Partner von Entertain Web Splashmovies auf Facebook
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
160 Jahre Fliegende Fäuste JubiläumRectify - Staffel 1CSI - Staffel 13 / CSI:NY - Staffel 9

In der Datenbank befinden sich derzeit 4.817 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Hostel

Story:
Die drei Freunde Paxton (Jay Hernandez), Josh (Derek Richardson) und Oli (Eythor Gudjonsson) sind auf einem Europatrip. Nachdem sie in Amsterdam auf Alex (Lubomir Bukovy) treffen, der ihnen von einem ganz besonderen Dorf in der Nähe von Bratislava in der Slowakei erzählt, in dem die besten und willigsten Frauen zu finden sein sollen, überlegen die drei nicht lange und machen sich auf den Weg. Gerade in ihrem Hotel angekommen, scheinen sie tatsächlich in ihrem Paradies angekommen zu sein, doch es dauert nicht lange, bis einer von ihnen spurlos verschwindet und dadurch grauenvolle Ereignisse in Gang gesetzt werden.

Meinung zum Film:
Die erste halbe Stunde von Eli Roths ("Cabin Fever") zweitem Spielfilm "Hostel" ist ein wenig verwirrend und nur durch teils spannende Musikuntermalung ist zu erkennen, dass es sich bei dem Film tatsächlich um einen düsteren Horror-Thriller handelt. Ohne die durch die Musik suggerierte Spannung ist er dort ein höchst dümmlicher, pubertärer Jungemännerfeuchttraum, in dem die Frauen stets willig sind, Amsterdam nur von Kiffern und nackten Frauen bewohnt wird und in Osteuropa ohnehin jede Frau mit praller Figur auf den netten Mann aus Amerika wartet. Mal ganz davon abgesehen, dass die drei Freunde sich wie die letzten Deppen benehmen und den hochnäsigen amerikanischen Proll raushängen lassen, wo sie nur können, will sich zu diesem Zeitpunkt keine rechte Stimmung breit machen und die Frage kommt auf, was Eli Roth mit dieser überlangen Einleitung erreichen wollte. Außer Sympathien bei pubertierenden männlichen Teenagern, die genetisch bedingt oft nur an das eine denken, kann das Trio mit seinen Aktionen ganz sicherlich keine Pluspunkte sammeln. Höhepunkt und schlichtweg daneben ist die peinlich-klischeehafte Darstellung Osteuropas, in der Kinderbanden, bestehend aus 6-10-jährigen besser mit Geld oder Kaugummis milde gestimmt werden, damit diese einen nicht zu Tode prügeln.

Doch wenn der erste des amerikanischen Dreigestirns nach rund 30 Minuten spurlos von der Bildfläche verschwindet und die peinlichen Klischees beim Publikum verdaut sind, zieht der Film in Sachen Spannung an und wird mit zunehmender Spieldauer immer mehr zu einer Probe für die Nerven und vor allem den Magen. Das bis dahin als Paradies wahrgenommene Örtchen wird auf einmal zu einem bedrohlichen Platz, der mit einer ganz besonderen Überraschung aufzuwarten weiß. Spätestens wenn sich diese Überraschung offenbart, ist es vorbei mit osteuropäischer Idylle und die dann im Detail präsentierten Folterszenen setzen einen starken Magen voraus und zarte Gemüter sollten dem Drang abzuschalten besser schleunigst nachgehen, denn die Intensität der Szenen steigt im weiteren Verlauf noch deutlich an. Waren die Morde und die Atmosphäre in "Saw" schon von einer eindringlichen Wirkungsstärke, geht "Hostel" in diesem Punkt noch einen Schritt weiter.

