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DVD-Besprechung - Flightplan - Ohne jede Spur
Story:
Kyle Pratt (Jodie Foster) befindet sich mit ihrer Tochter Julia (Marlene Lawston) auf dem Flug von Berlin nach New York, um den Leichnam ihres tödlich verunglückten Mannes zu überführen. Als sie nach einem kurzen Schlaf wieder aufwacht ist ihr Kind verschwunden und sie kann sie in dem großen Flieger nicht mehr finden. Langsam kommen bei Flugkapitän Rich (Sean Bean), seiner Crew und dem Sky-Marshall Carson (Peter Sarsgaard) Zweifel auf, ob es diese Tochter überhaupt gibt, da sich niemand daran erinnern kann, diese jemals gesehen zu haben. Selbst auf der Passagierliste wird diese nicht geführt.
Meinung zum Film:
Es muss eine große Ehre für den deutschen Regisseur Robert Schwentke ("Tattoo") gewesen sein, als er gebeten wurde, einen großen Hollywood-Film zu drehen. Noch viel größer war bei diesem sicherlich die Freude, als er von Produzent Brian Grazer ("8 Mile") erfuhr, dass niemand anders als die hoch angesehene Jodie Foster ("Das Schweigen der Lämmer") für die Rolle der Kyle gewonnen werden konnte. Gekrönt wurde das Erlebnis durch die begleitenden Darsteller, zu denen Sean Bean ("Der Herr der Ringe"), Peter Sarsgaard ("Der verbotene Schlüssel"), Erika Christensen ("An deiner Schulter") und Greta Scacchi ("Salz auf unserer Haut") gehören. Wie groß seine Freude über die Teilnahme von Drehbuch-Neuling Peter A. Dowling und seinem Co-Schreiber Billy Ray ("Suspect Zero") war, ist nicht überliefert, sollte diese jedoch auch nur ansatzweise vorhanden gewesen sein, war jedes noch so kleine bisschen maßlos übertrieben. Denn während "Flightplan" in Sachen Spannungserzeugung die meiste Zeit ordentlich für Stimmung sorgt, kann die Geschichte nicht einmal ansatzweise mithalten.
Im Grunde ist das ganze eine One-Woman-Show von Miss Foster, die in fast jeder Szene zu sehen ist und dem Film auch ganz klar ihren Stempel aufdrückt. Ohne jede Eitelkeit hat sie keine Angst davor, eine Frau am Rande des Nervenzusammenbruchs zu zeigen, die im Gesicht stellenweise deutlich gezeichnet davon ist und fast wie eine lebende Tote erscheint. Dass sie dann in der nächsten Szene wieder wie das muntere Leben aussieht, ist weniger ihr Fehler, sondern wohl eher dem Regisseur und der Maske anzukreiden. Peter Sarsgaard kann in den Szenen mit Jodie Foster nicht ganz bestehen. Er wirkt wie eine Kopie von John Cusack, ohne jedoch die Präsenz des Originals zu erreichen. Ganz anders ist dies bei Sean Bean als Flugkapitän, der eine wahrhaft imposante Version eines Flugzeug-Leiters darstellt. Doch so spannend und teilweise auch temporeich und auch gut gespielt der Film daherkommt, hat er ein mehr als deutliche Manko - ein Drehbuch mit peinlichen Einfällen im Minutentakt. Selbst wenn man nicht darauf achtet, stolpert man zwangsläufig über die zahlreichen Unzulänglichkeiten und es wird schwer, den Rest des Films richtig genießen zu können.
So ist es schon überaus erstaunlich, dass Jodie Foster als Triebwerksingenieurin jede noch so minimale Kleinigkeit über das Flugzeug zu wissen scheint, ganz so als hätte sie den gesamten Flieger alleine entworfen. Auch die ganze Handhabung der Suche nach der verschwundenen Julia ist alles andere als authentisch wirkend und für eine Alibi-Aktion ein wenig sehr dick aufgetragen. Es ist ein kleines Wunder, dass keine Panik an Bord ausbricht, als Kyle einen Araber beschuldigt, ihre Tochter entführt zu haben (es wird wirklich kein Klischee ausgelassen!) und es dabei zu einer Handgreiflichkeit kommt. Und zu guter Letzt ist noch eine Therapeutin an Board, die in einer Art mit der intelligenten Frau spricht, mit der sie vielleicht kleine Kinder erreichen kann. Auch die Zeichnung von Kyles Charakter gerät zeitweise, und dies vor allem zu Beginn, ein klein wenig aus dem Ruder, und durch ihre überzogene Art macht sie es schwer, eine echte Sympathie zu ihr aufzubauen. Aber zumindest in diesem Punkt bessert sich der Film mit laufender Spieldauer und wenn man es wirklich schaffen sollte, die ganzen dummen Ploteinlagen zu übersehen, kann man spannend unterhalten werden. Allerdings ist dies nicht ganz leicht.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist über weite Strecke ordentlich, ohne große Höhen oder Tiefen. In vereinzelten Szenen erscheint es jedoch ein wenig grobkörnig und ab und an einen Tick zu dunkel, wodurch Details verschluckt werden. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 lässt keine Wünsche offen und bietet bei den entsprechenden Szenen einen kräftigen Surround-Sound, der vor allem bei Start- und Landeszenen richtig Leben in die gute Stube bringt.
Als Extra gibt es eine 5-teiliges Making Of, das einen guten Eindruck von der Entstehung des Films vermittelt. Ein Extra-Kapitel beschäftigt sich abschließend noch mit der Flugzeg-Kulisse, in der gedreht wurde.
Fazit:
"Flightplan" kommt mit solchen großen Plotlöchern und dämlichen Einfällen daher, dass man jede Sekunde erwartet, Steven Seagal würde ins Bild treten. Wer das gewohnte Niveau eines Filmes mit Jodie Foster erwartet, wird ziemlich sicher enttäuscht werden. Wer sich mit einem inhaltsleeren Thriller im Stile von Mr. Seagal zufrieden geben kann, ist sicherlich auch bei diesem Flugplan bestens aufgehoben. Immerhin sind die Darsteller weitestgehend gut ausgewählt und die spannende Atmosphäre kann ebenfalls überzeugen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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94:03 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Türkisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Arabisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Französisch, Italienisch, Japanisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Bordkino - Das "Flightplan" Making Of
- Kabinendruck: Die Konstruktion der Aalto E-474
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Flightplan - Ohne jede Spur
Flightplan
Handwerklich und darstellerisch gut, vom Drehbuch gesehen ein Offenbarungseid
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Robert Schwentke Drehbuch: Peter A. Dowling, Billy Ray Darsteller: Jodie Foster, Peter Sarsgaard, Erika Christensen, Sean Bean, Greta Scacchi, Kate Beahan, Marlene Lawston
Label :
Miramax
Verleihstart : 16.03.2006 Verkaufsstart : 16.03.2006
Vertrieb :
Walt Disney Studios Home Entertainment Switzerland
Verleihstart : 16.03.2006 Verkaufsstart : 16.03.2006
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