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DVD-Besprechung - House of Wax
Story:
Auf dem Weg zu einem Auswärtsspiel ihrer favorisierten Footballmannschaft hat einer der zwei Wagen einer sechsköpfige Gruppe Jugendlicher eine Panne. Einen benötigten Keilreimen wollen sich Carly (Elisha Cuthbert) und Wade (Jared Padalecki) in einem nahegelegenen kleinen Städtchen besorgen, während die restlichen Vier sich auf den Weg zum Sportsevent machen. Während Carly und Jade eine Stadt vorfinden, die fast wie ausgestorben erscheint, stehen die anderen im Stau und entschließen sich umzukehren. Doch die Qualen im Stau und der Frust über das verpasste Spiel sind nichts im Vergleich zu der Pein, die ihre beiden Freunde in der unheimlichen Stadt mitmachen müssen, nachdem sie auf ein mysteriöses Wachsfigurenkabinett gestoßen sind.
Meinung zum Film:
1953 sorgte der Film "House of Wax", der in Deutschland unter dem Titel "Das Kabinett des Professor Bondi" gezeigt wurde, für reichlich Aufsehen. Dies hatte jedoch weniger mit Hauptdarsteller Vincent Price und seinem dämonischen Spiel zu tun als vielmehr mit der Tatsache, dass der Film der erste großangelegte Kinofilm in 3D war. 2005 dachten man sich, es sei an der Zeit, die Idee des alten Klassikers auszugraben und ihn in ein zeitgemäßes Gewand zu verpacken, welches diesmal allerdings zweidimensional ausfallen sollte. Für den Regiestuhl engagierten die beiden "Dark Castle Entertainment"-Produzenten Joel Silver ("Gothika") und Robert Zemeckis ("Gothika) den Werbefilm- und Musik-Video-Erprobten Spanier Jaume Collet-Serra, der für ein stimmungsvolles Gesamtbild sorgen sollte. Für die Story wurden die Zwillingsbrüder Chad und Carey Hayes verpflichtet, die bislang als Drehbuchschreiber für TV-Filme in Aktion traten.
Die Entscheidung für das Autorenteam war sicherlich ein Wagnis auf Grund ihres fehlenden Kinohintergrundes, das sich letzten Endes nicht bezahlt gemacht hat. Denn inhaltlich ist "House of Wax" eine einzige riesige Baustelle mit einer von unzähligen Schlaglöchern versehenen Logik und einer unbefestigten Farbahndecke, die kaum ein Vorankommen bei den Charakteren und den Geschehnissen möglich macht. Die Jugendlichen agieren über die Maße hinaus cool, jeglicher Versuch, ihnen etwas Tiefe zu verleihen, endet schon im Ansatz als Rohrkrepierer und ihre Verhaltensmuster sind selbst bei Berücksichtigung der Genre-Eigenarten nur als albern und peinlich zu bezeichnen. Die Einleitung des Filmes, die rund die erste Hälfte der Laufzeit einnimmt, ist viel zu lang ausgefallen und hätte problemlos und ohne wesentliches auszulassen in einer guten Viertelstunde abgehandelt werden können. Dies hätte auch den Vorteil gehabt, dass die guten Aspekte des Filmes wesentlich mehr Spielraum gehabt hätten. Denn trotz des schlechten Drehbuchs hat "House of Wax" einen sehr hohen Unterhaltungswert und besitzt Gänsehaut-Garantie.
Dies ist vor allem der herrlich eingefangenen, düsteren Backwood-Atmosphäre zu verdanken. Hat man sich erst mal durch die dröge Einleitung gekämpft, wird durch die Ereignisse in der Geisterstadt und der bedrohlichen Stimmung Gänsehaut-Kino mit Qualitätsgarantie geliefert. Das Haus, das gänzlich aus Wachs besteht, die verrückten Hinterwäldler, die gnadenlos Jagd auf die Jugendlichen machen, um sie in Kunstwerke aus Wachs zu verwandeln, sind eine perfekte Mischung aus optischen perfekt vorgetragenen Spannungsmomenten, phantasievollen Kulissen und einigen nette Gore-Effekten, die nicht zu übertrieben wirken, aber durchaus ihre Wirkung erzielen. Die Darsteller sind ganz ordentlich, ohne schauspielerische Highlights zu setzen. Elisha Cuthbert ("24") und Millionenerbin Paris Hilton dürften aber bei so manchem männlichen Zuschauer optische Reize gehobener Klasse auslösen. Für die Damenwelt stehen Chad Michael Murray ("Freaky Friday"), Brian Van Holt ("S.W.A.T."), Jared Padalecki ("Der Flug des Phoenix") und Robert Richard ("Coach Carter") für die äußerlichen Attraktionen bereit.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist tadellos auf die DVD gebannt worden. Die Farben erstrahlen kräftig, die Konturen sind scharf gezeichnet und auch in den dunkleren Szenen sind Details noch auszumachen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut abgestimmt und bietet eine breite Palette an Räumlichkeits- und Schockeffekten.
Als Extras gibt es einen knapp halbstündigen Beitrag, in denen die Darsteller des Films verpatzte Szenen und Bilder vom Dreh kommentieren. Dieser, teilweise im Split-Screen präsentierte Beitrag ist recht witzig anzusehen und bietet einen ordentlichen Blick hinter die Kulissen. "Eingewachst" berichtet über die Entstehung der Wachs-Kulissen und zeigt sehr schön auf, wie abenteuerlich die Entstehung der Bühnenbilder war. "Das Haus aus Wachs" ergänzt diese Infos und berichtet darüber hinaus noch über die Bezüge zum Original-Film und einiger Effekte. Es folgen gut 3 Minuten verpatzte Szenen, ein alternativer Anfang, der wesentlich besser ins Stimmungsbild des Filmes passt als die verwendete Einleitung, sowie eine 90-sekündige Werbeeinblendung von Produzent Joel Silver. Letzter Punkt im Extras-Menü ist der obligatorische Trailer.
Fazit:
Wäre das Drehbuch nicht so unterirdisch daneben ausgefallen, der Film hätte die Klasse gehabt, in die Liga der Backwood-Klassiker aufgenommen zu werden und gleich hinter dem "Texas Chainsaw Massacre" erwähnt zu werden. Aber auch wenn es nicht ganz gereicht hat, bietet "House of Wax" über weite Strecken Gänsehaut-Kino mit einer düsteren Atmosphäre, die man sich nicht entgehen lassen sollte.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,85:1
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108:06 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Dänisch, Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Kommentar der Schauspieler zur B-Rolle und zu verpatzten Szenen
- Eingewachst
- Das Haus aus Wachs
- Verpatzte Szenen
- Alternativer Anfang: Jennifers Tod
- Am Set: Joel Silver hinter den Kulissen von "House of Wax"
- Kinotrailer
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House of Wax
House of Wax
Madame Tussaud in den tiefen Wäldern Amerikas
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Jaume Collet-Serra Drehbuch: Carey Hayes, Chad Hayes (nach der Geschichte von Charles Belden) Darsteller: Elisha Cuthbert, Chad Michael Murray, Brian Van Holt, Paris Hilton, Jared Padalecki, Jon Abrahams, Robert Ri'chard, Damon Herriman
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 23.09.2005
Vertrieb :
Warner Home Video Switzerland
Verkaufsstart : 23.09.2005
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