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DVD-Besprechung - The Girl Next Door

Story:
Matthew Kidman (Emile Hirsch) ist in seiner Highschool-Zeit ein Einzelgänger und freudige Erinnerungen hat er im Grunde auch keine an diesen bisherigen Lebensabschnitt. Doch immerhin hat er es zum Vorsitzenden der Schülervertretung geschafft und sticht dadurch ein wenig aus der Masse der grauen Streber-Mäuse hervor. Sein Leben nimmt allerdings eine abrupte Kehrtwende, als er Danielle (Elisha Cuthbert), die Nichte einer Nachbarin, kennenlernt, die beiden gute Freunde werden und sich letzten Endes sogar näher kommen. Was Matthew allerdings erschreckend feststellen muss ist, dass seine neue Freundin ein bekannter Ex-Pornostar ist. Richtig zum Tragen kommt dies, als mit Kelly (Timothy Olyphant) der Produzent von Danielles Film in Matthews Leben erscheint und für mächtig Durcheinander sorgt.

Meinung zum Film:
Die Werbezeile von "The girl next door" lautet "Er hat sie nicht kommen sehen - seine Freunde dafür umso öfter!" und diese weckt natürlich eindeutige Erwartungen beim geneigten Zuschauer, die in Richtung "schlüpfrige Screwball-Komödie ganz im Stile von "American Pie" und Co." gehen. Wer den Trailer gesehen hat, wird in diesen Vermutungen noch nachhaltig unterstützt. Wer den Film dann allerdings sieht, wird seine Aussichten ein klein wenig zurückschrauben müssen, da das tatsächliche Filmvergnügen eine weitaus geringere Gagdichte und Ausrichtung zu bieten hat, als man dies durch die verschiedenen Eindrücke erwarten kann. Anstelle eines nicht endenwollenden Gagfeuerwerks bietet Regisseur Luke Greenfield ("Animal - Das Tier im Manne") eine Liebesgeschichte mit einigen netten bis guten Lachern an.

Nur ist dies ein Problem, wenn man die durch die Werbung versprochene und durch den Trailer suggerierte zotige Highschool-Komödie erwartet. Und die Mischung aus teilweise doch flachen Gags und einer Love Story mit Hindernissen will nicht so richtig zünden und wirkt oftmals auch recht unharmonisch. Da hilft auch die bezaubernde Leistung von Elisha Cuthbert ("24") nicht, um über die unpassende Themen-Verquickung hinwegzutäuschen. Denn es wirkt sehr holprig, erst in der einen Sekunde über alberne Blödeleien bei einem Porno-Event lachen zu sollen, um sich danach wieder der tragischen Liebe zu widmen. Außerdem wird die Porno-Vergangenheit Danielles, die ja als Hauptthematik überall verkauft wird, eher als Randnotiz behandelt. Sie hätte ebenso gut Verkäuferin im Walmart sein können, ohne dass dadurch der Großteil der Gags nicht mehr möglich gewesen wäre. Im Grunde spielt sie auch nur eine etwas größer angelegte Nebenrolle, denn eigentlich geht es um Matthew und seinen Wandel.

Die Drehbuchautoren David Wagner und Brent Goldberg, die zuvor auch das Script zu dem unsäglichen "Party Animal" schrieben, sowie Stuart Blumberg ("Keeping the Faith - Glauben ist alles!") wären deutlich besser beraten gewesen, sich auf eine Ausrichtung zu konzentrieren, anstatt ein Themenkompott zu mischen, das letzten Endes nur durch einzelne Szenen, nicht aber als Gesamtes betrachtet Unterhaltung zu bieten hat. Warum erst groß mit dem Thema "Meine Freundin, die Porno-Queen" geworben wird, um es dann letzten Ende doch größtenteils wieder fallen zu lassen, ist unverständlich. Potential für eine spritzige Komödie wäre allemal vorhanden gewesen und der Trailer zeigt auch sehr schön, dass es hätte funktionieren können. So wie es ist, reicht es aber allemal zu einer durchschnittlichen Teenie-Liebeskomödie, die sich kaum aus der breiten Masse hervorhebt.

Digitale Aufarbeitung:
Sieht man einmal von der vornehmen Blässe des Bildes der Schweizer DVD ab, ist es ganz gut transferiert worden. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sauber abgemischt und kann gelegentlich, vor allem bei musikalischen Einlagen, mit etwas Räumlichkeit aufwarten.

Die Extras bieten 3 Featuretten. "The Eli Experience" ist ein spaßiger Beitrag, der während der real stattfindenden Porno-Convention gedreht wurde und fast den Charakter einer versteckten Kamera-Show hat - äußerst lustig und äußerst empfehlenswert! "The Making Of - A look next door" ist ein rund 10-minütiger Beitrag mit eindeutigem Werbecharakter und "Sex Education" ist ein Blick auf alte Aufklärungsfilmchen, der recht amüsant herüber kommt. Abgerundet werden die Extras durch insgesamt 16 Deleted Scenes, wahlweise mit Kommentar des Regisseurs, Outtakes und dem Trailer. Der große Wermutstropfen bei den Extras ist allerdings, dass sämtliche Beiträge nur in englischer Sprache ohne deutsche Untertitel vorliegen.

Fazit:
Man kann es drehen und wenden wie man will - "The girl next door" ist in keiner Weise der Film, den er durch die Werbung vorgibt zu sein. Wenn man sich mit der Mischung aus Teenie-Komödie und oberflächlicher Love-Story abfinden kann, und die nicht unbedingt harmonische Themen-Mischung akzeptiert, kann man immerhin für gut 100 Minuten seicht unterhalten werden.

Technische Daten (Schweizer Version):
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,85:1
1,85:1
104:43 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Französisch
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Featurettes
  • Filmszenen
  • Deleted Scenes
  • Outtakes
The Girl Next Door - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
The girl next door
The girl next door

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Der Film kann nicht ganz halten, was die Verpackung und der Trailer versprechen


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004
Regie:
Luke Greenfield
Drehbuch:
Stuart Blumberg, David T. Wagner, Brent Goldberg
Darsteller:
Elisha Cuthbert, Emile Hirsch, James Remar, Chris Marquette, Paul Dano

Label Deutschland :
20th Century Fox Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
10.03.2005