 |
DVD-Besprechung - Quo Vadis?
Story:
Der Tod von Jesus Christus ist ungefähr 30 Jahre her und in Rom
herrscht Kaiser Nero (Klaus-Maria Brandauer). Dieser leidet unter
Größenwahn und will Rom in einem Flammenmeer versinken lassen, um
anschließend an seiner Stelle die Stadt Neropolis entstehen zu lassen.
In dieser unsicheren Zeit kommt der siegreiche Tribun Marcus Vinicius
(Francesco Quinn) nach Jahren im Feld nach Rom zurück. Er verliebt sich
in die Sklavin Lygia (Marie-Therese Relin), doch diese muss alsbald Rom
verlassen, denn ihre Familie muss fliehen.
Meinung zum Film:
Es sind legendäre Worte, die wohl nie bewiesen werden können. Und
dennoch soll Petrus einst Jesus nach dessen Tod begegnet sein und ihn
gefragt haben: "Quo Vadis, Domine?" (Wohin gehst Du, Herr?). Dessen
Antwort: "Venio Romam iterum crucifigi" (Nach Rom, um mich erneut
kreuzigen zu lassen). Es war die Frage von Petrus, die 1895 den
polnischen Schriftsteller Henryk Sienkiewicz zum Titel für seinen
historischen Roman inspirierte. Nach dessen Roman entstanden etliche
Verfilmungen, die einmal mehr, einmal weniger Nero in den Vordergrund
rückten. In dieser Verfilmung, die als internationale Co-Produktion an
den Start geht, steht er im Vordergrund, wenn auch nicht als der
verrückte Herrscher, wie er oft gesehen wird, sondern nur als grausamer
Mensch, der opportunistisch jede Gelegenheit wahrnimmt, um seinem
eigenen Vorteil zu dienen.
Nun ist "Quo Vadis?" in der vorliegenden Form sehr werkgetreu
und das ist positiv zu sehen. Im Prinzip kommen alle Charaktere, die
einst von Sienkiewicz erdacht wurden, zu ihrem Recht. Zudem wurde die
Miniserie hochkarätig besetzt. Klaus Maria Brandauer, der nur ein Jahr
zuvor in "Sag niemals nie" den Gegenspieler von James Bond 007 spielen
durfte, brilliert als Nero. Max von Sydow, der in demselben Film
bereits mit Brandauer zusammen gearbeitet hat, darf Petrus mimen.
Alleine diese Namen lassen den Zuschauer aufhorchen. Daneben sorgte
Frederic Forrest ("Apocalypse Now") für die weitere Abrundung des Casts
und Francesquo Quinn ("Platoon") feierte seinen Einstieg ins
Filmbusiness. Alle Darsteller, bis hin zum kleinen Komparsen, waren
sichtlich mit Herzblut bei der Sache und machen die Miniserie dadurch
trotz der Überlänge zu einem sehenswerten Erlebnis.
Die Länge indes ist in der Tat so ein Problem. Die Miniserie wirkt
stellenweise zu langatmig und das hatten wohl auch die Amerikaner so
gesehen, die bei einer Videofassung die Serie auf 120 Minuten kürzten -
auf immerhin nur noch ein Drittel der Länge. Hier nun liegen aber die
kompletten sechs Stunden vor. Und man merkt dem Film an, dass man sich
sichtlich Mühe bei der Ausstattung gegeben hat. Die Kostüme, die
Kulissen sind sehr glaubwürdig und lassen nur selten das Gefühl eines
Studios aufkommen. Rein filmisch gesehen ist die Miniserie zwar keine
innovative Offenbarung, aber sie wurde solide umgesetzt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt etwas blass, das ist aber wohl so gewollt gewesen.
Ansonsten ist das Bild für das Alter von über 20 Jahren in einem sehr
guten Zustand und weist nur wenige Störungen und Kratzer auf. Auffällig
ist höchstens eine etwas zu starke Komprimierung, die sich bei
einheitlichen Flächen in leichten Artefakten zeigt. Der Ton liegt in
Englisch und Deutsch in Dolby Digital 2.0 vor, wobei die deutsche
Tonversion deutlich dynamischer wirkt. Allerdings hat man sich bei der
deutschen Sprachversion nicht immer für ganz passende Stimmen
entschieden, die zudem noch ein wenig aufgesetzt wirken.
Den drei DVDs liegt als Bonusmaterial lediglich ein Booklet mit ein paar Hintergrundinformationen bei.
Fazit:
Die schiere Werktreue spricht für diese Verfilmung von "Quo Vadis?".
Allerdings krankt die Miniserie auch an ihrer Länge, die das Ganze sehr
langatmig werden lässt. Man sollte dich dennoch einmal einen Eindruck
davon verschaffen und sich die ungefähr sechs Stunden Material antun.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,33:1
|
6 Episoden à ca. 57 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Keine Untertitel vorhanden. |
|
Bonusmaterial:
|
- Booklet mit Hintergrundmaterial
|
|  |
Quo Vadis?
Quo Vadis?
Wohin gehst Du, Rom?
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich / Großbritannien / Italien, 1985 Regie: Franco Rossi Drehbuch: Ennio De Concini, Francesco Scardamaglia, Henryk Sienkiewicz Darsteller: Barbara de Rossi, Cristina Raines, Francesco Quinn, Frederic Forrest, Gabriele Ferzetti, Klaus Maria Brandauer, Leopoldo Trieste, Marie-Theres Relin, Massimo Girotti, Philippe Leroy
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 25.05.2007
|