Und dies ist dann auch der Punkt, an dem sich die Geister scheiden. Die einen lehnen den Film gerade wegen der Darstellung von Gewalt kategorisch als billige Effekthascherei ab, während die anderen von einer nervenzerreißenden Achterbahnfahrt der Gefühle sprechen. Den Vorwurf einer sehr grafischen und drastischen Gewaltdarstellung muss sich "Hostel" sicherlich gefallen lassen. Doch einmal abgesehen von der Frage, ob Folterszenen in dieser Weise präsentiert werden dürfen, schafft es der Film in diesem Momenten aber ohne jeden Zweifel, eine sehr düstere und verstörende Atmosphäre aufzubauen. Wenn das Gefühl der inneren Anspannung einsetzt, entschädigt dieses für einige der bislang gezeigten inhaltlichen Dämlichkeiten. Ab diesem Punkt versteht es der Film, richtig Angst zu bereiten und die Unruhe des Protagonisten nachhaltig auf den Zuschauer zu übertragen. Es ist sicherlich kein Zufall, dass der für seine drastischen Filme bekannte Regisseur Takashi Miike ("Imprint") einen kurzen Gastauftritt hat, denn die gezeigte Welt, die aus einer schockierenden Art von Gewalt besteht, hätte auch in sein Portfolio bestens gepasst. Neben den gezeigten Gräueltaten ist es aber vor allem der Grund der Folter, der für den größten Unbehaglichkeitsfaktor sorgt. Hier werden niederste menschliche Instinkte aufgezeigt und der Gedanke, dass es tatsächlich ein kleines Dörfchen irgendwo gibt, in dem die Geschehnisse aus "Hostel" passieren, sorgt für das größte Grauen und die nachhaltigste Angst beim Publikum.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild hinterlässt einen sehr guten Eindruck und es gibt keinen Grund zum Klagen. Auch der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist stets klar zu vernehmen und bietet auch im Surroundbereich einiges an Effekten.

Das Bonusmaterial ist ein einziger Quell der Freude für Anhänger von Audiokommentaren. Gleich vier Kommentarspuren, die den ganzen Film über zu hören sind, können mit verschiedenen Protagonisten inkl. deutscher Untertitel genossen werden. Es folgen noch ein Making of in drei Teilen, das allerdings eher einen Blick hinter die Kulissen darstellt als einen durchgehenden Entstehungsbericht. Es folgen noch eine Multiangle-Szene einer Einstellung aus dem Film und der Trailer. Der DVD liegt zusätzlich noch ein Booklet mit einigen Informationen bei.

Fazit:
"Hostel" ist sicherlich einer der härtesten Filme, die in letzter Zeit erschienen sind, von dem zarte Gemüter auf Grund der drastischen Darstellung von Folterbildern besser die Finger lassen. Die Idee hinter der Geschichte ist gut, doch die Umsetzung vor allem durch die Verarbeitung von zu vielen Klischees nicht immer ansprechend. Die fesselnde Handlung der letzten 60 Minuten entschädigt allerdings für so manches.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
2,35:1
2,35:1
89:41 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Regisseur Eli Roth und den ausführenden Produzenten Quentin Tarantino, Boaz Yakin und Scott Spiegel
  • Audiokommentar mit Regisseur Eli Roth, den Darstellern Barbara Nedeljakova und Eythor Gudjonsson, dem Editor George Folsey Jr. sowie dem Web-Autor Harry Knowles
  • Audiokommentar mit Regisseur Eli Roth, dem Produzenten Chris Briggs und Dokumentator Gabriel Roth
  • Audiokommentar von Regisseur Eli Roth
  • Making Of
  • Kill the Car! - Multiangle
  • Trailer
  • Booklet
Hostel - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Hostel
Hostel

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Eine nicht sonderlich ausgearbeitete Story, schockierend und packend präsentiert


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Eli Roth
Drehbuch:
Eli Roth
Darsteller:
Jay Hernandez, Derek Richardson, Eythor Gudjonsson, Barbara Nedeljakova, Jana Kaderabkova, Jennifer Lim, Lubomir Bukovy, Keiko Seiko

Label Deutschland :
Sony Pictures Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
27.10.2006