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DVD-Besprechung - Im Fadenkreuz des Mossad
Story:
Der Mossad ist neben der CIA der bestausgerüstete und vermutlich auch
der erfolgreichste Geheimdienst der Welt. Der Film zeigt drei der
wichtigsten Operationen, die von diesem Geheimdienst vorbereitet und
ausgeführt worden sind: Die Rache für den Anschlag bei den olympischen
Spielen 1972 in München, das Unternehmen Entebbe, das zahlreiche
Flugzeug-Passagiere aus den Händen palästinensischer Terroristen
befreite, sowie der Angriff auf einen Forschungsreaktor des Irak, um
den Bau einer Atombombe zu verhindern.
Meinung zum Film:
Israel, und das steht außer Frage, ist ein Staat in einem sehr
gefährlichen Teil unserer Welt. Das liegt mit Sicherheit auch daran,
dass die Gründung und die Festigung der Position im Nahen Osten
zahlreiche Interessen arabischer Staaten berührte bzw. zerstörte. Seit
dem Sechstagekrieg, der weite Teile Palästinas unter die Kontrolle
Israels brachte, lebt deren Bevölkerung unter Bedingungen, die gelinde
gesagt schwierig sind. Und während die Frage erlaubt sein muss, ob die
zahlreichen kriegerischen Vorgänge, die auch von Israel initiiert
wurden, einen großen Anteil an der Ursache für die terroristischen Akte
der Palästinenser hatten, so ist doch ganz klar auch zu sagen, dass
Terrorismus nicht das richtige Mittel zur Aussöhnung ist. Nun hat sich
das Leben in Israel immerhin etwas gebessert und der Terrorismus ist
deutlich zurückgegangen, wenn man ihn einmal mit den Aktionen speziell
in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts vergleicht. Das könnte
auch daran liegen, dass der Mossad bewiesen hat, wie stark und
zuverlässig er dazu in der Lage ist, zurück zu schlagen. Ist also die
vermeintliche Situation der Ruhe "nur" auf eine Art Waffenstillstand
zurückzuführen?
Während der Anschlag von München 1972 sicher noch im
kollektiven Gedächtnis auch der Deutschen ist, so ist schon die
Entführung eines Air-France-Fluges ins ugandische Entebbe kaum noch in
der Erinnerung geblieben. Und der Angriff Israels auf den irakischen
Atomreaktor dürfte auch nicht mehr so vielen Menschen bekannt sein.
Auch die Racheaktionen nach dem Attentat von München sind eher im
Gedächtnis von politisch interessierten Menschen geblieben, zumal lange
Zeit der Mossad abstritt, dass er hinter den Ermordungen steckte. So
präsentiert sich dieser Film nicht nur als Blick hinter die Kulissen
eines Geheimdienstes, sondern auch als historische Aufarbeitung und
Gelegenheit, diese Ereignisse wieder ins Gedächtnis zurückzurufen oder
auch überhaupt erst zur Kenntnis zu bringen. Denn eines dürfte auch
klar sein: Die Jugend von heute ist in einer Welt aufgewachsen, in der
Terror, auch und speziell in Deutschland nicht mehr ein Thema war. Die
RAF wurde erst 1998 offiziell aufgelöst, obwohl die letzten Anschläge
der zweiten Generation der RAF schon 1982 endeten. Die Anschläge der
dritten Generation, die bis 1992 andauerten, könnten vielleicht sogar
"nur" von Geheimdiensten durchgeführt worden sein, wie ein ARD-Beitrag
in der Sendung "Monitor" nahe legt. Und so ist es ganz klar, dass wir
in einer Zeit leben, in der wir Terror in Deutschland nur noch aus dem
Fernsehen kennen und somit fast schon ein wenig ungläubig auf die
Ereignisse in den Siebzigern zurück blicken.
Die Dokumentation, die hier vorliegt, geht einen pragmatischen
Weg. Man lässt viele Zeitzeugen zu Wort kommen (darunter auch einige,
die inzwischen verstorben sind) und kann dadurch einen intimen Einblick
in die Welt des Mossad liefern. Nun lautet der Titel des Films "Im
Fadenkreuz des Mossad" und insofern ist es schon richtig, dass man hier
viele Zeitzeugen des Mossads zu Wort kommen lässt. Es ist aber im Sinne
der Neutralität nicht gut, dass eben nur die vermeintlich gute Seite
der Medaille gezeigt wird. Warum nicht auch Zeitzeugen der gegnerischen
Seite zu Wort kommen? Denn so bleibt vieles vollkommen offen, zumal ja
auch gerade bei der Operation Sphinx, bei der auf die Zerstörung des
irakischen Reaktors eingegangen wird, kritische Stimmen über das
Verhalten Frankreichs laut werden. Eine differenziertere Betrachtung
aller Ereignisse wäre hilfreich und sinnvoll gewesen. Filmisch gesehen
werden auch einige Fehler gemacht. Wenn bei Bildern aus dem Cockpit des
entführten Flugzeugs LCD-Bildschirme zu sehen sind, dann ist das ein
klarer Anachronismus. Das Gleiche gilt für Aufnahmen einiger Autos, die
es zur damaligen Zeit einfach noch nicht gab. Hier hätte man auch
sorgfältiger arbeiten können. Dadurch werden die vermeintlichen
Spielszenen stark abgewertet. Insgesamt werden dennoch zahlreiche
Fakten präsentiert und die Dokumentation ist interessant. Man sollte
sie sich aber mit der Prämisse anschauen, dass man besser auch noch
andere Quellen hinzuziehen sollte.
Digitale Aufarbeitung:
Eine korrekte Bewertung des Bildes abzugeben ist nur schwer möglich, da
hier eine bunte Mischung aus zeitgenössischem und aktuellem Material
zusammen getragen wurde. Das aktuelle Material zeigt ein harmonisches
Bild. Das zeitgenössische freilich nicht. Der Ton liegt in Deutsch und
Englisch in Dolby Digital 2.0 vor.
Bonusmaterial ist nicht enthalten.
Fazit:
Auch wenn "Im Fadenkreuz des Mossad" in weiten Teilen eine
Selbstbeweihräucherung ist und kein differenzierter Blick aus der
Sichtweise der Gegner auf das Thema geworfen wird, so ist der Film
dennoch insgesamt interessant und bietet einen tiefen Einblick in den
angeblich härtesten Geheimdienst der Welt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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142:23 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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Im Fadenkreuz des Mossad
Golda's Revenge / The Entebbe Rescue / Operation Sphinx
Israel auf Geheimdienstpfaden
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Israel / Italien, 2006 Regie: Nissim Mossek Drehbuch: Malcolm Penny Darsteller: -
Label :
Ascot Elite
Verkaufsstart : 19.04.2007
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