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DVD-Besprechung - Home of the Brave

Story:
Ein Trupp Soldaten hat seine Zeit im Irak eigentlich schon herum gebracht und soll bald abgezogen werden. Auf einer letzten Mission sollen sie einem Krankenhaus notwendige Apparate zuführen. Doch die humanitäre Mission gerät in einen Hinterhalt und einige der Soldaten kommen uns Leben, andere werden physisch verletzt, wieder andere psychisch. Einige kommen nach Monaten nach Hause, ein paar andere wiederum sofort, aber sie alle haben mit den Folgen des Krieges zu kämpfen. Werden sie damit klar kommen oder werden sie daran zerbrechen?

Meinung zum Film:
Hätte man vor wenigen Jahren ein Projekt vorgeschlagen, das die hässliche Seite des Kriegs im Irak zeigen sollte, wäre man wohl zumindest in den USA genauso abschätzig angesehen worden, wie zu Zeiten des Höhepunktes des Krieges in Vietnam. Zu stark war die Unterstützung in der Bevölkerung, doch sie ist ganz wie bei Vietnam mit der Zeit gebröckelt und laut den aktuellen Umfragewerten ist sie nicht mehr weit von den Werten Ende der Siebziger entfernt. Auch Präsident Bush ist auf dem Tiefpunkt seiner Popularität. Der Hauptgrund dürfte hier auch im Krieg im Irak zu suchen sein. Hollywood hat die Zeichen der Zeit erkannt und produziert nun wieder Antikriegsfilme. Auch "Home Of The Brave" gehört zu diesem Genre, genau wie der Klassiker "Apocalypse Now".

Oscar-Gewinner Irwin Winkler ("At First Sight") hat sich daran gewagt, das Thema zu bearbeiten, bei dem schon einige Regisseure versagt haben. Er zeigt zum einen in einem Häuserkampf die hässliche Seite des Krieges, aber auch die Nachwirkungen und damit die eigentliche Problematik, mit der sich kaum jemand beschäftigt. Wie ergeht es ehemaligen Soldaten, die schreckliches gesehen haben, wenn sie wieder nach Hause kommen? Wie gehen sie damit um, wenn überhaupt? In weiten Teilen des Films gelingt dem Regisseur diese Nachfrage sehr gut. Es werden insgesamt drei Einzelschicksale herausgegriffen, das eines Arztes, das einer Lehrerin und das eines jungen Mannes, der seine Bestimmung noch nicht gefunden hat. Diese Konzentration auf drei bestimmte Personen, die in derselben Stadt wohnen und doch nicht miteinander über die Probleme reden können, ist eine gute Entscheidung gewesen. Und die Geschichte, die sich daraus entspinnt zeigt auch, dass gleiche Erlebnisse nicht unbedingt Vertrauen zueinander schaffen. Das ist alles gut herausgearbeitet worden. Dieses oftmals zitierte "Band Of Brothers" existiert in der Wirklichkeit dann wohl doch nicht.

Es gibt aber auch einen Wermutstropfen zu vermelden. Denn Winkler sah sich wohl dazu gezwungen, seine Helden dann doch einem Happy End entgegen zu führen und damit torpediert er viel von dem, was er auf ausgezeichnete Art und Weise im Laufe des Films aufgebaut hat. Ein anderes, ein bittereres und damit realistischeres Ende wäre sicher angebrachter gewesen. Dennoch ist der Film ein Beispiel dafür, wie durch geschickte Schauspielerführung und deren Willen dazu, ihre Rollen mit Gefühlen auszustatten, ein guter Film entstehen kann. Samuel L. Jackson ("Shaft"), Jessica Biel ("Stealth") und Newcomer Brian Presley ("End Game") zeigen die gesamte Bandbreite der Gefühle. Deren Spiel ist es, die den Film zu etwas Besonderem macht und über das zu positive Ende hinweg tröstet. Daneben haben auch Christina Ricci ("The Gathering") und 50 Cent ("Get Rich or Die Tryin'") bemerkenswerte Kurzauftritte, wobei Letzterer hier zum ersten Mal eine echte Rolle spielen musste und es ist ihm erstaunlicherweise gut gelungen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild sieht brillant aus. Farben, Kontrast und alle anderen Bereich des Bildes wurden sehr gut ausbalanciert. Der Ton kommt machtvoll daher. Die Kampfszenen lassen dem Zuschauer die Kugeln um die Ohren fliegen und der Bass schlägt bei den Explosionen erbarmungslos zu. Bestes Kinofeeling ist garantiert und das sowohl bei dts in Deutsch als auch bei Dolby Digital 5.1 in Deutsch und Englisch.

Das Bonusmaterial ist nicht gerade üppig. Zwei Trailer, dazu ein ungefähr 10-minütiges Making Of stehen auf der Filmseite. Hinzu kommen noch Künstlerportraits in Form von Texttafeln zu Samuel L. Jackson, Jessica Biel, Brian Presley, Curtis Jackson, Christina Ricci und Regisseur Irwin Winkler.

Fazit:
Irwin Winkler hat sich mit "Home Of The Brave" sichtlich Mühe gegeben, einen authentischen Film über die Folgen eines Krieges zu drehen. Alleine das Ende bleibt etwas zu zuckersüß. Das wird aber durch die glänzend aufgelegten Darsteller aufgewogen. Hier sollte man einmal reinschauen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
102:11 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Deutsche Kinotrailer
  • Originaltrailer
  • Making Of "Home Of The Brave"
  • Darstellerprofile von Samuel L. Jackson, Jessica Biel, Brian Presley, Curtis Jackson, Christina Ricci und Regisseur Irwin Winkler
Home of the Brave - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Home Of The Brave - Der Wahre Kampf beginnt zuhause!
Home Of The Brave

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Der Krieg hinterlässt Wunden


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Irwin Winkler
Drehbuch:
Irwin Winkler, Mark Friedman
Darsteller:
Brian Presley, Chad Michael Murray, Christina Ricci, Curtis Jackson, Jeffrey Nordling, Jessica Biel, Joyce M. Cameron, Samuel L. Jackson, Victoria Rowell, Wes Deitrick

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
02.08.2007