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DVD-Besprechung - Freeze Frame
Story:
Sean Veil (Lee Evans) leider unter einer speziellen Form von Paranoia. Er lebt mit der ständigen Angst, dass man ihm irrtümlicherweise oder auf Grund einer Ähnlichkeit mit einem Täter einen Mord anhängen und ihn hinter Gittern bringen will. Um sich davor zu schützen hat er sich seine eigene Welt der totalen Überwachung geschaffen, in der er sich selbst lückenlos auf Videoband festhält. Grund für den Wahn ist eine Anklage aus der Vergangenheit, in der man ihn des bestialischen Mordes an einer Frau und ihrer zwei Kinder beschuldigte, welche aber aus Mangel an Beweisen fallengelassen wurde. Eines Tages gerät Sean erneut in den Verdacht, einen Mord begangen zu haben und die Aufnahmen von dem Zeitpunkt, an dem die Tat geschah, fehlen. Die lückenlos protokollierte Welt bricht immer mehr zusammen und der schlimmste Alptraum scheint wahr zu werden.
Meinung zum Film:
Filme mit der totalen Überwachung hat es schon immer gegeben und bereits George Orwell wusste in seinem 1948 entstandenen Roman "1984" darüber zu berichten. Doch was Regisseur und Drehbuchautor John Simpson in seinem Spielfilmdebüt zeigt, ist ein ganz anderer Ansatz an diese Thematik, die zum ersten Mal Panik in einem Menschen aufkommen lässt, wenn er nicht von Kameras auf Schritt und Tritt verfolgt wird. Selbst wenn dieser Gedanke auf den ersten Blick vielleicht etwas aberwitziges an sich haben mag, ist selbst für ein kleines Schmunzeln zu diesem Verfolgungswahn kein Platz. Von der ersten Sekunde an herrscht ein Gefühl der Beklemmung, das sich über die gesamte Spieldauer nicht mehr legt.
Erreicht wird dieses vor allem dadurch, dass man das Geschehen immer wieder aus ständig wechselnden Perspektiven sieht, die zu einem großen Teil aus den reichhaltig platzierten Überwachungskameras Veils stammen. In Verbindung mit den ständigen Selbstgesprächen, die der psychisch gestörte Protagonist führt, ist man recht schnell in seinem Wahn mitgefangen und fiebert mit ihm mit. Die beklemmende Atmosphäre und das bemitleidenswerte Dasein kommen packend herüber und so weit es bei dem Thema möglich ist, erscheint es auch lebensecht und nicht gekünstelt. Grund hierfür ist die Leistung von Lee Evans ("Das Medaillon"), der sehr gut und sensibel die Krankheit darzustellen vermag. Nach dem Auseinanderbrechen von Veils Überwachungszustand bringt er auch die gefährlichen und aggressiven Wesenzüge sehr gut herüber. So und nicht anders stellt man sich einen von starkem Verfolgungswahn geplagten Menschen vor, dessen schlimmste Befürchtung wahr wird.
Sehr zum Gelingen des Filmes trägt ohne Zweifel auch die kühle Optik bei, die wenig Platz für bunte Farben und lichterfüllte Bilder lässt. Es ist eine klaustrophobische Enge zu spüren, wie man sie aus Filmen wie "Cube" kennt und die alleine schon für das passende Ambiente und ein Unwohlgefühl sorgt. Inhaltlich baut "Freeze Frame" langsam eine spannende Geschichte auf, bei der man nicht so recht weiß, was nun wirklich vor sich ging und geht. Die zu Beginn vorherrschende Länge in der Story wird durch die Atmosphäre aufgefangen, während mit dem Beginn des 2. Drittels ein kafkaesker Alptraum losbricht, wie er beklemmender kaum ausfallen könnte. Man ist hin- und her gerissen, Veil zu bemitleiden oder ihn zu verdammen. Die Auflösung des Geschehens wirkt dann ein wenig enttäuschend im Vergleich zu dem Rest. Zum einen weil es doch sehr konstruiert wirkt, zum anderen weil gerade hier die Atmosphäre ein wenig verloren geht. Sicherlich kein schlechter Ausgang, aber im Vergleich zum Rest nur durchschnittlich.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt farblos mit einem hohen Anteil an Grün- und Blautönen, was aber sicherlich ein gewollter Effekt des Regisseurs war um dadurch die beklemmende Atmosphäre um Sean Veil herum zu unterstützen. In den Belangen Bildschärfe, Details und Kontrast erreicht es gute Werte und bietet keinen Grund zum Klagen. Der deutsche Ton liegt in sehr gut verständlichem dts und Dolby Digital 5.1 vor, erzeugt aber meist nur über die Musik ein Räumlichkeitsgefühl.
Das Bonusmaterial fällt etwas spärlich aus. Neben einem kurzen Blick hinter die Kulissen, mit Vorbereitungen zum Dreh, dem Trailer zum Film in Deutsch und Englisch sowie Biografien gibt es hier nichts zu finden. Das passt nicht so recht zu der sehr schönen Steelbook-Verpackung, wie man sie bereits bei "Leon - Der Profi" als blickfangende Dreingabe bekommen hat.
Fazit:
"Freeze Frame" ist ein mit sehr beklemmender Atmosphäre daherkommender Psycho-Thriller in bester Kafka-Manier, der mit einer durchdachten, kühlen Optik und einer mysteriösen Story spannend zu unterhalten weiß. Das quasi nicht vorhandene Bonusmaterial wird durch die schicke Steelbook-Verpackung bestens ausgeglichen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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95:31 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Behind the Scenes
- Trailer
- Biografien
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Freeze Frame
Freeze Frame
Ein Verfolgungswahn-Alptraum, wie ihn Franz Kafka nicht besser hätte erdenken können
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Irland / UK, 2004 Regie: John Simpson Drehbuch: John Simpson Darsteller: Lee Evans, Sean McGinley, Ian McNeice, Colin Salmon, Rachael Stirling
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 05.01.2006
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