am Stück gesehen werden können. "Im Synchronstudio" sieht man, wie die Szenen mit den Fischen mit Sprache unterlegt wurden, gefolgt von einer handvoll geschnittener Szenen und einem Koiaquarium, das man als Endlosbildschirmschoner verwenden kann. Des Weiteren gibt es noch einen losen Blick hinter die Kulissen, einen Beitrag darüber, wie man einen Fisch rein theoretisch am besten operieren kann und Filmografien zu den wichtigsten Künstlern. Als letzte Dreingabe gibt es noch einen Kurzfilm.

Fazit:
"Der Fischer und seine Frau" ist eine Beziehungs-Komödie von Doris Dörrie, die mit vielen netten und liebenswerten Details über das verflixte 3. Ehejahr zu berichten weiß. Es ist zwar nicht alles ganz durchdacht und manches auch ein wenig holprig oder kitschig inszeniert, doch neben den guten Hauptdarstellern reißen auch die Fische und die Winke-Katze einiges raus.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
2,35:1
2,35:1
97:29 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Keine
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Interviews
  • Im Synchronstudio
  • Deleted Scenes
  • Koiaquarium
  • Kurzfilm "Morgenschwarm"
  • Fischoperation
  • Blick hinter die Kulissen
  • Darsteller und Crew
Der Fischer und seine Frau - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Fischer und seine Frau
Der Fischer und seine Frau

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Das verflixte 3. Jahr


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2005
Regie:
Doris Dörrie
Drehbuch:
Doris Dörrie
Darsteller:
Alexandra Maria Lara, Christian Ulmen, Simon Verhoeven, Young-Shin Kim, Eva Christian, Valentin Platareanu, Elmar Wepper, Christoph Maria Herbst

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
28.04.2006