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DVD-Besprechung - The Fog - Nebel des Grauens

Story:
Das kleine kalifornische Küstenstädtchen Antonio Bay steht kurz vor der 100-Jahr-Feier seines Bestehens. Doch die Vorbereitungen auf die historische Feier werden jäh getrübt, als einige unerklärliche Vorfälle das beschauliche Leben überschatten, die in Verbindung mit einer wie aus dem Nichts auftauchenden Nebelbank stehen. Als diese Nebelwand kurz vor dem Beginn der Feier wieder auftaucht, ist dies der Beginn einer Gedenkfeier, wie man sie in dieser Art nicht erwartet hätte.

Meinung zum Film:
Nachdem sich John Carpenter 1978 mit "Halloween" dem Slasher-Genre zuwandte und ihm ein modernes, bislang unbekanntes Gesicht verpasste, wendete er sich 2 Jahre später dem klassischen Gruselhorror zu und schuf mit "The Fog - Nebel des Grauens" einen Klassiker, der auch noch heute ohne Einschränkung in seinen Bann zu ziehen versteht. Doch ungeachtet dieser Tatsache sah es Hollywood endlich an der Zeit, dass eine zeitgemäßere Variante des Kult-Films entstehen muss. Immerhin bieten heutige Möglichkeiten weitaus mehr Spielraum für geisterhafte Erscheinungen, die in einer dichten Nebelwand ihr Unwesen treiben. Doch anstatt eine zeitgemäße Variante des Gruselstreifen zu schaffen, brachte man nur einen hirnlosen, CGI-überdosierten, seelenlosen Teenie-Horror zu Stande, der nur eines beweist - neuer ist nicht unbedingt immer besser. Die Verfehlungen des Films sind dabei so zahlreich, dass man gar nicht weiß, wo man anfangen soll, sie alle aufzuzählen

An vorderster Stelle steht aber sicher das Drehbuch von Cooper Layne, der schon mit seinem Skript zu "The Core - Der innere Kern" versuchte, Albernheiten als packende Story zu verkaufen. Ihm ist es zu verdanken, dass die fesselnde Story von John Carpenter und Debra Hill mit einigen neuen Ideen versehen wurde, die allesamt scheitern. Als Beispiel sei das Tagebuch von einem der Gründerväter genannt, welches nun nicht mehr vom Pfarrer gefunden wird, sondern von einer der Teenie-Darstellerinnen. Der Umstand, wie sie in den Besitz dieses Buches gelangt, ist schon eine Sache für sich. Aber die Tatsache, dass sie dieses stundelang ungelesen mit sich rumschleppt, es dann beim Treffen mit einem weiteren Teenie-Heroen beim Essen im Restaurant vorlegt, wo man dann innerhalb weniger Sekunden erstaunliche Erkenntnisse aus dem Geschriebenen bekommt, die von historischen Fotografien, welche natürlich zufällig direkt über ihrem Tisch platziert sind, weiter belegt werden, sind derartig an den Haaren herbeigezogen, dass es einem schier die Sprache verschlägt. Wer allerdings glaubt, die sei schon der Höhepunkt in dieser Hinsicht, sollte sich nicht täuschen lassen - dies ist bei weitem nicht der einzige Höhepunkt, was dämliche Einfälle betrifft.

Die Darsteller sind dem Jugendwahn Hollywoods gemäß fast durchweg Teenager, die fast durchweg profillos bleiben. Das Heldenpärchen, bestehend aus Tom Welling ("Smallville") und Maggie Grace ("Lost"), mag in seinen jeweiligen TV-Serien vielleicht gefallen, hier wirken sie aber so passend wie die lustigen Einfälle in der Geschichte. Einzig Selma Blair ("Hellboy") vermag es weitgehend ansprechend zu erscheinen, wirkt für die Rolle aber nicht unbedingt als Idealbesetzung. Nicht ohne Erwähnung bleiben sollten auch die Effekte, die selbst dem sicheren Spannungspotential, dem Nebel, sämtliche Kraft rauben. Denn spätestens, wenn die Nebelwand wie Zuckerwatte oder dichter Rauch von einem Großbrand ein Haus umschießt, ist es auch mit dessen Horrorkraft vorbei. Über die Geister und das selten dämliche Finale sagt man dann am besten gar nichts mehr. Regisseur Rupert Wainwright hat mit "Stigmata" einen sehr atmosphärischen Film geschaffen, was im Vorfeld Hoffnung aufkommen ließ, dass auch das Fog-Remake in diese Kerbe schlagen könnte. Das Ergebnis belehrt leider eines besseren.

Digitale Aufarbeitung:
Sieht man einmal von dem etwas zu tiefen Kontrast ab, macht das Bild einen sehr guten Eindruck. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 macht sich durch seinen Surroundsound und dem druckvollen Bass angenehm bemerkbar.

Als Extra gibt es zuallererst einen Audiokommentar mit dem Regisseur, gefolgt von einer Reihe entfallener Szenen und einem 3-teiligen, recht interessanten Making Of, in dem die Beteiligten versuchen zu erläutern, wieso die einzelnen Szenen, Masken und Effekte in der Art im Film umgesetzt wurden. Abschließend gibt es noch den Trailer zum Film.

Fazit:
Das Remake zu "The Fog" ist von Anfang bis Ende ein einziger Langweiler, der durch ein dämliches Skript, überdosierte CGIs und wenig passende Teenie-Darsteller auf der ganzen Linie floppt. Um diesen Film sollte man besser einen ganz großen Bogen machen und sich lieber noch einmal das Original anschauen. Das einzig gute an dem Film ist die gute DVD-Umsetzung mit ihrem Sound.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,35:1
2,35:1
99:03 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Estnisch, Litauisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Rupert Wainwright
  • Entfallene Szenen
  • Filmdokumentationen inkl. Making of
  • Trailer
The Fog - Nebel des Grauens - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The Fog - Nebel des Grauens
The Fog

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Selten war dichter Nebel mit Geistern so lahm und inhaltlich daneben


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Rupert Wainwright
Drehbuch:
Cooper Layne (basierend auf dem Original-Drehbuch von John Carpenter und Debra Hill)
Darsteller:
Tom Welling, Maggie Grace, Selma Blair, DeRay Davis, Kenneth Welsh, Adrian Hough, Sara Botsford, Cole Heppell, Mary Black, Jonathon Young

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
04.07.2006