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DVD-Besprechung - Glastonbury - The Mud. The Music. The Madness.

Story:
Glastonbury ist das größte Musikfestival in Großbritannien und seit mittlerweile 37 Jahren eine Institution. Julien Temple zeichnet den Weg dieses Festivals vom Beginn der Siebziger in die Neuzeit nach und zeigt, was es zu dem gemacht hat, was es heute ist und wie es sich mit der Zeit verändert hat. Daneben gibt es zahlreiche Auftritte der Bands zu bewundern.

Meinung zum Film:
Alle Welt spricht von Woodstock und das, obwohl dieses Festival nur einmal stattgefunden hat. Glastonbury hingegen ist zumindest außerhalb Großbritanniens nicht so vielen Menschen ein Begriff. Dabei wurde dieses Festival bereits 1970 zum ersten Mal veranstaltet und findet seitdem jedes Jahr statt. Doch eigentlich hat dieses Festival noch ganz andere Wurzeln, denn Glastonbury ist ein Ort mit einer langen Vergangenheit. Hier war schon zu Urzeiten eine Pilgerstätte angesiedelt. Es geht die Legende um, dass selbst Jesus Christus hier einmal zugegen war, wenn auch lange vor der Zeit, durch die er berühmt und zum Gründer einer Weltreligion wurde. Und vielleicht ist es auch kein Zufall, dass ausgerechnet ein Bauer auf die Idee kam, ein Festival zu veranstalten, das sich an Woodstock anlehnen sollte. Michael Eavis ist lange kein einfacher Bauer mehr, war es wohl damals auch nie. Inzwischen ist er vermutlich der erfolgreichste Festival-Organisator der Welt.

Dabei hatte er es gar nicht so leicht. Der Film zeigt auf eindrucksvolle Weise, gegen welche Schwierigkeiten sich Eavis durchsetzen musste. Die größten Probleme machte die Gemeinde von Glastonbury, die Vorschriften über Vorschriften aufstellte und den Macher auch etliche Male vor Gericht zerrte, weil er die vorgeschriebenen Zuschauerzahlen immer wieder deutlich überzog. Doch wie auch Eavis in diesem Film sagt: "Wie kann man den Erfolg aufhalten?" Doch das Festival veränderte sich auch mit der Zeit. War es anfangs ein offenes Feld ohne Begrenzungen, gibt es inzwischen einen festen Zaun mit Überwachungskameras. Waren anfangs die Hippies bestimmend, ist es jetzt das "gemeine" Partyvolk. Eavis ging mit der Zeit, passte sich an, aber er gab augenscheinlich den Kern seines Traums nie auf.

Julien Temple beweist viel künstlerisches Gespür beim Aufbau des Films. Seine Dokumentation ist alles andere als linear, sie springt zwischen den Zeiten hin und her, schafft es aber dadurch besonders eindrucksvoll, die Unterschiede zwischen den Jahrzehnten herauszuarbeiten. Daneben geht er auch ausführlich auf die Konflikte und Probleme ein, die im Laufe der Zeit aufgetreten sind. Und derer gab es viele, auch mit Festivalbesuchern, die von einstigen Rebellen zu inzwischen zuverlässigen Partnern geworden sind. Hinzu kommen immer wieder Lieder, die während des Festivals aufgezeichnet wurden. Diese Gesamtmischung weiß zu überzeugen.

Digitale Aufarbeitung:
Ein abschließendes Urteil über das Bild kann nicht wirklich gefällt werden. Dazu wurde zu viel verschiedenes Material von verschiedener Qualität gemischt. Da ist Archivmaterial aus den Siebzigern, Achtzigern und Neunzigern und freilich neu gedrehtes Material. Letzteres ist in guter Qualität verarbeitet worden. Der Ton ist ebenfalls eine Mischung aus diesen Jahrzehnten und auch hier kann kein Gesamturteil abgegeben werden. Große Unterschiede zwischen dts, Dolby Digital 5.1 und Dolby Digital 2.0, die alle drei auf der DVD enthalten sind, können nicht festgestellt werden. Es gibt keine deutsche Synchronisation, so dass man sich mit deutschen Untertitel begnügen muss.

Das Bonusmaterial ist mehr als umfangreich. Zunächst einmal gibt es mit mehr als zwei Stunden alle Songs aus dem Film, sowie weitere Bonustracks, darunter auch Paul McCartney mit "Live and Let Die". Letzteres Lied ein wirklich eindrucksvoller Auftritt, wie man ihn wohl nicht so schnell wieder zu Gesicht bekommt. Dazu gibt es verschiedene Interviews mit Teilnehmern am Festival sowie Michael Eavis. Interviews mit Festivalbesuchern, Deleted Scenes und ein Kurzfilm runden das Angebot ab. Hier kommen nahezu 3 Stunden zusammen und zurecht kann die Zusatz-DVD als State Of The Art für eine Dokumentation bezeichnet werden.

Fazit:
Julien Temple schafft es mit "Glastonbury", einen Zeitraum von über 30 Jahren auf gerade einmal zwei Stunden zu komprimieren und doch ein Festival gekonnt zu beschreiben, das inzwischen zu einer Legende geworden ist. Diese Dokumentation ist insbesondere auch aufgrund des Bonusmaterials mehr als nur zu empfehlen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
132:27 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 2.0
Dolby Digital 2.0
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Live@Glastonbury
  • Interviews
  • Interviews mit Festivalbesuchern
  • Deleted Scenes
  • Freeing The Spirit Short Film  
Glastonbury - The Mud. The Music. The Madness. - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Glastonbury - The Mud. The Music. The Madness.
Glastonbury - The Mud. The Music. The Madness.

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
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Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Großbritannien, 2006
Regie:
Julien Temple
Drehbuch:
-
Darsteller:
-

Label Deutschland :
Polyband
Verkaufsstart Deutschland :
22.06.2007