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DVD-Besprechung - Hautnah
Story:
Durch einen kleinen Unfall lernen sich Dan (Jude Law) und Alice (Natalie Portman) kennen und verlieben sich auf der Stelle ineinander. Doch das Glück wird schon bald getrübt, als sich Dan in die Fotografin Anna (Julia Roberts) verliebt und nur noch an eine Affäre mit ihr denken kann. Anstatt in sein eigenes Bett, bringt er sie durch einen Streich allerdings in die Arme von Larry (Clive Owen), mit dem sie sogar den Bund der Ehe eingeht. Doch dies ist erst der Beginn einer verzwickten Beziehungskiste, in der alle vier Protagonisten keinen leichten Stand haben.
Meinung zum Film:
Regisseur Mike Nichols ("In Sachen Henry", "Die Reifeprüfung") hat mit seinem "Hautnah" einen alles andere als leicht zu verdauenden Film geschaffen. Nach einem Drehbuch von Patrick Marber, das auf dessen eigenem Theaterstück basierte, schuf er einen Film über neuzeitliche Beziehungen, der alles anderes als leicht zu folgen ist. Dies liegt nicht nur allein an der sehr weit hergeholt erscheinenden Story, als vielmehr auch an der Tatsache, dass der Regisseur von einer Szene zur nächsten einen recht weiten Sprung in der Zeit macht, ohne dass dies gleich zu erkennen ist. So dauert es immer wieder ein paar Momente, bis man als Zuschauer die Geschehnisse richtig einordnen kann und den Kontext der Ereignisse begreift. Umso länger der Film läuft, umso mehr gewöhnt man sich daran, gefallen kann dieser Umstand allerdings nie so recht.
Zu einem sind diese Zeitsprünge dann aber doch gut - sie halten das Interesse und die Aufmerksamkeit des Zuschauer stets künstlich aufrecht und verhindern, dass man auf Grund der Geschichte entnervt aufgibt. Denn die Ereignisse im Film sind dermaßen an den Haaren herbei gezogen und konstruiert, dass es sehr schwer fällt, eine echte Bindung zu den Charakteren aufzubauen. Sie wirken allesamt wie klischeehafte, stereotype Charaktere, die nur von ihren inneren Trieben nach der Befriedigung persönlicher Gelüste angetrieben werden, ohne dabei die Facettenhaftigkeit der menschlichen Persönlichkeit durchschimmern zu lassen. Dan ist der Bindungsängsten behaftete, der eine feste Beziehung haben, dabei aber auf gar keinen Fall auf seine Affären verzichten möchte. Alice ist die nach wahrer Liebe Suchende, die beim falschen Mann landet und sich seelisch abhängig macht. Anna hat ihre Prinzipien und auch Moral, kann sich aber der süßen Versuchung nicht erwehren. Und Larry ist der zielgerichtete Mensch, der sich das nimmt, was er will, egal mit welchen Mitteln und welcher Strategie.
Aber trotz der eher mauen Story verfolgt man als Zuschauer gespannt das Geschehen. Der Grund hierfür sind neben den teilweise hochgradig gut formulierten und durchdachten Dialogen die außerordentlichen Leistungen der Darsteller. Julia Roberts ("Erin Brockovich") und Jude Law ("Unterwegs nach Cold Mountain") bringen schon außerordentlich gute Leistungen dar, verblassen aber dennoch im Schatten des Spiels von Natalie Portman ("Léon - Der Profi"). Ihre Darbietung als Alice ist nahegehend und sie verschafft ihrem Film-Charakter eine annehmbare und glaubhafte Seite, was auf Grund der Auslegung der Person nicht sehr einfach ist. Außerordentlich und oscarreif ist die Leistung von Clive Owen ("King Arthur"), dessen Doktor Larry als einziger zumindest weitestgehend glaubhafte Züge aufweist und der bewegend, mitreißend und abstoßend zugleich wirkt. Wenn die Story ein bisschen weniger dick auftragen würde, der Inhalt ein klein wenig näher an der Normalität wäre und vor allem die unsäglichen Zeitsprünge besser in den Film eingearbeitet wären, dann hätte "Hautnah" ein außerordentlicher Film sein können. Außerordentlich ist er so zwar auch, aber dies nur auf Grund der außerordentlichen Leistungen der Darsteller.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen weitestgehend guten Eindruck. Lediglich leichtes Bildrauschen, das sich unterschiedlich stark bemerkbar macht, ist ein kleiner Makel. Der Ton ist zwar durchweg gut verständlich, doch findet dieser bis auf minimale Ausnahmen nur im vorderen Bereich statt.
Bonusmaterial ist fast keines vorhanden. Außer dem Trailer zum Film und einem Musikclip findet sich in dieser Sektion nichts.
Fazit:
"Hautnah" ist ein Muss für alle Freunde von herausragenden Schauspielleistungen und bemerkenswert gelungenen Dialogen. Wer von einem Film jedoch eine annehmbare Geschichte erwartet, die zumindest ansatzweise wie aus dem Leben gegriffen wirkt, wird weitersuchen müssen, da er diese bei dem Film garantiert nicht finden wird.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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99:41 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Türkisch |
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Bonusmaterial:
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- Musikvideo "The Blower's Daughter" von Damien Rice
- Trailer
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Hautnah
Closer
Herausragende Darsteller, geschliffene Dialoge, aber eine wenig authentisch wirkende Story
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Mike Nichols Drehbuch: Patrick Marber (basierend auf seinem Theaterstück) Darsteller: Clive Owen, Natalie Portman, Jude Law, Julia Roberts
Label :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart : 05.07.2005
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