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DVD-Besprechung - Die Insel

Story:
Lincoln 6 Echo (Ewan McGregor) und Jordan 2 Delta (Scarlett Johansson) sind zwei der nach einer weltweiten Verseuchung in einem Bunker lebenden Menschheit. In einer sterilen und bis ins Detail geplanten Welt ist die einzige Hoffnung, als Gewinner der großen Lotterie auf "Die Insel" zu kommen, dem letzten nicht versuchten Fleck Erde. Doch Lincoln 6 Echo kommen langsam Zweifel auf, dass dies die ganze Wahrheit ist. Er macht sich auf den Weg in die verseuchte Zone und kommt dabei einer schockierenden Wahrheit auf die Spur. Gemeinsam mit Jordan 2 Delta macht er sich auf die Flucht aus dem Bunker und die beiden werden von da an von einem Spezialisten-Team unter der Leitung von Albert Laurent (Djimon Hounsou) gnadenlos gejagt.

Meinung zum Film:
Von Regisseur Michael Bay ("Bad Boys") ist man Filme gewohnt, die für reichlich Action sorgen und ohne große Bedenken Logik und die Gesetze der Physik über Bord werfen. Für Action-Fans ohne zu großen Anspruch an den Inhalt waren seine Filme von daher durchweg ein großes Fest, das mit einem bunten und lauten Feuerwerk gefeiert wurde. "Die Insel" gerät ein wenig anders. Denn im Gegensatz zu seinen früheren Werken legt er hier wesentlich mehr Gewicht auf die Geschichte, was zur Folge hat, dass in der ersten halben Stunde in Sachen Action nicht viel passiert. Selbst der gewohnte Appetizer zu Beginn wurde diesmal über Bord geworfen. Helden, die in Zeitlupenaufnahmen gezeigt werden, müssen ebenfalls erst einmal hinten anstehen.

Anstelle der Action nimmt der Regisseur sich viel Zeit, die sterile Atmosphäre des abgesicherten Bunkers zu zeigen. Alles ist auf penibelste Weise sauber gehalten, die Menschen laufen in Einheitskleidung durch die sehr sauberen Gänge und Plätze, die Ernährung ist genau auf jede Person abgestimmt und alles und jeder wird auf Schritt und Tritt verfolgt. Das ganze Szenario wirkt wie eine Mischung aus der geplanten Welt in "Flucht ins 23. Jahrhundert" und der totalen Überwachung in "1984". Nach der Flucht aus dieser Welt ändert sich das Szenario deutlich und es geht in die heute bekannte Welt mit ein paar zusätzlichen Spielereien, um das Gefühl einer Zukunftsvision zu haben. Und ab diesem Punkt kehrt auch der gewohnte Michal Bay zurück und der Film wird zu einer großen Verfolgungsjagd, die einiges an Action und Dramatik zu bieten hat. Vor allem eine Highway-Verfolgung, in der die Achsen von Zugwaggons eine Rolle spielen, und die in einem luftigen Höhepunkt auf einem Firmenlogo an einem Hochhaus endet, lässt deutlich die Handschrift Michael Bays erkennen. Neben der Action gibt es ab hier auch die ein oder andere Länge im Film und das große Interesse, das der Film zu Beginn weckte, lässt ab diesem Moment auch ein klein wenig nach.

Bei den Darstellern können Ewan McGregor ("Krieg der Sterne I-III") und Scarlett Johansson ("Lost in Translation") voll überzeugen. Die Ansprüche sind sicherlich nicht so hoch wie in ihren früheren Filmen, aber auch Actionrollen muss man erst einmal ausreichend ausfüllen können. Es ist vor allem die Chemie zwischen den beiden Akteuren, die für einen guten Eindruck sorgen. In weiteren Rollen spielen Sean Bean ("Der Herr der Ringe"), Steve Buscemi ("Armageddon"), Michael Clarke Duncan ("Armageddon"), Djimon Hounsou ("Amistad") und in ganz übler Weise auch Productplacement, das weit davon entfernt ist, im Hintergrund stattzufinden und teilweise das Gefühl hervorruft, dass einzelne Szenen eigens für die Platzierung des Produktes geschrieben wurden. Das Drehbuch strotzt auch wieder vor Logiklöchern und unzureichend weitergeführten Szenen, dass auch hier die Handschrift des Regisseurs in negativer Weise voll zur Geltung kommt. "Die Insel" ist sicherlich ein interessanter Actionfilm, der nicht ganz den Unterhaltungsstandard anderer Bay-Werke aufweisen kann, dafür aber als Entschädigung einen interessanten Hintergrund besitzt. Lediglich die Mischung ist nicht ganz so gut gelungen.

Digitale Aufarbeitung:
Durch den Einsatz von verschiedenen Filtern durch den Regisseur ist das Bild nicht leicht zu bewerten. In den Szenen, wo das Bild klar aufgenommen wurde, kann es jedoch glänzen und lässt keine Wüsche offen. Auch der Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut abgemischt und lässt es in den Actionszenen richtig krachen.

Als Extra gibt es lediglich ein nur rund 15-minütiges Making Of zum Film, das neben allerlei Lobhudelei ein paar Blicke auf die Entstehung des Films wirft.

Fazit:
"Die Insel" ist ein Actionfilm, der viel Wert auf einen interessanten Hintergrund legt. Neben guten Darstellern ist leider aber auch reichlich nervendes Productplacement zu sehen, das stellenweise ziemlich störend auffällt. Der Film ist ein ordentlicher Unterhaltungsfilm, der jedoch nicht vollends überzeugen kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
130:25 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • Making Of
Die Insel - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Insel
The Island

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein für Michael Bay relativ ruhiger und für seine Verhältnisse recht tiefgründiger Film


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Michael Bay
Drehbuch:
Caspian Tredwell-Owen , Alex Kurtzman, Roberto Orci
Darsteller:
Ewan McGregor, Scarlett Johansson, Sean Bean, Djimon Hounsou, Michael Clarke Duncan, Steve Buscemi

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart Deutschland :
27.01.2006