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DVD-Besprechung - Hamlet
Story:
Nachdem der Dänenprinz Hamlet (Mel Gibson) von seinem Studium in Wittenberg auf die heimische Burg zurückkehrt, ist durch den plötzlichen Tod seines Vaters der wichtigste Mensch in seinem Leben nicht mehr da. Offiziell heißt es, dass der König an einem Schlangenbiss gestorben sei, doch von dessen Geist erfährt Hamlet eines Nachts, dass er in Wirklichkeit von Claudius (Alan Bates) vergiftet wurde, der kurze Zeit später die Königin (Glenn Close) heiratet. Hamlet verspricht seinem Vater dessen Tod zu rächen, die Mutter dabei aber zu verschonen. Ein Schwur, der eine große Tragödie nach sich ziehen soll.
Meinung zum Film:
Eigentlich kannte man Mel Gibson als Darsteller von lauten Acitonwerken wie "Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis" oder "Mad Max". Als es dann hieß, dass er Hamlet, einen der bekanntesten Helden aus der Feder William Shakespeares sein Gesicht verleihen sollte, gab es nicht wenige, die leichte Zweifel hatten, dass dies auch wirklich gelingen würde. Umso überraschter waren diese Kritiker über das Ergebnis. Der aus Australien stammende Darsteller legte eine hervorragende Leistung ab, die niemanden mehr daran zweifeln ließ, dass er sich im schweren Charakterfach genauso souverän bewegen kann wie im seichten Unterhaltungskino. Die Leiden des dänischen Prinzen stellt er sehr nahegehend dar, ohne dabei jedoch kitschig oder aufgesetzt zu wirken. Seine Motive sind sehr schön dargestellt und die immer stärker werdende Melancholie sehr gut herausgearbeitet.
Unterstützt wird Mel Gibson durch eine große Schar bekannter und anerkannter Mimen. Glenn Close ("Eine verhängnisvolle Affäre") spielt Hamlets Mutter Gertrude und sie liefert eine sehr gute Grundlage, auf Grund derer man den aufsteigenden Wahnsinn in Hamlet erklären kann. Sie hilft dabei die innere Zerrissenheit des Dänenprinzen zu tragen. In weiteren Rollen spielen Alan Bates ("Gosford Park") als Königsmörder Claudius, Helena Bonham Carter ("Fight Club") als Ophelia, die alte Liebe Hamlets, Ian Holmes ("Der Herr der Ringe") als deren Vater Polonius, Paul Scofield ("Hexenjagd") als die Verkörperung des Geistes von Hamlets Vater und Stephen Dillane ("The Hours") als bester Freund Horatio. Das Drehbuch stammt von Christopher De Vore, der mit seiner Beteiligung am Skript zu David Lynchs "Der Elephantenmensch" unter Beweis stellte, dass ihm komplexe Stoffe liegen.
Neben den sehr gut besetzten Rollen sind es vor allem aber auch die sehr authentisch wirkenden Kulissen und Landschaftsaufnahmen, die "Hamlet" seine gute und zugängliche Atmosphäre verleihen. Der italienische Regisseur Franco Zeffirelli ("Romeo & Julia") hat eine Version des alten Shakespeare-Stoffes geschaffen, die nach Ansicht vieler die beste Umsetzung darstellt. Ob dies wirklich so ist, liegt in vielerlei Hinsicht sicher im Auge des Betrachters. Aber eines ist ganz sicher - sein Film ist eine sehr gute Umsetzung einer der größten Tragödien aller Zeiten und wer ein wenig Interesse für nicht ganz leichte Stoffe aufbringe kann, sollte sich die Leiden des jungen Dänenprinzen in dieser Version unbedingt ansehen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck. Natürliche Farben, gute Konturenschärfe und das Fehlen von Verschmutzungen und Defekten sorgen für ein schönes Erscheinungsbild. Der deutsche Ton in Dolby Digital Surround ist vergleichbar gut. Wer möchte, kann sich den Film auch im ebenfalls guten englischen Stereoton ansehen, mit optionalen deutschen Untertiteln.
Als Extra gibt es einen äußerst interessanten, knapp 50-minütigen Bericht über die Vorbereitungen und die Entstehung des Films, in dem Mel Gibson persönlich den Gastgeber gibt. Es folgen Tafeln mit Produktionsnotizen und der Trailer in Deutsch und Englisch.
Fazit:
"Hamlet" ist sicherlich kein leicht zu verdauender Film. Doch durch die hervorragenden Darsteller und die sehr gute Inszenierung macht er es dem Publikum leicht, sich in das Geschehen hinein zu versetzen. Für Shakespeare-Freunde und Anhänger von ernstem Kino eine klare Empfehlung.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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128:51 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Surround | Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Making of Mel Gibson. To be or not to be
- Produktionsnotizen
- Trailer
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Hamlet
Hamlet
Sein oder nicht sein - das ist hier Mel Gibsons Frage
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Frankreich / UK / USA, 1990 Regie: Franco Zeffirell Drehbuch: Christopher De Vore, Franco Zeffirelli (nach dem Stück von William Shakespeare) Darsteller: Mel Gibson, Glenn Close, Alan Bates, Paul Scofield, Ian Holm, Helena Bonham Carter, Stephen Dillane, Nathaniel Parker, Sean Murray, Michael Maloney
Label :
Arthaus
Verkaufsstart : 21.02.2006
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