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DVD-Besprechung - Godsend
Story:
Für Paul (Greg Kinnear) und Jessica Duncan (Rebecca Romjin-Stamos) ist es ein harter Schicksalsschlag, als ihr kleiner Sohn Adam einen Tag nach seinem 8. Geburtstag bei einem Unfall ums Leben kommt. Dem einst so strahlende Leben des jungen Paares ist mit einem Schlag ein jähes Ende gesetzt. Mitten in die noch frische Trauerphase herein meldet sich der Wissenschaftler Dr. Richard Wells (Robert de Niro), der den Trauernden ein unglaubliches Angebot macht - aus den Zellen des gerade verstorbenen Adams kann er eine Stammzelle extrahieren, die er Jessica einpflanzen kann. Als Ergebnis wird Adam ein zweites Mal geboren. Doch der 2. Adam hat ein Problem - nach seinem 8. Geburtstag wird er von beängstigenden Visionen geplagt.
Meinung zum Film:
Lange ist es her und viele können sich wahrscheinlich nur noch vage daran erinnern, als mit "Dolly" zum ersten Mal ein Schaf und damit ein größeres Lebewesen geklont wurde. Der Aufschrei von Kirche und Menschenrechtlern war groß und die Gesetzgebung schuf schnell Regularien, um ein mögliches Klonen von Menschen gleich im Ansatz zu unterbinden. Regisseur Nick Hamm nahm sich diesem Thema an, ignorierte dabei die rechtliche Seite und legte sein ganzes Augenmerk auf die moralische Frage, wie weit man mit derartigen Verfahren in die göttliche Schöpfung eingreift und inwiefern es gefährlich ist, mit menschlichem Erbgut herumzuspielen. Bei der Inszenierung geht Hamm sehr behutsam vor. Den Tod von Adam und die anschließende Trauer stellt er fast schon beiläufig und kein bisschen mehr als unbedingt für die Story notwendig dar. Dadurch verzichtet er auf der einen Seite natürlich darauf, den Zuschauer emotional zu berühren und ihn auf das kommende mit einer trauervollen Grundstimmung einzustimmen, zum anderen legt er so aber seine Aufmerksamkeit voll und ganz auf die Zeit nach dem Klonvorgang.
Rund zwei Drittel des Filmes behandeln die Zeit nach Adams 8. Geburtstag und der Frage, welche Auswirkungen es wohl auf seinen Geist haben wird, wenn er das Lebensalter des Spenders seiner Stammzellen überdauert hat. Ab diesem Punkt hat der Film dann aber auch ein deutliches Problem. Denn für einen Mystery-Thriller baut er seine Spannung zu wenig und viel zu inkonsequent aus, da er sich vor allem immer wieder recht stark nach den Spannungsmomenten selbst ausbremst. Für ein Drama geht er dann wiederum nicht tief und ernst genug auf die Thematik ein und kommt viel zu emotionslos daher. Hinzu kommen Plot- und Logiklöcher, die selbst bei beiläufigem Nachdenken über die Handlung deutlich werden. Gegen Ende bekommt die Geschichte dann noch eine kleine Wendung, nach der es immerhin noch einmal ein wenig spannender wird, dann aber in einem Finale endet, das nicht besonders passend wirkt.
Bei den Darstellern ragt der Name Robert de Niro ("Es war einmal in Amerika", "Ronin") sicherlich über alle anderen hinaus. Allerdings ist seine Darstellung der modernen Varianten des Viktor von Frankenstein ohne nennbare Höhen. Der erfahrene Hollywood-Darsteller spult routiniert sein Können herunter, bleibt dabei aber weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Rebecca Romjin-Stamos ("X-Men", "Femme Fatale") als Jessica Duncan füllt ihre Rolle gut aus, bleibt aber genauso wie Greg Kinnear ("Wir waren Helden", "The Gift - Die dunkle Gabe") als ihr Filmgatte Paul unauffällig. So bleibt es insgesamt bei einem guten Ansatz für einen Film, der durch seine offensichtlichen Schwächen im Script an Unterhaltungswert verliert. Mit ein bisschen mehr Entschlossenheit und Sorgfalt hätte "Godsend" ein klasse Thriller werden können. Das vorliegende Ergebnis schafft es aber maximal auf durchschnittliche Unterhaltungskost.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Es gibt Sequenzen, in denen Farbe und Kontrast in einem guten Verhältnis zueinander stehen. Auf der anderen Seite gibt es wiederum Einstellungen, in denen das Bild viel zu dunkel und farbarm wirkt, wie z.B. in der Szene, wo die Duncans Dr. Wells zum ersten Mal vor der Kirche treffen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar und bietet auch dezent Räumlichkeit.
Als Bonus gibt es zuallererst einen Audiokommentar mit Regisseur Nick Hamm, der näher auf seine Intentionen beim Dreh eingeht. Es folgen vier alternativen Enden, die allesamt reichlich zusätzliche Szenen enthalten. Allein hieran ist wohl schon zu erkennen, wie unzufrieden selbst der Regisseur mit seiner Arbeit gewesen sein muss. Auf Wunsch kann man sich bei diesen Szenen auch anhören, warum Hamm diese abschließend nicht verwendete. Es folgen noch eine B-Roll, Trailer & TV-Spots, so wie Kommentare der Darsteller und des Regisseurs. Die Beiträge sind allesamt in englischer Sprache mit wahlweise deutschen Untertiteln.
Fazit:
Die Idee hinter "Godsend" ist vielversprechend, allerdings schafft es Regisseur Nick Hamm nicht, das Thema packend und einigermaßen schlüssig umzusetzen. Über weite Strecken plätschert der Film nur vor sich hin und was bleibt ist die Erkenntnis, dass ein sehr guter Ansatz verschenkt wurde.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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98:23 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Regisseur Nick Hamm
- Alternative Enden
- B-Roll
- Trailer & TV-Spots
- Statements der Darsteller und des Regisseurs
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Godsend
Godsend
Eine gute Idee, wenig gelungen umgesetzt
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Nick Hamm Drehbuch: Mark Bomback Darsteller: Greg Kinnear, Rebecca Romjin-Stamos, Robert de Niro, Cameron Bright
Label :
Universum Film
Verkaufsstart : 06.12.2004
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