 |
DVD-Besprechung - House of 9
Story:
Neun Menschen, die sich vorher noch nie gesehen haben, wachen in einem unbekannten Haus auf, in dem die Fenster zugemauert und alle Türen fest verschlossen sind. Eine Stimme aus einem Lautsprecher verkündet ihnen, dass nur einer von ihnen überleben wird und als Gewinner des Experimentes die Summe von 5 Mio. Dollar erhält. Doch keiner weiß, wie die Auslese stattfinden soll und das Warten auf weitere Informationen ist vergebens. Wie es scheint, sind sie sich selbst überlassen und nun heißt es, einen klaren Kopf zu bewahren. Doch durch stark rationierten Lebensmittel, stetem Erhöhen der Raumtemperatur und reichlich verfügbarem Alkohol fällt dieses von Sekunde zu Sekunde schwerer.
Meinung zum Film:
Die Idee, die hinter "House of 9" steckt ist sicherlich alles andere als neu. Sie ist eine Mischung aus der kühlen, klaustrophobischen Atmosphäre von "Cube", vermischt mit der immer brutaler werdenden Stimmung aus "SAW II", garniert mit einigen Grundmotiven aus Agatha Christies "Da waren's nur noch Neun". Hinzu kommen ein paar neue Ideen, die dem Film seine Daseinsberechtigung neben seinen Inspirations-Werken geben. Das Drehbuch von Schreiber-Neuling Philippe Vidal verpackt diese verschiedenen Motiven in eine Geschichte, die über weite Strecken zu überzeugen weiß, in einigen Punkten aber auch extrem unglaubwürdig wirkt.
Einer der ganz großen Kritikpunkte ist die Reaktion der Eingesperrten auf ihre Situation. Gerade frisch entführt und nur gut eine Stunde eingeschlossen wird entschieden, sich erst mal in aller Ruhe ins Bett zu begeben, um zu schlafen. Erst am nächsten Tag bricht die eigentlich schon viel früher erwartete Panik aus, welche bei der absoluten Mehrheit der Bevölkerung schon die ganze Zeit über geherrscht hätte. Warum der Drehbuchautor zur gesitteten Nachtruhe gebeten hat, bleibt sein Rätsel, da dieser Umstand die Story keinen Deut weiterbringt und problemlos hätte wegfallen können. Die Charaktere sind natürlich alle gewisse Archetypen, von denen fast jeder seinen charakterlichen Gegenpart im Haus findet. Die große Ausnahme ist Lea, die im Grunde nichts anderes macht als depressiv und immer wieder weinend durch das Haus zu schleichen. Sie ist genauso wertvoll für die Handlung wie die Gute-Nacht-Ruhe und der geneigte Thriller-Fan kann schon früh erahnen, welche Rolle ihr im Film zukommen wird.
Abgesehen von den Schwachpunkten hat "House of 9" aber auch einiges an Unterhaltungspotential zu bieten. Der psychische Druck kommt im Verlauf des Films immer weiter durch und endet in den Sünden der Menschheit. Dennis Hopper ("Easy Rider") in der Rolle eines Geistlichen sagt an einer Stelle "Von nun an wird es immer weiter gehen" und damit soll er recht behalten. Geht es in den ersten zwei Dritteln des Films noch eher ruhig und mit subtilem Druck zu, überschlagen sich die Ereignisse in den letzten 30 Minuten und sorgen somit für ein temporeiches und spannendes Finale. So mancher wird am Ende sicherlich enttäuscht sein, dass es über die Hintergründe des Experimentes nichts zu erfahren gibt. Als Entschädigung dafür erhält der gespannte Beobachter aber ein zynisches und tief schwarzhumoriges Ende, welches das von "Cube" noch in den Schatten stellt. Es ist sicherlich der beste Kniff im Drehbuch, der für so manche dumme Idee auf dem Weg dahin zu entschädigen weiß.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist, abgesehen von teilweise sehr deutlichem Rauschen und einer durchschnittlichen Schärfe, gut gelungen. Die Betonung auf eher kalte Töne dürfte ein absichtlich gewähltes Stilmittel des Regisseurs sein und trägt recht stark zum Aufbau der sterilen Atmosphäre bei. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich abgemischt, nutzt die hinteren Lautsprecher aber kaum
Die Extras fallen mit dem Trailer zum Film und einer Biografie zu Dennis Hopper sehr schmal aus.
Fazit:
"House of 9" ist eine gut gemachte Mischung aus Thriller und Psycho-Drama. Freunde von klaustrophobischen Spannungsfilmen a la "Cube" werden sicherlich auch an diesem Film ihren Gefallen finden können.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,78:1
|
86:29 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
|
Untertitel:
|
|
Keine |
|
Bonusmaterial:
|
- Trailer
- Biografie zu Dennis Hopper
|
|  |
House of 9
House of 9
Der Würfel und die Säge vermischt zu einem ordentlichen Thriller
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich / Rumänien / UK, 2005 Regie: Steven R. Monroe Drehbuch: Philippe Vidal Darsteller: Dennis Hopper, Kelly Brook, Hippolyte Girardot, Peter Capaldi, Susie Amy, Raffaello Degruttola. Ashley Walters, Morven Christie, Julienne Davis
Label :
e-m-s
Verkaufsstart : 26.10.2006
|