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DVD-Besprechung - Hustle & Flow

Story:
D-Jay (Terrence Howard) ist ein kleiner Zuhälter in Memphis, der ziemlich unzufrieden in seiner kleinen Welt gefangen zu sein scheint, dabei aber das Gefühl nicht los wird, dass er mehr aus seinem Leben machen könnte. Erst als er seinen alten Freund Kay (Anthony Anderson) nach langer Zeit wiedertrifft, wird er daran erinnert, dass er früher mal ein Talent für Beats hatte. Da sich der bekannte Rapper Skinny Black (Ludacris) demnächst in der Stadt befinden wird, setzt es sich D-Jay in den Kopf, ein Demotape aufzunehmen und durch Hilfe von Skinny Black ebenfalls ein großer Rap-Star zu werden.

Meinung zum Film:
Filme über das Rap-Milieu gibt es so einige. Doch viele haben ein großes Problem - sie glorifizieren das meist von Gewalt und Drogen geprägte Leben auf der Straße und wenn sie es nicht direkt als cool darstellen, so lassen sie es zumindest zu, dass es als ideales Sprungbrett für eine Rap-Karriere dargestellt wird. Vielen Filmen fehlt es einfach daran, dass man sich mit den Problemen und den Schattenseiten der Straße auseinandersetzt, wo das Leben sicherlich alles andere als cool und erstrebenswert ist. "Hustle & Flow" hingegen ist ein Film, der einen Mann zeigt, dessen Leben in einer Sackgasse steckt, aus der er vor allem durch die Hilfe eines alten Freundes entkommen kann. Auf diesem Weg gibt es reichlich Emotionen, Schweiß und Tränen zu erleben, die das Publikum mitreißen werden. Bemerkenswert dabei ist, dass alles immer eine gewisse Bodenständigkeit zu haben scheint und nicht wie das Portrait eines glorreichen Rap-Helden wirkt. "8 Mile" war in dieser Hinsicht schon bemerkenswert, und "Hustle & Flow" schlägt genau in die gleiche Kerbe.

Die Rolle des D-Jay spielt Terrence Howard ("L.A. Crash"), der für seine außerordentliche Leistung bei der Darstellung mit einer Nominierung als bester Darsteller in einer Hauptrolle bei der Oscar-Verleihung 2006 geehrt wurde. Grund hierfür dürfte seine Wandlung vom heruntergekommenen, vom Leben vollkommen desillusionierten Pimp zum seinen Traum verfolgenden Musiker sein, die ihm sehr glaubhaft gelingt. Zu Beginn hängt er nur ab und kümmert sich um nichts, außer um das Einnehmen seines Geldes. Doch mit der ersten Jam-Session bemerkt man bei ihm eine vorher nicht zu sehende Begeisterungsfähigkeit und D-Jay reißt nicht nur die Menschen um sich herum mit, sondern gleich auch das Publikum vor dem Schirm. Doch dies ist erst der Beginn eines Wandels im Leben eines Mannes, der noch extrem steinig ist, da die alten Gewohnheiten und Aggressionen sich nicht über Nacht ablegen lassen.

Ebenfalls eine sehr gute Leistung liefert Anthony Anderson ("Scary Movie 3") in der Rolle des alten Kumpels Kay ab, der D-Jay immer wieder auf den Teppich zurückholen muss und charakterlich den genauen Gegenpol zu ihm darstellt. Für die heiteren Momente sorgen meist DJ Qualls ("The Core - Der innere Kern") als weißer Mischpultmeister und Taryn Manning ("Crossroads - Not a girl") als liebenswert naive Straßenschwalbe Nola. Taraji P. Henson ("Vier Brüder") als hochschwangere Ex-Hure ist ein wenig so etwas wie die gute Seele der Charaktere und sicherlich mit Abstand der annehmbarste Charakter von allen. Abgerundet wird die durchweg perfekt besetzte Darstellerriege durch Elise Neal ("Scream 2"), die als Ehefrau von Kay ebenfalls zu der ein oder anderen heiteren Szene beiträgt. In kleineren, aber für die Story wichtigen Rollen gibt es noch Isaac Hayes ("Die Klapperschlange") und Rapper Ludacris zu sehen. Dann fehlt nur noch ein großer Star des Films, der genannt werden sollte und der auch den Oscar erhalten hat - "It's hard out here for a Pimp", der Titelsong des Films, deren Entstehung man von der ersten Idee an verfolgen kann und der es versteht, mitzureißen.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut anzusehen, lediglich seine Grobkörnigkeit und durchschnittliche Schärfe fällt ein klein wenig störend ins Gewicht. Viel Raum für Surroundeffekte lässt der Film nicht, die hinteren Lautsprecher werden in erster Linie von der Musik genutzt. In diesen Momenten kommt dann auch der Tieftöner gut zum Einsatz und sorgt so für den passenden, fetten Sound.

Extras gibt es einige auf der DVD zu finden. Zuallererst einen begleitenden Audiokommentar mit Regisseur und Drehbuchautor Craig Brewer. Der Beitrag "Was dahinter steckt" ist ein Making of, in dem die am Film beteiligten Künstler zu Wort kommen und bei dem es einiges über den Dreh zu erfahren gibt. Ergänzt wird der Beitrag durch "Auf alle Fälle wichtig", wo erzählt wird, wie das Projekt ans Laufen kam. "Die Geburt des Crunk" beschäftigt sich mit der Musik im Film, als nächstes gibt es Bilder von der "Premiere in Memphis". Den Abschluss bilden Promo Spots.

Fazit:
"Hustle & Flow" ist Pflichtprogramm für alle, die sich für ein ernstes Musiker-Drama interessieren, das fesselt und mitreißt. Keine Heldenschaffung, keine coole Gangster-Rapper, einfach nur ein Mann am Scheideweg seines Lebens, der mit Hilfe von Freunden den richtigen Weg zu finden versucht. Nicht zuletzt wegen der herausragenden Darsteller sollte man sich den Film ansehen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
111:34 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Türkisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch, Finnisch, Norwegisch, Schwedisch, Türkisch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar von Drehbuchautor/Regisseur Craig Brewer
  • Was dahinter steckt
  • Auf alle Fälle wichtig
  • Die Geburt des "Crunk"
  • Premiere in Memphis
  • Promotion Spots
Hustle & Flow - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Hustle & Flow
Hustle & Flow

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein mitreißendes Musiker-Drama aus dem Rap-Milieu, im Stil von "8 Mile"


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Craig Brewer
Drehbuch:
Craig Brewer
Darsteller:
Terrence Howard, Anthony Anderson, Taryn Manning, Taraji P. Henson, DJ Qualls, Ludacris, Isaac Hayes

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
15.06.2006