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DVD-Besprechung - The Jacket
Story:
Nachdem Jack Starks (Adrian Brody) im ersten Irak-Krieg angeschossen wurde, landet er auf Grund seiner psychischen Leiden in einer Nervenheilanstalt. Geplagt von großen Gedächtnislücken wird er von Dr. Thomas Becker (Kris Kristofferson) mit einer Methode behandelt, die seine Aggressionen ausmerzen soll. Hierzu wird er, in eine Zwangsjacke gesperrt, in eine Art Leichenschublade geschoben. Nachdem Jack die anfängliche Panik überwunden hat, flüchtet er in Gedanken aus seinem engen Behältnis in ein besseres Leben in der entfernten Zukunft. Doch sobald er wieder aus der Dunkelheit befreit wird, befindet er sich wieder im grausamen Hier und Jetzt mit dem Wissen, dass er in wenigen Tagen sterben wird.
Meinung zum Film:
Regisseur John Maybury hat mit "The Jacket" erst seinen zweiten abendfüllenden Spielfilm abgeliefert. Sein erstes Werk "Love Is the Devil" ist bei dem kleinen Label "Edition Salzgeber" in Deutschland erschienen und hat kaum Aufmerksamkeit erhalten. Aber die Meisten dürften mit dem Stil von Maybury vertraut sein, da er für das mehrfach ausgezeichnete Musikvideo "Nothing Compares 2 u" von Sinead O'Connor verantwortlich ist, in dem er durch ganz einfache Mittel für große Emotionen sorgte. Seine spezielle Art an der Visualisierung eines Stoffes heranzugehen war es dann auch, die ihm einen Anruf Steven Soderberghs ("Traffic") einbrachte, der ihm ein Regieprojekt mit gutem Independent-Budget anbot. Nach anfänglichem Zögern willigte John Maybury ein und er begann mit den Vorbereitungen zu "The Jacket".
Die Wahl des Regisseurs stellte sich im Nachhinein als überaus gelungen dar, denn die Art, in der er die Leiden von Jack Starks darstellt, ist nahegehend und mitreißend. Mit einem Bildgewitter aus kurzen Eindrücken, mit verschiedenen Farben, mit nervenaufreibenden Tönen aus allen Lautsprechern und einer klaustrophobischen Enge, die man vor dem Bildschirm fast schon fühlen kann, zieht Maybury das Publikum in die Geschichte und lässt es die Wahrnehmungen des Patienten nachvollziehen. Oscar-Preisträger Adrien Brody ("Der Pianist") trägt mit einer herausragenden darstellerischen Leistung maßgeblich dazu bei, dass die Leiden seines Charakters zu den Bauchschmerzen des Publikums werden. Für weitere positive Eindrücke sorgen Kris Kristofferson ("Blade") als sich selbst überschätzender Arzt, Keira Knightley ("Fluch der Karibik") als Freundin aus der Zukunft, Jennifer Jason Leigh ("Weiblich, ledig, jung sucht...") als besorgte Medizinerin, Kelly Lynch ("3 Engel für Charlie") als alkoholabhängige Mutter und Daniel Craig ("Road to Perdition") als bester Freund in der Anstalt. Für den guten Soundtrack sorgte Brian Eno ("Terror in der Oper"), Gründungsmitglied der britischen Pop-Band "Roxy Music".
Im Mittelpunkt des Filmes steht eindeutig die Geschichte. Drehbuchautorin Massy Tadjedin hat in ihrem zweiten Film eine durchweg spannende Story erdacht, die in der ersten Hälfte reichlich verwirrend ist, ohne dabei aber konfus zu wirken. In der zweiten Hälfte bekommt alles immer mehr Sinn und es ergibt sich ein Gesamtbild, bei dem man sich lediglich fragt, wie das ganze am Ende aufgelöst wird. Und die Antwort auf diese Frage ist dann auch die einzige kleine Enttäuschung. Denn es passiert das, was als süßes Hollywood-Happy-End, aber auch als vorhersehbares Ende angesehen werden kann. Nach dem hochwertigen Inhalt, den man bis zu diesem Punkt gesehen hat, hätte man sich einen etwas raffinierteren Ausweg gewünscht. So hat es den Anschein, als hätte auch die Autorin nicht so recht gewusst, wie sie das ganze am besten zusammenbringen kann, und sich deswegen durch den hellerleuchteten Notausgang, der den ganzen Film hindurch schon auf sich aufmerksam machte, rausgeschlichen. Doch trotz dieses kleinen Schönheitsfehlers sitzt man beim Laufen des Abspanns noch vor dem Schirm und versucht, das gerade Gesehene zu verdauen.
Digitale Aufarbeitung:
Da Regisseur Jon Maybury mit reichlich bildverändernden Stilmitteln arbeitet, kann eine Bewertung des Bildes nach herkömmlichen Maßstäben nicht erfolgen. Es ist aber stets für guten Durchblick gesorgt und man hat nie das Gefühl, Details zu verpassen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 und dts ist in beiden Varianten sehr gut verständlich und sorgt für zusätzliches Unbehagen durch den effektvoll genutzten Surround-Spielraum.
Bei den Extras ist der knapp 30-minütige Beitrag "Projektentwicklung und Deleted Scenes" äußerst interessant. Hier erzählen der Regisseur und die Drehbuchautorin, warum sie einzelne Szenen rausgeschnitten haben und erklären dabei auch wesentliches zu den gezeigten Bildern und den im Film verbliebenen Einstellungen. "Der Look von "The Jacket"" bietet noch ein knapp 10-minütiges Feature über den Stil des Filmes, vor allem über den Vorspann.
Fazit:
"The Jacket" ist ein überaus spannendes und an die Nerven gehendes Mystery-Drama, das vor allem durch seine klaustrophobische Atmosphäre und seine hochwertig konstruierte Story zu fesseln weiß. Lediglich das Ende ist ein wenig enttäuschend, ohne jedoch den Rest des Filmes dadurch in Frage zu stellen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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98:40 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Deutsch DTS 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Der Look von "The Jacket"
- Projektentwicklung und Deleted Scenes
- Filmografien
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The Jacket
The Jacket
Ein fesselndes Mystery-Drama, das lediglich bei der Auflösung nicht ganz überzeugen kann
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / USA, 2005 Regie: John Maybury Drehbuch: Massy Tadjedin (nach einer Idee von Tom Bleecker, Marc Rocco) Darsteller: Adrien Brody, Keira Knightley, Kris Kristofferson, Jennifer Jason Leigh, Kelly Lynch, Brad Renfro, Daniel Craig, Laura Marano
Label :
Constantin Film
Verkaufsstart : 23.02.2006
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