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DVD-Besprechung - Pinocchio
Story:
Geppetto (Nino Manfredi) ist ein armer Tischlermeister, der kaum sich
selbst versorgen kann. Um nicht mehr so einsam zu sein und bastelt er
sich eine Holzpuppe aus einem Holzscheit, der sprechen kann. In der
Nacht bekommt er Besuch von eineer Fee (Gina Lollobrigida), die die
Puppe in einen echten Jungen verwandelt. Pinocchio (Andrea Ballestri),
wie er genannt wird, bereitet seinem frischgebackenen Vater aber viel
Kummer und so muss er nach und nach erst einmal lernen, folgsam zu
sein. Denn sonst droht ihm die Rückverwandlung in einen Holzscheit.
Meinung zum Film:
Was in Deutschland die Gebrüder Grimm und in den USA Mark Twain, das
ist in Italien noch immer Carlo Collodi. Mit "Le Avventure Di
Pinocchio: Storia Di Un Burattino" (Abenteuer des Pinocchio: Geschichte
eines Hampelmanns) hat der Schriftsteller 1881 einen Klassiker der
Weltliteratur geschaffen, der zu den bekanntesten Märchen der Welt
zählt. Es ist aber auch eine phantastische Geschichte. Der Holzjunge,
der zum Jungen wird, dazu eine Fee und viele Abenteuer, das ist der
Stoff aus dem die Träume sind. Allerdings ist auch eines festzustellen:
Es gibt kaum ein Märchen, das stärkere pädagogische Absichten hat.
Pinocchio wird am Ende nur zu einem Jungen, weil er folgsam und fleißig
wird. Abenteuer sind nicht erlaubt und nur weil er sich der guten Seite
annähert, wird er zum endgültig guten Jungen. Natürlich spielt hier
sehr stark das erzieherische Bild mit rein, das in der Zeit herrschte,
zu der diese Geschichte spielt.
Es kommt sicher nicht von ungefähr, dass bereits 1911 die
erste Verfilmung von Pinocchio im Kino zu sehen war - natürlich im
Italienischen. Und doch ist erst die TV-Verfilmung von 1972, die in
dieser Box versammelt ist, zu wirklichem Ruhm gekommen. Bei mehreren
Ausstrahlungen in Italien war diese Miniserie immer ein Straßenfeger,
was zwar durchaus auch daran gelegen haben mag, dass es zur damaligen
Zeit nicht gerade viele Alternativen zur RAI gegeben hat. Aber hier
waren sehr viele Stars der italienischen Filmszene versammelt worden.
Alleine, dass Nino Manfredi, einer der profiliertesten italienischen
Schauspieler, der sowohl im Film, als auch auf der Bühne zahlreiche
Erfolge wie "Trastevere" feiern konnte, ließ jeden aufhorchen. Dass
dann auch noch Gina Lollobrigida ("Der Glöckner von Notre Dame") die
Hauptrolle als gute Fee übernahm, muss eingeschlagen haben wie eine
Bombe. Die Lollobrigida war damals schon ein Super-Star und
repräsentierte wie kaum jemand Anderes Italien in der Welt, wenn man
einmal von Sophia Loren absieht. Die Star-Power wäre umsonst gewesen,
wenn diese Darsteller nicht auch ihr Bestes gegeben hätten, wobei aber
auch und vor allem Andreas Balestri ("Die Rache des Sizilianers") zu
überzeugen weiß. Auch er ein Kinderstar aus Italien, der den Sprung in
den Beruf schlussendlich nicht schaffen und erst wieder im Jahr 2000
einen Film drehen sollte.
Die TV-Verfilmung ist in der Tat eine der besten Verfilmungen,
selbst wenn man heutige Maßstäbe anlegt. Sehr viele Szenen wurden mit
Handkameras gedreht, für die damalige Zeit eine Innovation. Andere
Szenen wiederum stehen im Zeichen dessen, wie zur damaligen Zeit in
Italien Filme gemacht wurden. Regisseur Luigi Comencini ("Der Kater
lässt das Mausen nicht") zeigt sich stark von Sergio Leone ("Es war
einmal in Amerika") beeinflusst. Daneben sieht die Ausstattung sehr gut
aus und entführt den Zuschauer in die Welt, wie sie vor dem
Jahrhundertwechsel ins 20. Jahrhundert Realität war. Insgesamt ist die
gesamte Szenerie zeitlos und wenn man eine werkstreue
Pinocchio-Verfilmung aus Italien sehen möchte, dann sollte man um den
Film von Roberto Benigni von 2002 einen großen Bogen machen und sich
diese TV-Verfilmung ansehen.
Digitale Aufarbeitung:
Immerhin ist das Material schon etliche Jahre alt und dafür ist es sehr
gut in Schuss, oder wurde eben sehr gut restauriert. Die DVD
präsentiert ein lebendiges und farbenfrohes Bild mit wenigen bis gar
keinen Störungen. Der Ton kommt in Dolby Digital 2.0 in Deutsch und
Italienisch daher, wobei die italienische Tonspur ein Stück
authentischer ist. Die deutschen Stimmen wirken etwas aufgesetzt.
Als Special Feature liegt den drei DVDs ein ausführliches Booklet mit zahlreichen Hintergrundinformationen bei.
Fazit:
Diese "Pinocchio"-Verfilmung sollte man sich nicht entgehen lassen. Sie
ist vermutlich selbst nach über 30 Jahren noch immer die beste
Verfilmung dieses klassischen Märchens.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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6 Episoden à ca. 55 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Booklet mit Hintergrundinformationen
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Pinocchio
Le avventure di Pinocchio
Ein Klassiker in einer klassischen Verpackung
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien, 1972 Regie: Luigi Comencini Drehbuch: Suso Cecchi d'Amico, Carlo Collodi, Luigi Comencini Darsteller: Andrea Balestri, Ciccio Ingrassia, Franco Franchi, Jacques Herlin, Lionel Stander, Mario Adorf, Mario Scaccia, Nino Manfredi, Ugo D'Alessio, Zoe Incrocci
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 25.05.2007
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 25.05.2007
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