 |
DVD-Besprechung - Get rich or die tryin'
Story:
Das Leben von Marcus (50 Cent) ist alles andere als leicht gewesen. Nach dem frühen Tod seiner Mutter wuchs er bei seinen Großeltern in ärmlichen Verhältnissen auf und verdiente sich schon bald sein Geld als Drogendealer an der Ecke. Er geriet immer tiefer in den Drogensumpf und versorgte schon bald sein eigenes Viertel mit Stoff, ohne dabei jedoch jemals seinen großen Traum aus den Augen zu verlieren, ein angesehener Rapper zu werden.
Meinung zum Film:
Eminem hat seine Vergangenheit erfolgreich in "8 Mile" verarbeitet und nun versucht es auch Curtis "50 Cent" Jackson in "Get rich or die tryin'", was übersetzt "Werde reich oder sterbe beim Versuch" bedeutet und auch der Titel von 50 Cents erstem Album war. Diese Aussage gepaart mit der Tatsache, dass Curtis Jackson durch seine frühere Lebensweise mehrfach angeschossen wurde, stellt sicherlich eine gute Grundlage für den irischen Regisseur Jim Sheridan dar, der mit "In America" weltweit Anerkennung sammeln konnte. Doch vielleicht hätte man sich einen anderen Drehbuchautor als Terence Winter ins Boot holen sollen, da dieser eher im etwas pflegeleichteren TV-Serien-Format beheimatet ist, wo er unter anderem für "Die Sopranos" und "XENA - Die Kriegerprinzessin" geschrieben hat. Die Drehgrundlage für "Get rich or die tryin'" kann den Anforderungen an einen Spielfilm jedenfalls nicht gerecht werden, aber vielleicht liegt dies auch daran, dass sich Curtis Jackson zu viel Mitspracherecht bei dem Inhalt hat geben lassen, wodurch am Ende ein recht verwässertes Ergebnis rauskam.
Was an dem Film vor allem ein wenig enttäuschend ist, ist seine teilweise sehr holprige und schnelle Erzählweise. Es gibt immer wieder unschöne Sprünge in der Geschichte, Aktionen von Personen, die nicht nachvollziehbar sind, kommen genauso vor wie Handlungsstränge, die unnötig wirken oder nicht so recht passen wollen. Für seine rund 2 Stunden Spielzeit eröffnet der Film viel zu viel Nebenschauplätze, wodurch einiges nur kurz angerissen werden kann und die Charakterisierung dadurch oftmals gegen Null tendiert. Wichtige Personen werden eingeführt, um dann am Ende im vorbeigehen wieder abgeschoben zu werden. Meistens ist dies nur ärgerlich, zum Problem wird dies aber, wenn es um die Drogenvergangenheit von 50 Cent geht. Jugendlichen wird das Bild vermittelt, dass es als Start für die eigene Karriere okay ist, wenn man mit Drogen dealt und die Konkurrenten beim Drive-By-Shooting beseitigt. Hauptsache, man steigt früh genug aus der Sache aus und verspricht, nichts mehr damit zu tun zu haben und von nun an die Augen vor solchen Dingen zu verschließen.
Wer erwartet, etwas über den Rapper 50 Cent zu erfahren, wird von dem Film sicherlich enttäuscht sein. Es gibt keine Hits von ihm zu hören, denn das Leben vor der Musik steht klar im Vordergrund. Um Gefallen an dem oberflächlichen Streifen finden zu können, muss man schon ein wenig mit dem Künstler anfangen können. Wer von vorneherein eher skeptisch gegenüber dem selbsternannten Gangster-Rapper, der im Film aber wesentlich mehr als Softie herüber kommt, steht, wird sicherlich nur wenig Spaß mit "Get rich or die tryin'" haben. Wer etwas über die Person des Curtis Jackson sehen möchte, wird bei dem laut eigenen Aussagen zu 75% auf autobiografischen Fakten beruhenden Film ordentlich bedient. Wer ein Fan von 50 Cent ist, wird bedenkenlos zugreifen können, da der Streifen Curtis Jackson pur beinhaltet. Bei letztgenanntem Personenkreis bleibt dann allerdings zu hoffen, dass dieser die fragwürdige Moral des Filmes nicht als Leitfaden für den eigenen Lebensweg wählt. Den die meisten "die tryin'" beim Versuch, auf diesem Wege reich zu werden.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist durchschnittlich gut, lässt es stellenweise aber immer mal wieder an Kraft in den Farben vermissen und gerät zuweilen auch schon mal einen Tick zu dunkel. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist nicht immer ganz klar zu verstehen, da vor allem der Lautstärkepegel teilweise nach unten zu gehen scheint, wodurch man die Lautstärke ein wenig aufdrehen muss. Surroundtechnisch gibt es kaum nennenswertes zu vermelden.
Als Extra gibt es ein knapp halbstündiges Making Of zum Film, in dem man einen recht guten Eindruck von den Dreharbeiten bekommt und auch etwas über den Menschen Curtis Jackson erfährt.
Fazit:
"Get rich or die tryin'" ist ein seichter Film, der zum Großteil autobiografische Teile aus dem Leben von Rapper 50 Cent beinhaltet. Eine fragwürdige Moral, ein Erzähltempo in Überschallgeschwindigkeit und oberflächliche Charakterisierungen hinterlassen allerdings einen faden Beigeschmack. Trotzdem ist der Film sehenswert, solange man kein ausgesprochener 50-Cent-Hasser ist. Fans greifen blind zu.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
2,35:1
|
111:41 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Türkisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Deutsch, Englisch, Türkisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Das Portrait eines Künstlers: Das Making of von "Get rich or die tryin'"
- Trailer
|
|  |
Get rich or die tryin'
Get rich or die tryin'
Oberflächliches Portrait mit fragwürdiger Moral über den bekanntesten Nuschler seit Hans Moser
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Jim Sheridan Drehbuch: Terence Winter Darsteller: 50 Cent (Curtis Jackson), Adewale Akinnuoye-Agbaje, Joy Bryant, Omar Benson Miller, Tory Kittles, Terrence Howard, Ashley Walters, Marc John Jefferies
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 15.06.2006
|