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DVD-Besprechung - Ich bin die Andere

Story:
Robert Fabry (August Diehl) lernt in einem Hotel eine Frau namens Carlotta (Katja Riemann) kennen. Die beiden verbringen zusammen eine leidenschaftliche Nacht. Am nächsten Tag begegnet er der Frau wieder, die sich aber jetzt als Dr. Carolin Winter präsentiert und ihn in einer Anwaltskanzlei betreut und scheinbar keine Erinnerung an die letzte Nacht hat. Robert denkt, dass sie ein Spiel mit ihm spielt und will mit ihr am selben Abend Sex auf der Strasse haben, doch Carolin weigert sich und sie entkommt nur knapp einer Vergewaltigung. Was steckt hinter dieser Frau?

Meinung zum Film:
Hollywood, aber auch der deutsche Film, ist auf der Suche nach neuen und unverbrauchten Stoffen. Oft wird man heute bei Computerspielen, Comics aber auch und vor allem bei Bestsellern fündig. Das ist ja auch kein Wunder, denn Romane gibt es im Gegensatz zu Filmen wie Sand am Meer. Wenn nun ein Grimme-Preisträger wie Peter Märthesheimer einen neuen Roman schreibt, dann wird die Literaturwelt aufhorchen. Wenn dann dieser auch noch von einer international ausgezeichneten Regisseurin wie Margarethe von Trotta ("Rosenstrasse") inszeniert wird, dann sollte eigentlich ein guter Film entstehen. Und wenn auch noch eine Spitzendarstellerin wie Katja Riemann, die schon einmal unter der Regie von Margarethe von Trotta in "Rosenstrasse" spielte, für den Film engagiert wird, dann muss das Ganze doch wirklich gut werden.

So könnte man es meinen. Gute Voraussetzungen sind aber schon lange nicht immer auch eine Garantie für einen guten Film. Im Falle von "Ich bin die Andere" wird sich wohl jeder herzlich langweilen. Über eine Stunde benötigt der Film, um zumindest etwas Fahrt aufzunehmen. Bis dahin werden aber noch nicht einmal die Personen richtig charakterisiert. Man erfährt so gut wie nichts über sie und so bleiben sie dem Zuschauer komplett fremd. Sicher ist die Geschichte an sich durchaus interessant. Eine Frau, die offensichtlich eine Persönlichkeitsstörung mit sich herumträgt, das ist eher selten zu sehen. Und man hätte hier sehr viel draus machen können, ja müssen. Von Trotta verliert sich allzu sehr in den verschiedenen Persönlichkeiten von Carolin Winter, aber kann den Kern der ganzen Geschichte nicht richtig inszenieren.

Da hilft es auch nicht, wenn Katja Riemann durchaus eine gute schauspielerische Leistung abliefert und die verschiedenen Persönlichkeiten, die in Carolin Winter stecken, sehr gut darstellt. Sie bleibt dabei durch die langweilige Inszenierung ein Sturm im Wasserglas und vergeudet ihr Talent ganz umsonst. Armin Müller-Stahl ("Die Manns - Ein Jahrhundertroman") kann auch nichts herausreißen, dafür bleiben ihm zu wenige Szenen, in denen er seinem Charakter keine Tiefe verleihen kann. Bleibt nur noch August Diehl ("Kabale und Liebe"), dem man aber seine emotionale Verwirrung, die dieser Charakter eigentlich haben sollte, nicht wirklich abnimmt. Als Liebhaber ist er eigentlich eher ein Ausfall.

Digitale Aufarbeitung:
Der Kontrast wurde nicht ideal gewählt, das Schwarz ist etwas zu hell. Der Rest des Bildes ist aber in Ordnung. Die Farben sind kräftig, aber wie im Film gewünscht. Der Ton liegt in Dolby Digital 5.1 und in dts und ausschließlich in Deutsch vor. Man hätte darauf aber auch verzichten können, da die seitlichen und hinteren Lautsprecher so gut wie nichts zu tun bekommen.

Das Bonusmaterial ist umfangreich. Ein ca. 20-minütiges Making Of, das immerhin mehr Aufklärung über die Hintergründe Films bringt, als der Film selber, dazu ein Kinotrailer. Die Cast & Crew-Infos liegen als Texttafeln vor. Dazu gibt es Interviews mit Katja Riemann, Robert Fabry, Margarethe von Trotta, Armin Müller-Stahl und Markus Zimmer, den Produzenten des Films. Die Produktionsnotizen sind ebenfalls Texttafeln. Dazu gibt es noch eine Fotogalerie und einen DVD-Rom Teil, der aber nur zur Website von Concorde weiterleitet.

Fazit:
Man sollte sich "Ich bin die Andere" besser ersparen. Lustige 100 Minuten kann man mit Sicherheit erleben, aber ganz sicher nicht mit diesem Film, der langweilig inszeniert ist und auch nicht durch die gute schauspielerische Leistung von Katja Riemann herausgerissen werden kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
2,35:1
2,35:1
99:58 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Kinotrailer
  • Cast & Crew Infos & Interviews
  • Produktionsnotizen
  • Fotogalerie
  • DVD-Rom Part
  • Making Of  
Ich bin die Andere - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Ich bin die Andere
Ich bin die Andere

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Da wird einem ganz anders


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2006
Regie:
Margarethe von Trotta
Drehbuch:
Pea Fröhlich, Peter Märthesheimer
Darsteller:
Armin Mueller-Stahl, August Diehl, Barbara Auer, Bernadette Herwagen, Dieter Laser, Karin Dor, Katja Riemann, Peter Lerchbaumer

Label Deutschland :
Concorde Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
09.05.2007