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DVD-Besprechung - H (Director's Cut)

Story:
Ein Serienkiller hält die Polizei in Atem. Ohne eine Spur zu hinterlassen, tötet er in regelmäßigen Abständen junge Frauen. Detective Kim-Mi Yun (Jung-ah Yum) und ihr Kollege Detective Kang-Tae Hyun (Jin-hee Ji) erkennen in den Morden ein Schema, das der mittlerweile seit einigen Monaten inhaftierte Serienkiller Shin Hyun (Seung-woo Cho) bei seinen Taten angewandt hatte. Ist ein Nachahmer für diese Taten verantwortlich oder hat Hyun doch selbst die Zügel in der Hand? Ein Gespräch mit seiner behandelnden Therapeutin Dr. Chu Kyung-sook (Sun-kyung Kim) soll Licht ins Dunkel bringen, doch weitere Morde geschehen und die beiden Kriminalbeamten geraten in einen Kreislauf des Bösen, der zu einer fatalen Auflösung führt.

Meinung zum Film:
Wenn man "H" in den Player legt, sollte man alles vergessen, was man je über asiatische Psycho-Thriller gehört hat. Regisseur und Drehbuchautor Jong-hyuk Lee verzichtet in seinem Film auf die gewohnten poetischen Einflüsse und die malerische Stimmung, die ansonsten fester Bestandteil dieser Filme sind. Lee präsentiert sein Werk in einem trostlosen, wenig farbenfrohen Rahmen, der in seiner Wirkung ein wenig an die Filme David Finchers ("Fight Club", "Sieben") erinnert. Dies trifft auch auf die Schockmomente zu, die allesamt sehr gut sitzen und für die richtige Spannung und Stimmung im Film sorgen.

Doch der Film setzt nicht alleine auf seine Effekte. Diese kommen eher am Rande zum Einsatz und unterstützen lediglich die mehr als interessant erzählte Geschichte. Jin-hee Ji verkörpert artgerecht mit Kang-Tee den Helden des Films. Er kann dabei durchaus die notwendige männliche Härte zum Ausdruck bringen, die für die Rolle notwendig ist. Jung-ah Yum spielt mit Kim-Mi die unscheinbare Beamtin an seiner Seite, die aber nicht minder durchsetzungsfähig ist und es in den entscheidenden Momenten versteht, sich in den Vordergrund zu stellen. Seung-woo Cho ist der abrundende Faktor für die Schlüsselfiguren im Film. Seine Darstellung des inhaftierten Psychopathen Shin ist manchmal vielleicht ein wenig zu fröhlich dreinblickend, doch verleiht ihm dies noch zusätzlich einen Eindruck der Überheblichkeit und lässt selbst bei sanften Gemütern den Wunsch aufkommen, dass er möglichst bald seiner gerechten Strafe vor dem jüngsten Gericht entgegen sehen mag.

Manch einer wird sich ob des Filmtitels "H" denken, was für eine selten dämliche Wahl dieser ist. Doch nachdem die Morde aufgelöst sind, wird einem auch vor Augen geführt, was für eine raffinierte Wahl der Titel letzten Endes ist. Doch nicht nur die Auswahl des Titels, auch der Ausgang des Films weiß zu überzeugen. Jong-hyuk Lee schafft es tatsächlich, seinem Film einen Ausgang zu geben, der sicherlich weit davon entfernt ist, abgenutzt zu wirken. Er schafft es, dass man noch beim Abspann darüber nachdenkt, wie einzelne Fäden zusammenspielen und überdenkt das Geschehen noch einmal aus einem anderen Blickwinkel. Dabei werden dann auf einmal Details bewusst, die man vorher nebensächlich bemerkte, aber nicht bewusst verarbeitet hatte. "H" ein spannender Psycho-Thriller, den man Fans des Genres gar nicht oft genug und wärmstens ans Herz legen kann.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen ordentlichen Eindruck. Zwar lässt die fehlende Detailfülle den Wunsch nach mehr aufkommen, Bildrauschen ist leicht zu erkennen und leichte Nachzieheffekte sind ebenfalls zu sehen, doch ist es insgesamt annehmbar gut. Die nur wenig strahlenden Farben können als gewolltes Stilmittel angesehen werden, da sie den Charakter des Filmes sehr gut unterstützen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist gut abgemischt und weiß in den passenden Momenten durch dezente Nutzung der Effektlautsprecher die Stimmung zu unterstützen.

Den interessantesten Punkt beim Bonusmaterial gibt es in Form eines alternativen Anfangs, bei dem man einige Bilder über die Verbrechen und die Verhaftung Shin Hyuns zu sehen bekommt. Das Making of stellt sich als rund 30-minütiger, zusammenhangloser Blick auf die Vorbereitung zum Film, den Dreharbeiten und der Premiere heraus. Der Beitrag ist in koreanischer Sprache ohne deutsche Untertitel. Abgerundet werden die Extras durch Teaser und Trailer zum Film.

Fazit:
"H" ist ein bemerkenswert spannender Psycho-Thriller mit einer dichten Atmosphäre und einem gut durchdachten Drehbuch, das vor allem durch seine Auflösung überzeugt. Fernab der gewohnten poetischen Machart asiatischer Thriller, präsentiert der Film Unterhaltung auf Hollywood-Niveau. Für Thriller-Fans ein absoluter Geheimtipp!

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
106:33 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Koreanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Teaser
  • Trailer
  • Alternativer Anfang
  • Making Of
H (Director's Cut) - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
H
H

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Fernost-Psycho-Thriller, bei dem der Titel nach der spannenden Auflösung alles andere als komisch wirkt


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Südkorea, 2002
Regie:
Jong-hyuk Lee
Drehbuch:
Jong-hyuk Lee
Darsteller:
Jung-ah Yum, Jin-hee Ji, Ji-ru Sung, Seung-woo Cho, Woong-ki Min, Yong Soo Park, Sun-kyung Kim, Kil-soo Park, Hyuk Poong Kwon, Eol Lee

Label Deutschland :
I-On New Media
Verkaufsstart Deutschland :
28.02.2005