 |
DVD-Besprechung - Frühstück bei Tiffany (Anniversary Edition)
Story:
Holly Golightly (Audrey Hepburn) genießt das Leben in vollen Zügen. Ihr Leben besteht nur aus Partys, zu denen sie sich von ihren zahlreichen Verehrern einladen lässt. Als sie eines Tages ihren neuen Nachbarn, den immer noch vom Ruhm seines einzigen Erfolgsromans zehrenden Schriftsteller Paul Varjak (George Peppard) kennen lernt, findet sie in ihm den guten Freund, den sie schon lange in ihrem Leben vermisst hat. Doch Paul verliebt sich in die nicht immer ganz einfache junge Frau, was die Beziehung zwischen den beiden nicht immer ganz leicht macht. Vor allem in dem Moment, als Holly beschließt, sich nicht mehr jeden Tag von einem anderen Verehrer ausführen zu lassen, sondern einen Millionär zu suchen, der sie ehelicht und ihr ein Leben in Saus und Braus finanziert.
Meinung zum Film:
"Frühstück bei Tiffanys" gehört ohne jeden Zweifel zu den berühmtesten Filmen der Geschichte und stellt zusammen mit den "Pink Panther"-Filmen ein Vermächtnis von Blake Edwards für Hollywood dar, von dem sich viele Kollegen nur einen Teil ihrer Bedeutung wünschen würden. Seine feinfühliger Blick auf die Schattenseite der partyfreudigen High Society Manhattans lebt ohne jeden Zweifel von der Ausstrahlungskraft Audrey Hepburns ("Ein Herz und eine Krone"), welche die zu Beginn im Grunde alles andere als sympathische Holly Golightly gleich in die Herzen des Publikums platziert. Durch ihre Mimik und Gestik überspielt sie zauberhaft die ganzen schlechten Merkmale der kettenrauchenden, stets mit einem Glas Alkohol versehenen und von üblen Stimmungsschwankungen geprägten jungen Frau, die sich ihren Lebensunterhalt dadurch finanziert, dass sie Männer zu Partys begleitet und sich ab und an dafür 50 $ zustecken lässt.
Es ist sicherlich kein Wunder, dass sich die Produzenten anfangs nicht ganz sicher waren, ob Audrey Hepburn den Part der Holly Golighlty überhaupt spielen würde, da das Publikum sie in der Rolle des durchweg liebenswerten Sweethearts kennen und lieben gelernt hatte und diese Rolle doch einige Schattenseiten mit sich brachte. Zur Überraschung der Meisten sagte sie jedoch zu und es ist zu einem großen Teil ihr zu verdanken, dass der Film so gut funktioniert. Sie schafft problemlos den Spagat zwischen der verletzlichen, der oberflächlichen, der enttäuschten und der liebenswerten Seite ihre Filmfigur hinzubekommen. Selbst in den Momenten, wo sie alles andere als liebenswert erscheint, verliert sie nie die Sympathien der Zuschauer. Wenn sie im Verlauf des Films immer mehr die verletzliche Seite Hollys herausstellt, ist ihre Leistung nur noch umso besser, da sie sich dann in ihrem wahren Element befindet. Ihr ist es unter anderem zu verdanken, dass der Film so viele Momente besitzt, die voller Magie stecken.
