 |
DVD-Besprechung - Fragile - A Ghost Story
Story:
Krankenschwester Amy Nicholls (Calista Flockhart) wird im kurz vor der Schließung befindlichen Kinderkrankenhaus "Mercy Falls" eingestellt, um die dort noch verweilenden Kinder zu betreuen, bis auch diese in ein neue Krankenhaus verlegt werden. So einfach, wie sie es sich anfangs vielleicht vorgestellt hat, stellt sich die Aufgabe in dem riesigen, zwischenzeitlich zum größten Teil brach liegenden Gebäude nicht heraus. Als eines der Kinder, Maggie (Yasmin Murphy) ihr von einer unheimlichen Geistergestalt berichtet, die den Namen Charlotte trägt und als mechanisches Mädchen von ihr umschrieben wird, macht sich Amy auf die Suche nach den Hintergründen der immer gehäuft auftretenden, unheimlichen Vorkommnisse und stößt dabei auf ein düsteres Geschehnis in der Vergangenheit von Mercy Falls.
Meinung zum Film:
Es ist kaum zu verstehen, warum es über ein Jahr gedauert hat, bis Jaume Balaguerós "Fragile" endlich auch in Deutschland erschienen ist, denn dieser ist sicherlich der bislang ausgereifteste Film Balaguerós, der ohne große Schwächen daherkommt. Der spanische Regisseur hat sich auch hierzulande mit seinen Filmen "The Nameless" und "Darkness" einen Namen gemacht und wird nicht zu unrecht als talentiertester der jungen Garde spanischer Horrorregisseure angesehen. Während es "The Nameless" ein wenig an Tempo fehlte und dieser auch dramaturgisch teilweise Schwäche aufwies und der Regisseur bei "Darkness" zum Ende hin ein wenig zu viel des Guten erreichen wollte, setzt er bei "Fragile" eine sehr gute Mischung aus Geschichtenerzählung und Spannungserzeugung ein und lehrt dadurch dem Publikum das Gruseln. Die Arbeit am Drehbuch teilte sich der Regisseur mit Jordi Galcerán, der mit seinem Drehbuch zu "Killing Words" bereits beweisen konnte, dass er für spannende Unterhaltung die Grundlage bieten kann. Für schaurig-schöne Musik sorgt Roque Baños und für die Kameraarbeit zeichnet sich Xavi Giménez verantwortlich. Beide arbeiteten unter anderem schon für Brad Anderson an dessen "The Machinist" mit.
Auffällig bei "Fragile" ist vor allem der Umgang mit dem Tempo, das immer wieder urplötzlich angezogen wird, um einen schaurigen Moment im Hospital zu präsentieren, dann aber Sekunden später wieder mit Vollbremsung zum Erzählen seiner Geschichte zurückgenommen wird. Der Regisseur lässt klar erkennen, dass er die Schwächen seiner ersten Werke erkannt hat und wiederholt diese nicht. Es gibt zwar inhaltlich noch die ein oder andere Unschönheit, die nicht unbedingt ganz stimmig wirkt, im Großen und Ganzen ist "Fragile" aber ein sehr ansprechender Geisterhausfilm, der sehr schnell in seinen Bann zieht und am Ende sogar eine kleine, überraschende Wendung bereit hält. Mit der als Ally McBeal zu Weltruhm gelangten Calista Flockhart stand Balagueró eine beliebte Darstellerin für die Hauptrolle zur Verfügung, die ohne jeden Zweifel zum guten Gelingen ihren Teil beiträgt. In weiteren Rollen können Richard Roxburgh ("Van Helsing") als Oberarzt, Elena Anaya ("Van Helsing") als Amys Kollegin von der Tagesschicht und Colin McFarlane ("Batman Begins") als Hausmeister ebenfalls überzeugen und ihren Teil zur guten Stimmung beitragen.
Das ganz große Plus ist aber ohne jeden Zweifel die schauerliche Stimmung, die der Regisseur wie schon bei seinen früheren Werken heraufbeschwören kann. Nach allen Regeln der Geisterhauskunst schickt er das Publikum auf eine Achterbahn der Gefühle und lässt Knochen wie von Geisterhand brechen, Gegenstände sich gespenstisch bewegen, Menschen in Fahrstühlen fest hängen und den fast leeren Gebäudekomplex mit einem verfallenen zweiten Stock wie eine einzige große Bedrohung aussehen. Wer auch nur ein kleines bisschen Freude an Geisterfilmen finden kann und endlich mal wieder etwas anderes erwartet als asiatische Rachegeister mit langen schwarzen Haaren, wird mit "Fragile" ganz sicher den richtigen Film in den DVD-Player legen, um fündig zu werden. Nach zwei bereits guten Filmen hat Jaume Balagueró mit "Fragile" bewiesen, dass mit ihm in Zukunft im Horrorgenre fest zu rechnen ist.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck und es gibt keinen Grund zum Klagen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr klar verständlich und sorgt mit gezielten Effekten im Surroundbereich für zusätzlich spannende Atmosphäre.
Der zum Test vorliegenden Verleih-DVD lagen keine Extras bei. Die im Verkauf erhältliche Doppel-DVD wird über Extras verfügen.
Fazit:
"Fragile" ist ein sehr spannender und atmosphärisch dichter Geisterhausfilm, der von der ersten Sekunde an fesselt und mit wohldosiertem Tempo stets den richtigen Ton auf der Klaviatur des Schreckens trifft. Anhänger von Gruselfilmen kommen nur schwer an diesem Film vorbei.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
97:23 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch |
|
Bonusmaterial:
|
|
|
|  |
Fragile - A Ghost Story
Frágiles
Stimmungsvoller Geisterhaushorror aus spanischer Meisterhand
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Spanien, 2005 Regie: Jaume Balagueró Drehbuch: Jaume Balagueró, Jordi Galcerán Darsteller: Calista Flockhart, Richard Roxburgh, Elena Anaya, Yasmin Murphy, Gemma Jones, Colin McFarlane, Michael Pennington, Daniel Ortiz
Label :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart : 24.11.2006
|