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DVD-Besprechung - Happy End - Jede Geschichte braucht ein Ende
Story:
Nach dem Erfolg seines ersten Romans hat Leo (Matthias Scherwenikas) eine Schreibblockade. Die richtige Inspiration erwartet er von seiner neuen Wohnung, die er gerade frisch bezogen hat. Doch mit der Zeit gibt es immer mehr unheimliche Vorfälle im neuen Heim, die zum einen zwar seine künstlerische Ader wieder mit Leben versehen, auf der anderen Seite aber auch eine große Probe für seine Nerven darstellen. Recherchen über die nicht erklärbaren Phänomene führen ihn zu der Kinderpsychologin Frau Dr. Grubert (Brunhild Falkenstein), die ihn auf die Spur eines lang gehegten Geheimnisses bringt.
Meinung zum Film:
Als Regisseur und Drehbuchautor Daniel Stieglitz 2005 "Happy End" drehte, war er gerade einmal 25 Jahre jung. Anfangs war das Drehbuch auch gar nicht als abendfüllender Spielfilm gedacht, doch umso länger sicher der Filmemacher mit der Geschichte beschäftigte, umso mehr wurde ihm klar, dass dies der Stoff eines spannenden Gruselfilms sein könnte. Da das Geld knapp war, konnten allerdings keine großen Schritte unternommen werden. So wurden die kleineren Rollen mit Freunden und Verwandten besetzt, lediglich für die Hauptrollen verpflichtete er zumindest teilweise erprobte mimen. Als Medium musste eine Videokamera ausreichen, da teures Filmmaterial nicht bezahlbar war. Mit diesem Wissen ist es verwunderlich, wie gut der Film am Ende gelungen ist. Das gute Ergebnis ist aber auch ein wenig die Last auf seinen Schultern, da sehr schnell vergessen wird, dass es sich bei "Happy End" nur um eine kleine Low-Budget-Produktion handelt.
Am auffälligsten ist das geringe Budget sicherlich bei den Darstellern. Vor allem die Nachbarn im Haus wirken extrem hölzern und auch Stieglitz' Vater in der Rolle des Maklers könnte ein Hauch mehr Natürlichkeit nicht schaden. Die Leistungen sind allerdings nicht so schlimm, dass sie der ansonsten sehr guten Atmosphäre zu sehr schaden könnten. Positiv hervor sticht Hauptdarsteller Matthias Scherwenikas ("Die Stunde der Offiziere"), der zu keiner Zeit Probleme hat, seinen Film-Charakter für den Zuschauer ansprechend zu verkaufen. Gleiches gilt auch für Erwin Leder ("Das Boot") in der Rolle des verrückten Vaters, der seine furchteinflößende Leistung als irrer Serienkiller aus "Angst" hier wiederholen kann. Zu den positiven Darstellerleistungen darf durchaus auch Brunhild Falkenstein gezählt werden, die eine ordentlichen Eindruck als Kinderpsychologin hinterlässt. Als Fehlgriff kann dagegen nur Ex-VIVA-Moderatorin Katharina Schwarz bezeichnet werden, die trotz ihres Hintergrundes vor der Kamera nicht vor dieser bestehen kann.
Zum Teil mag dies vielleicht auch daran liegen, dass die Rolle von Leos Freundin Ida im Grunde nur unnötiger Ballast ist, der immer wieder Tempo aus dem Film nimmt und den Fortgang unnötig verschleppt. Das Drehbuch hält so manche weitere Stolperfalle bereit, die einem Neuling aber gerne vergeben werden. Denn was es dafür als Entschädigung gibt, ist bemerkenswert. Durch den gezielten Einsatz klassischer Gruselelemente, die mit ein paar wenigen Schocks garniert und von einem in seinen Bann ziehenden Soundtrack von Daniel Wehr getragen werden, wird für eine packende Atmosphäre gesorgt, der sich der Zuschauer kaum entziehen kann. Würde es nicht immer wieder unnötige Szenen geben, welche die Spannung immer wieder mal gerne verschleppen, "Happy End" wäre ein außerordentlicher Low-Budget-Grusler geworden. Doch trotz ein paar nicht von der Hand zu weisender Schwächen ist der Film ein gelungener und fesselnder Gruselfilm geworden, der zudem mit einem überraschenden Ende aufwarten kann. Freunde des gepflegten Horrors sollten zugreifen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild bietet das für Video-Produktionen übliche Rauschen mit leichten Schwächen in der Schärfe, kann ansonsten aber überzeugen. Beim deutschen Ton in Dolby Digital 5.1 und dts wurde bei den Effekten nicht gegeizt und es gibt ausreichend aus den hinteren Lautsprechern und dem Bass zu vernehmen, was sehr zur Förderung der guten Atmosphäre beiträgt.
Auf der Haupt-DVD gibt es auf den Audiokommentar des Regisseurs zu hören. Auf der 2. DVD gibt es reichlich Extras über die Entstehung des Films. Das "Making Of", die "Interview Featurettes" und Produktionsnotizen lassen kaum eine Frage über die Entstehung offen. Es folgen reichlich "Deleted Scenes", die auf Wusch vom Regisseur kommentiert werden, sowie ein paar witzige Szenen vom Dreh. Storyboard-Split-Screen-Vergleiche mit der fertigen Szene, Bio- und Filmografien so wie eine Slideshow mit Bildern vom Set runden das sehr gute und reichhaltige Bonusmaterial ab.
Fazit:
"Happy End" versteht es über seine Atmosphäre und dem fesselnden Soundtrack in seinen Bann zu ziehen. Teils hölzerne Darsteller und einigen Unstimmigkeiten in der Geschichte werden dabei problemlos durch an den Nerven zehrenden Szenen wieder ausgeglichen. Man darf gespannt sein, was Daniel Stieglitz noch alles auf die Beine stellt.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,78:1
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101:51 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 |
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Untertitel:
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Keine Untertitel vorhanden. |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar von Regisseur Daniel Stieglitz
- Making Of "Erstlingswerk"
- Interview - Featurettes
- Deleted Scenes
- Storyboards
- Alternatives Fun-Ende
- Outtake
- Produktionsnotizen
- Bildergalerie vom Set
- Bio- und Filmografien
- Slideshow
- Trailer
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Happy End - Jede Geschichte braucht ein Ende
Happy End
Ein fesselnder Low-Budget-Horror mit teilweiser Big-Budget-Atmosphäre
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2005 Regie: Daniel Stieglitz Drehbuch: Daniel Stieglitz Darsteller: Matthias Scherwenikas, Brunhild Falkenstein, Marta Heselberger, Katharina Schwarz, Erwin Leder, Vroni Kindermann, J.E. Rasch
Label :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart : 25.08.2006
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