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DVD-Besprechung - Die Frauen von Stepford
Story:
Joanne Eberhart (Katharine Ross) zieht gemeinsam mit ihrem Mann Walter (Peter Masterson) und ihren beiden Töchtern aus der Großstadt New York in das beschauliche Stepford. Was anfangs noch wie ein ruhiger Vorort mit viel Grün und Ruhe aussieht, weckt schon bald Joannes Misstrauen: Die Frauen der Stadt sind allesamt versessen darauf, ihr Heim sauber zu halten, während ihre Ehemänner sich allabendlich in einem reinen Herren-Club treffen. Joanne ist froh, als sie die verrückte Bobby Markowe (Paula Prentiss) und die ebenfalls gerade zugezogene Charmaine Wimperis (Tina Louise) kennen lernt, die genausowenig wie sie das klinisch reine Leben ihrer Nachbarn verstehen können. Als Charmaine sich dann von einem Tag auf den anderen der Fraktion der Putzteufel anschließt, gehen Joanne und Bobby dem merkwürdigen Benehmen auf den Grund.
Meinung zum Film:
Termingerecht zum DVD-Start des Remakes von "Die Frauen von Stepford" mit Nicole Kidman in der Hauptrolle, veröffentlicht Paramount das Original aus dem Jahre 1974. Die Geschichte des Films beruht auf einem Roman Ira Levins ("Rosemary's Baby") und dürfte auf den ersten Blick einen gewissen paradiesischen Zustand für manche Männer darstellen. Eine Frau, die einem jeden Wunsch von den Lippen abliest und ihr ganzes Leben darauf ausrichtet, es dem Patriarchen der Familie so angenehm wie nur eben möglich zu machen, hört sich wie eine Playboy-Version des Garten Edens an. Die Frage dabei ist aber, wo bleibt die Frau bei der ganzen Sache? Und noch viel mehr - ist das Leben nach Plan wirklich so reizvoll, wie es für so manchen auf den ersten Blick klingen mag?
Und dies ist dann auch die zentrale Frage des Filmes. Denn was Ira Levin in seinem Roman als unwirkliches Szenario entwickelte, hat sicherlich auch einen Funken Wahrheit in der durch Männer dominierten Gesellschaft. Mitte der 70er Jahre war dies sicherlich noch stärker zu beobachten als in der heutigen Zeit, wo Frauenquoten und Alice Schwarzer versuchen, eine allgemeine Gleichberechtigung unter den Geschlechtern zu erreichen. Und wenn man sich "Die Frauen von Stepford" ansieht, ist das sicherlich auch ganz gut so. Denn eine Frau, die einem nur nach dem Mund redet, die ohne eigene Persönlichkeit und Meinung dem Manne zu Diensten ist, kann man sicherlich nicht lieben und möchte man noch weniger ständig um sich rum haben.
Doch bei all der Sozialkritik, die der Film offensichtlich übt, hat er auch eine sehr gute Stimmung zu bieten. Als Zuschauer leidet man zusammen mit Joanne, die sehr gut durch Katharine Ross ("Die Reifeprüfung", "Donnie Darko") verkörpert wird, und rätselt mit ihr mit, was um Himmelswillen in die Frauen von Stepford gefahren ist, dass diese sich derart darin erfüllt fühlen, den Haushalt zu führen und deren einziges Ziel es ist, als perfekte Ehefrau zu gelten. Die paradiesische Welt der Männer strahlt eine düstere Atmosphäre aus, die sich von Beginn an subtil bemerkbar macht. Regisseur Bryan Forbes ("Das nackte Gesicht") steigert die unterschwellige Spannung schrittweise, indem er die Macken der Frauen anfangs nur sehr zart andeutet, ihre Obsessionen dann aber immer mehr in den Mittelpunkt rückt. So wird mit zunehmender Dauer eindeutig klar, dass Stepford ein schreckliches Geheimnis zu verbergen hat, dessen Aufdeckung man Stück um Stück miterlebt. Klasse Unterhaltungskino aus den 70er Jahren, das auch noch heute zu überzeugen weiß.
Digitale Aufarbeitung:
Den ersten Grusel erlebt man als Zuschauer beim Starten des Films. Denn das Bildrauschen, das einen von Beginn an erwartet, ist alles andere als zeitgemäß. Die Konturen wirken zudem ein wenig unscharf gezeichnet und gelegentlich kommt es zu leichten Kontrastschwankungen in hellen Flächen, die zusätzlich noch überstrahlen, sowie kleineren Unruhen, was insgesamt zu einem nicht besonders guten Bildeindruck führt. Lediglich das weitestgehende Fehlen von Verschmutzungen und die natürlichen Farben können überzeugen. Der deutsche Ton in Dolby Digital Mono ist sauber, bis auf kleineren Verzerrungen in Spitzen, die allerdings bei derart altem Tonmaterial üblich sind.
Erfreulicherweise gibt es trotz des Alters einen Hintergrundbericht zum Film, in dem ein paar der daran Beteiligten von der Entstehungsgeschichte berichten. Abgerundet wird der Bereich durch den Trailer zum Film.
Fazit:
"Die Frauen von Stepford" bietet einen nicht unbedeutenden Teil Sozialkritik, der mit zunehmender Spieldauer immer mehr durch eine unheimliche Spannung übertönt wird. Er bietet gruselige Unterhaltung, die auch heute nichts an Reiz verloren hat. Gruselig ist allerdings auch das Bild, das vor allem durch starkes Rauschen negativ auffällt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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110:04 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Das Leben in Stepford
- Trailer
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Die Frauen von Stepford
The Stepford Wives
Ein Traum für jeden Macho, ein Alptraum für den Rest der Männerwelt
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1974 Regie: Bryan Forbes Drehbuch: William Goldman (nach dem Roman von Ira Levin) Darsteller: Katharine Ross, Paula Prentiss, Peter Masterson, Nanette Newman, Tina Louise, Carol Rossen, Patrick O'Neal
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 06.01.2005
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