 |
DVD-Besprechung - Blackbeard - Der wahre Fluch der Karibik
Story:
Blackbeard (James Purefoy) ist ein Name, der auf ewig mit dem "Beruf"
des Piraten verbunden sein wird. Auch wenn seine Blütezeit nur wenig
mehr als ein Jahr lang andauerte, sein Todesmut, seine Fähigkeit
strategisch vorzugehen und sein Schlachtenglück machten ihn zu einer
Legende. "Blackbeard - Der wahre Fluch der Karibik" zeigt Aufstieg und
Fall dieser Figur, der zum Vorbild für viele Hollywood-Filme werden
sollte.
Meinung zum Film:
Piraten beflügeln die Phantasie und doch gehört ihr Bild zu dem
Verklärtesten, die es in der Geschichte der Menschheit gegeben hat.
Ihnen wird eine Romantik zugedacht, die in keinster Weise begründet
werden kann. Denn das Leben als Pirat war alles, nur nicht romantisch,
sondern sehr hart und wurde zum Großteil von ehemaligen Verbrechern auf
sich genommen. Auch einige Adlige ohne Land waren darunter und doch
konnten auch diese nicht viel Glamour einbringen. Zudem endeten sehr
viele Piraten am Galgen, so dass deren Leben vor allem eines war:
Lebensgefährlich. Wie hätte man so etwas wohl anstreben wollen? Aber es
gab auch ein paar positive Seiten. So waren die Piraten die ersten
Demokraten der Neuzeit und es herrschte unter der Crew sehr viel
Gleichheit. Jeder bekam denselben Anteil von der Beute, jeder konnte
theoretisch zum Captain gewählt werden. Zu einer Zeit, als Amerika noch
Kolonie und das alte demokratische Griechenland Jahrhunderte zurück
lag, war dies ein revolutionäres Konzept.
Blackbeard, dessen Leben in diesem Film verfilmt wurde, ist
trotz seines vermeintlichen Bekanntheitsgrades doch eine Person, über
die man nicht wirklich viel weiß. Sein bürgerlicher Name bleibt
weiterhin ein Rätsel, das Geburtsdatum ist nicht gesichert und sein
Werdegang ist von vielen Fragezeichen umgeben. Da tut dieser Film gut
daran, den Teil des Lebens dieses Freibeuters zu beleuchten, der als
einigermaßen gesichert angesehen werden kann. Doch ganz authentisch ist
der Film trotz sehr viel Mühe auch nicht. So hat Blackbeard eine Weile
sogar eine Flotte aus vier Schiffen befehligt. Im Film ist dennoch
immer nur ein Schiff zu sehen. Und ob alles sich so abgespielt hat, wie
gezeigt, dürfte sicher auch im Zweifel bleiben. Auf der anderen Seite
stehen die gute Ausstattung und die historische Korrektheit der
Vorgänge auf einem Piratenschiff. Selbst bei der Flagge ist diese Mühe
zu sehen, denn man hat nicht einfach den Totenkopf genommen, sondern
eine der sehr zahlreichen Piratenflaggen mit einem Skelett auf
schwarzem Tuch.
Einiges im Film wird allerdings doch romantisiert und es
bleibt zu bezweifeln, ob wirklich eine Frau, die sich verkleidet hatte,
an Bord von Blackbeards Schiff gedient hat. Sie dient wohl eher dazu zu
zeigen, dass es eben dies auch gegeben hat. Schauspielerisch gesehen
ist "Blackbeard - Der wahr Fluch der Karibik" eher Mittelmaß zu nennen.
James Purefoy ("A Knight's Tale") ist der Einzige, der aus der Masse
herauszutreten vermag, ist aber unter dem schwarzen Bart kaum zu
erkennen. Der Rest der Darsteller bleibt weitestgehend blass. Und das
wird wohl dann auch der Grund sein, warum dieser Film, trotz aller
historischer Korrektheit, es nicht vermag, den weiterhin bestehenden
romantischen Blick auf die Piratenzeit zu durchbrechen. Ansehen sollte
man ihn sich dennoch.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist ordentlich, weist aber einige Male ein deutlich sichtbares
Rauschen auf. Die Farben wirken lebendig, der Kontrast wurde gut
gewählt. Der Ton, der in Dolby Digital 5.1 in Englisch und Deutsch
vorliegt, ist ordentlich, könnte aber mehr räumliche Tiefe haben.
Als Special Feature liegt eine Dokumentation bei, die mit
Hilfe einiger Interviews, darunter auch mit den Darstellern, Bildern
aus dem Film und weiteren Fakten, ein weiterführendes Bild über die
Piraten schafft und auch alleinstehend hätte überzeugen können.
Fazit:
"Blackbeard - Der wahr Fluch der Karibik" ist zwar ein eher mittelmäßig
besetzter Film, aber aufgrund der historischen Korrektheit und dem
beiliegenden Special Feature in Form einer Dokumentation, sollte man
sich diese DVD dennoch nicht entgehen lassen. Man lernt doch einiges
über die Piraten und wird schnell einsehen, dass deren Leben alles
andere, als romantisch war.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
97:32 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Keine Untertitel vorhanden. |
|
Bonusmaterial:
|
- Begleitdoku "Piraten der Karibik"
|
|  |
Blackbeard - Der wahre Fluch der Karibik
Blackbeard - The Real Pirate Of The Caribbean
Piraten, Karibik und Schätze
Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Großbritannien / USA, 2006 Regie: Richard Dale, Tilman Remme Drehbuch: Andrew Bampfield Darsteller: Jack Galloway, James Hillier, James Marchant, James Purefoy, Jimmy Akingbola, Mark Noble, Robert Ricards, Rupert Wickham, Simon Kunz
Label :
Polyband
Verkaufsstart : 27.04.2007
|