Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Isola - Das 13. Gesicht
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Isola - Das 13. Gesicht

Story:
Yukari (Yoshino Kimura) hat eine Gabe, um die sie viele beneiden würden. Sie kann die Gedanken anderer Menschen verstehen, als würden diese laut ausgesprochen. Doch sie nutzt diese Fähigkeit nicht zu bösen Zwecke, sondern wendet diese nur an, um zu helfen, z.B. als sie nach einer Erdbebenkatastrophe in die japanische Stadt Kobe geht, um dort als freiwillige Helferin den Leidenden zur Seite zu stehen. Dort lernt sie auch die junge Chihiro (Yû Kurosawa) kennen, die offensichtlich unter einer multiplen Persönlichkeit leidet. Yukari nimmt sich des Mädchens an und lernt immer mehr über das Schicksal des bemitleidenswerten Mädchens kennen, das insgesamt nicht weniger als 13 verschiedene Charaktere in sich vereint. Und irgendwann stellt sich ihr die Frage, ob Chihiro mit den mysteriösen Todesfällen in Verbindung steht, die in letzter Zeit das Gebiet heimsuchen. Denn es gibt nicht wenige, die genau dieses behaupten.

Meinung zum Film:
Seitdem Filme wie "The Ring" oder "Ju-On: The Grudge" auch Horrorfreunden in der westlichen Hemisphäre das Fürchten lehrten, sind die Erwartungen an asiatische Mystery-Filme recht hoch gesteckt. Ähnlich hoch dürften auch die Vorfreuden bei "Isola - Das 13. Gesicht" sein. Und gleich zu Beginn setzt Regisseur Toshiyuki Mizutani selbst die Messlatte für seinen Film auf die hohe Stufe. Denn durch die Gedanken von Yukis Mitmenschen, die man auch als Zuschauer gespenstisch vernehmen kann, bekommt der Film recht schnell einen höchst unheimlichen Touch. Hinzu kommt, dass es immer wieder Einspielungen von Szenen gibt, die ohne jeden Zusammenhang zum Geschehen zu sein scheinen, und somit zusätzliches Interesse hervorrufen. Gespickt mit effektiv inszenierten, aber nicht übertrieben blutig ausgeführten Todesfällen hat der Film innerhalb der ersten Hälfte der Spieldauer das Publikum in seinen Bann gezogen.

Die größte Stärke ist die Frage, was überhaupt vor sich geht. Was sind das für Gräueltaten, die gezeigt werden? Was steckt hinter der mysteriösen Chihiro, was hat es mit ihren einzelnen Persönlichkeiten auf sich und welches Geheimnis birgt jede einzelne für sich? Und diese Fragen verkauft der Regisseur in beispielhafter Manier. Kurze unheimliche Einstellungen und immer wieder kurze, eingestreute Schockmomente, die für eine langsam ansteigende unheimliche Stimmung sorgen, jagen immer mehr Schauer über den Rücken. Yoshino Kimura ("Copycat Killer", "Paradise Lost") in der Rolle der Yukari und Yû Kurosawa ("Schoolday of the dead"), die Enkelin des großen Akira Kurosawa ("RAN"), als multiple Chihiro unterstützen durch ihr an das Tempo angepasste Spiel die Szenerie.

Allerdings bekommt "Isola" ab der zweiten Hälfte eine etwas andere Richtung und Chihiro gerät selbst ein klein wenig in den Hintergrund. Der Film wird zwar zu keiner Sekunde langweilig, aber die große Spannung zu Beginn ist gegen Ende nicht mehr so präsent. Die Geschichte wird durchgehend gut und interessant weitergeführt und ausgebaut, allerdings fehlt als an der prickelnden Gänsehaut-Stimmung. Was anfänglich ein Fest für Freunde von an die Nerven gehende Horrorstimmungen war, kippt in diesem Moment zu einer Fundgrube für Anhänger mystischer Geistergeschichten. Beide Teile haben zweifelsohne ihren Reiz, sind aber im Grunde zwei verschiedene Geschichten. Besonders stark ins Gewicht fällt dabei, dass die Fähigkeiten, Gedanken lesen zu können, bei Yukari mehr oder weniger unter den Tisch fällt, während die multiplen Persönlichkeiten von Chihiro auch nur noch am Rande Bedeutung haben. Wäre Mizutani bei der anfänglichen Ausrichtung seines Werkes geblieben, hätte "Isola" ein Highlight werden können. Durch den Richtungswechsel nach der Hälfte ist dieses nicht mehr ganz der Fall, es reicht aber immer noch zu stimmungsvoller Mystery-Unterhaltung.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen recht guten Eindruck, zwar gibt es, wahrscheinlich durch einen Videotransfer, kleinere Nachzieheffekte, doch ansonsten liegt das optische in einem ordentlichen Bereich. Die Farben wirken stellenweise etwas kühl, was aber durchaus auch von Regisseur gewollt sein könnte, da es den Charakter des Filmes zum Teil unterstützt. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist ohne jeden Tadel. Selbst im hinteren Bereich gibt es gelegentlich was auf die Ohren. Hier hat die deutsche Spur eindeutig Vorteile gegenüber der weitaus weniger spektakulären japanischen Variante.

Bonusmaterial ist sehr knapp bemessen. Außer dem Trailer und ein paar Texttafeln zu Cast & Crew ist hier nichts zu finden.

Fazit:
"Isola - Das 13. Gesicht" ist spannendes Gänsehaut-Kino, dass seine atemberaubende Spannung nach rund der Hälfte jedoch für eine mystische Geistergeschichte aufgibt, und sich dadurch keinen großen Gefallen tut. Wer jedoch Freude an Mystery-Unterhaltung made in Fernost finden kann, sollte auf jeden Fall in die 13 Gesichter blicken.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
93:14 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
Dolby Surround
Dolby Surround
Japanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Japanisch
Dolby Surround
Dolby Surround
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Originaltrailer
  • Slideshow
  • Bio- und Filmografien
Isola - Das 13. Gesicht - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Isola - Das 13. Gesicht
Isola: Tajuu jinkaku shôjo

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein furioser Start mit Gänsehautgarantie und einer stimmungsvollen Geistergeschichte zum Ende


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Japan, 2000
Regie:
Toshiyuki Mizutani
Drehbuch:
Hiroshi Hatajima, Mugita Kinoshita
Darsteller:
Yoshino Kimura, Yû Kurosawa, Ken Ishiguro, Makiko Watanabe, Satomi Tezuka, Susumu Terajima, Kazuhiro Yamaji

Label Deutschland :
e-m-s
Verkaufsstart Deutschland :
20.01.2005