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DVD-Besprechung - Offset
Story:
Stefan (Felix Klare) ist seit einem Jahr in Rumänien, um eine aus
Deutschland gelieferte Offset-Druckmaschine zu installieren und zu
optimieren. Er verliebt sich in dieser Zeit in Brindusa (Alexandra
Maria Lara), die Sekretärin des Chefs, die gleichzeitig seine
Dolmetscherin ist. Sie wollen kurz vor Ende des Auftrags in Rumänien
heiraten und dann nach Deutschland ziehen. Doch Brindusas Chef Nicu
Iorga (Razvan Vasilescu), der eine kurze Affäre mit ihr hatte, hat
einiges gegen die Hochzeit einzuwenden…
Meinung zum Film:
Eine Rumänin, ein Deutscher, beide gewillt einander zu heiraten. Diese
Konstellation aus zwei Welten, die aufeinander prallen, gab es schon
einige Male in Filmen zu sehen und sie waren oft Anlass dazu gelungene
Komödien zu inszenieren. Nun beginnt auch "Offset" eher komödiantenhaft
und immer mal wieder gibt die musikalische Begleitung und die
Darstellung einiger Unterschiede zwischen den Menschen Anlass zum
Schmunzeln. Und doch ist dieser Film eigentlich keine Komödie, eher ein
Drama, obwohl man sich nicht ganz sicher ist und es wohl auch den
Filmemachern eher schwer fallen dürfte, ein bestimmtes Genre zu
bestimmen. Irgendwie ist "Offset" ein Mittelding, das sich jeder
Definition entzieht. Ob das positiv oder negativ ist, das bleibt
letztendlich dem Auge des Betrachters überlassen.
Was den humorvollen Teil anbelangt, so wird nur sehr rasch
eines klar: Dem Regisseur Didi Danquart ("Wundbrand") gelingt es nicht,
den üblichen deutschen Mief aus seinem Gedankengut zu vertreiben.
Stefans Eltern sind so typisch Deutsch, insbesondere seine Mutter, dass
man sich ernsthaft Sorgen um deutsche Familien machen müsste, wenn denn
alle Schwiegermütter so wären. Darüber hinaus gelingt es ihm auch nicht
ein wirklich gut erklärtes und informierendes Bild von Rumänien
abzuliefern. Was bleibt, ist das große Fragezeichen, warum dieser Film
nun so endet, wie er es tut und warum nicht die weitaus vernünftigere
Variante zum Einsatz gekommen ist. Speziell das Ende strotzt vor
Unlogik und selbst wenn man als Zuschauer mühsam versucht, das Negative
in der Welt zu konzentrieren, so bleibt immer noch ein ungutes Gefühl
zurück, dass man betrogen worden ist um ein Ende, das besser und
logischer hätte sein können. Dass zudem auch noch ein Großteil des
Films nur mit Untertiteln zu verstehen ist, wird auch nicht gerade zur
Freude des Zuschauers beitragen. Sicher wollte Danquardt am Ehesten
eine Geschichte über den kulturellen Umbruch in Rumänien machen, aber
davon ist schlussendlich zu wenig zu sehen.
Was den Film letztendlich doch noch vor einer wirklich
schlechten Benotung rettet, sind die Darsteller. Allen voran Alexandra
Maria Lara ("Der Untergang"),
die eine unglaublich gute Leistung abliefert und der man es absolut
abnimmt, Rumänin zu sein. Das mag sicher auch daran liegen, dass sie
aus Rumänien stammt, aber dennoch wird es auch nicht immer ganz einfach
gewesen sein, diese zweisprachige Rolle auszufüllen. Felix Klare
("Luther") bietet einen sehr guten Gegenpart, der sehr gut herüber
bringt, dass er eigentlich nur wenig von der Kultur der Rumänen hält
und dass seine Ignoranz schlussendlich zum für ihn logischen Ende
führt. Daneben gibt es einige rumänische Darsteller, die wundervoll
spielen und ihre Rollen mit einem sehr starkem Leben erfüllen. So ist
"Offset" schlussendlich ein guter Charakterfilm, dem aber der logische
Unterbau fehlt.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wurde hervorragend übertragen und zeigt eine Farbgebung, die
angesichts der negativen Umgebung und der Jahreszeit deutlich gedeckt
gehalten wurde. Das hilft dem Film an sich noch einmal ungemein.
Tonmäßig unterscheiden sich die Dolby-Digital-5.1- und die
Dolby-Digital-2.0-Tonspur nicht wirklich voneinander. Die
Surroundeffekte halten sich merklich in Grenzen.
Der etwa 13-minütige "Blick hinter die Kulissen" ist leider
nur ein kurzer Zusammenschnitt der B-Roll ohne jeden weiteren
Kommentar. Manch einer hätte sicherlich gerne mehr von der Entstehung
dieses Films erfahren, insbesondere über die Zusammenarbeit zwischen
Rumänen und Deutschen. Dies wird teilweise durch die mehr als
30-minütigen Statements der Darsteller und des Regisseurs ausgeglichen,
die ebenfalls enthalten sind. Daneben gibt es Texttafeln über Alexandra
Maria Lara, Felix Klare, Razvan Vasilescu und Bruno Cathomas, so wie
einen Trailer auf der Habenseite der Special Features.
Fazit:
"Offset" ist ein guter Charakterfilm, dem aber der logische Unterbau
fehlt und der beim Zuschauer Frustration aufkommen lassen kann ob der
Schwierigkeiten, einen Sinn hinter all dem zu sehen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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108:32 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Französisch |
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Bonusmaterial:
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- Deutscher Trailer
- Hinter den Kulissen
- Biografien zu Alexandra Maria Lara, Felix Klare, Razvan Vasilescu und Bruno Cathomas
- Statements zum Film
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Offset
Offset
Liebe auf Rumänisch
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2006 Regie: Didi Danquart Drehbuch: Didi Danquart, Christi Puiu Darsteller: Alexandra Maria Lara, Anna Stieblich, Bruno Cathomas, Felix Klare, Ioana Abur, Katharina Thalbach, Manfred Zapatka, Razvan Vasilescus, Valentin Platareanu
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 10.05.2007
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