George Peppard ("Das A-Team") in der Rolle ihres besten Freundes ist alles andere als zu beneiden. Geduldvoll erträgt er Hollys Stimmungsschwankungen und unternimmt alles, um ihr in ihrem Leben zu helfen. Die beiden Hauptdarsteller erscheinen wie ein harmonisches Paar auf dem Bildschirm und es dürfte niemanden geben, der ihnen kein Happy End wünscht. Ebenfalls nicht zu beneiden ist Mickey Rooney ("Erik, der Wikinger") in der Rolle des japanischen Nachbars, der ständig aus dem Bett geklingelt wird, weil Holly keinen Haustürschlüssel mehr hat, und vom Krach der Partys in ihrer Wohnung nicht zum Schlafen kommt. So witzig die Szenen an sich auch sein mögen, passen sie nicht so recht in den Film, weil sie im gesamten Kontext betrachtet zu albern erscheinen. Aber am Ende ist dies nur ein kleiner Schönheitsfleck bei einer ansonsten durchweg gelungenen Gesellschaftssatire, welche die Oberflächlichkeit der Partygesellschaft Manhattans und ihre tiefe Verletzlichkeit sehr gut zum Ausdruck bringt. Wenn irgendjemand noch einen letzten Grund benötigt, um den Film als einen der ganz großen Klassiker anzuerkennen, sei abschließend noch auf den zeitlosen Titelsong von Henry Mancini ("Pink Panther") hingewiesen, der für seinen "Moon River" den Oscar für den besten Filmsong erhielt und dadurch ein weiteres Stück Filmkulturgeschichte schrieb, das auch heute noch seine Faszination besitzt und auch heute noch immer wieder gerne in Filmen zum Einsatz kommt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kommt in herrlichen Farbe, für das Alter sehr guten Konturen und ohne erkennbare Fehler daher. Der deutsche Ton in Dolby Digital 1.0 ist leider nicht ganz so gut, klingt blechern und ein klein wenig verrauscht. Der englische Ton in Dolby Digital 5.1 ist weitaus besser anzuhören.
Bonusmaterial ist einiges auf der Disk vorhanden. Wer möchte, kann einen begleitenden Audiokommentar des Produzenten während des Films einschalten, bei dem man einiges über die Entstehung des Films und den daran beteiligten Künstlern erfahren kann. Weitere Infos erhält man im rund 15-minütigen Making Of, wo noch einmal einige der am Film Beteiligten, u.a. auch Regisseur Blake Edwards, sich zu verschiedenen Dingen der Produktion äußern. Es folgt ein Beitrag über Audrey Hepburn, bei dem versucht wird zu ergründen, wie die Schauspielerin zu einer der am meist gefragtesten und in den meisten Augen höchst sexy angesehenen Darstellerinnen ihrer Zeit wurde. Nach Ansicht vieler Kenner war sie mit ihrer zu dünnen, flachbrüstigen und mit viel zu großen Füßen versehenen Figur alles andere als das Idealbild einer Frau aus damaliger Sicht. Es folgen noch ein Bericht über Tiffany's, ein Brief, den Audrey Hepburn anlässlich eines Tiffany's-Jubiläum schrieb und der Trailer zum Film. Sämtliche Beiträge sind zum besseren Verständnis mit optionalen deutschen Untertiteln versehen.
Fazit:
"Frühstück bei Tiffany" ist einer der ganz großen Klassiker der Filmgeschichte mit einer überragenden Audrey Hepburn in der Hauptrolle. Neben einem komödiantisch-ernsten Blick auf das gefühlsarme und voller gebrochener Seelen steckenden Leben von Manhattans Partygesellschaft gibt es noch den träumerischen Titelsong-Klassiker "Moon River". Was will man mehr.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
110:08 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 1.0 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Holländisch, Isländisch, Norwegisch, Polnisch, Rumänisch, Schwedisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar von Produzent Richard Shepherd
- Das Making Of eines Klassikers
- Typisch Audrey! Ein neuer Stil
- Der Glanz einer blauen Schachtel
- Audreys Brief an Tiffany
- Kinotrailer
|
|  |
Frühstück bei Tiffany
Breakfast at Tiffany's
Audrey Hepburn und Moon River - ein unschlagbares Duo
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1961 Regie: Blake Edwards Drehbuch: George Axelrod (nach der Novelle von Truman Capote) Darsteller: Audrey Hepburn, George Peppard, Mickey Rooney, Patricia Neal, Martin Balsam, José Luis de Villalonga
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 04.05.2006
|