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DVD-Besprechung - Jennifer's Shadow - Tödlicher Fluch

Story:
Die Familie von Jennifer Cathy (Gina Philips) leidet unter einer mysteriösen Familienkrankheit. Erst starben ihre Eltern, und nun auch ihre Zwillingsschwester, ohne dass die Ärzte genau sagen könnten, woran. Die junge Frau beschließt, die Schicksalsschläge hinter sich zu lassen und das große Familienanwesen zu verkaufen, in dem sie selbst schon seit längerem nicht mehr wohnt. Der Verkaufsgedanke stößt auf den großen Unmut ihrer Großmutter Mary Ellen (Faye Dunaway), die sich vehement gegen die Veräußerung ausspricht. Nach einer unheimlichen Nacht im Haus und einem angsterfüllten Alptraum erwacht Jennifer im Krankenhaus und die Ärzte offenbaren ihr, dass sie unter der gleichen mysteriösen Krankheit leidet, an der ihre Eltern und ihre Schwester starben. Um nicht selbst auch frühzeitig sterben zu müssen, stellt sie Untersuchungen an und der mysteriöse Roberto (Nicolás Pauls) erzählt ihr, dass ihre Familie mit einem Fluch belegt wurde.

Meinung zum Film:
Zu Beginn des Filmes könnte man meinen, einen Film aus den frühen 70er-Jahren in den Player gelegt zu haben. Die ruhigen und stimmungsvollen Bilder, die während des Vorspanns und kurz danach präsentiert werden, waren gewohnte Einleitung in den Gruselfilmen dieser Zeit. Geprägt waren diese durch eine schaurige Stimmung und den von Streicher- und Klavierspiel dominierten Soundtracks. "Jennifer's Shadow" bietet solch eine Eröffnung, die von einem ruhigen, aber dennoch unterschwellig spannungsversprechenden Eindruck geprägt wird. Der Rahmen für einen Gruselfilm im alten Stil ist somit gesetzt und man darf gespannt darauf warten, ob der Film den erweckten Erwartungen gerecht werden kann.

Rein optisch betrachtet kann der Film schon sehr bald die gesetzten Erwartungen erfüllen. Die beiden Regisseure geben sich allergrößte Mühe, ansprechende und stimmungsvolle Bilder einzufangen und nicht nur plump die Handlung zu präsentieren. Neben seiner ordentlichen Optik bietet der Film einen interessanten und schaurigen Machtkampf zwischen Enkelin und Großmutter. Faye Dunaway ("Meine liebe Rabenmutter") als diabolisch herüberkommende ältere Dame mit Prinzipien und einem eisernen Willen kann dem Zuschauer durchaus Angst einflößen und es wird einem schon etwas Bange um die Zukunft ihrer Enkelin, die von Gina Philips ("Dead & Breakfast") sehr ordentlich dargestellt wird. In den Szenen, in denen beide Darstellerinnen zusammen auf dem Schirm zu sehen sind, werden aber eindeutig von Alt-Star Faye Dunaway dominiert.

Inhaltlich wird der Film recht sachte vorangebracht. Es gibt fast keine großen Schockmomente. Seine Spannung und die unbehagliche Stimmung bezieht "Jennifer's Shadow" aus kleinen Begebenheiten, die für Verwirrung und leichtes Frösteln sorgen. Dazu zählt unter anderem der mysteriöse und anfangs etwas undurchsichtige Kaufinteressent Roberto, der Jennifer beobachtet und beim Anblick einer Vogelfeder die Hausbesichtung abrupt beendet. Ein Rabe ist es auch, der Jennifer in ihren Alpträumen zu schaffen macht, die beim Zuschauer ebenfalls ihre Wirkung hinterlassen. Auch die bettlägerige Tante Emma mit ihrem unheimlichen Gesichtsausdruck ist sehr gut in Szene gesetzt. Die Story hat aber auch so manche Ecken und Kanten, an denen sie nicht sehr rund wirkt und die ein oder andere Begebenheit wirkt nicht unbedingt schlüssig und sorgt dafür, dass die Spannung ein wenig verschleppt wird. Gerade zum Ende hin schienen den Autoren die Ideen ein wenig ausgegangen zu sein und der Weg zum Finale wirkt immer holpriger. Insgesamt ist es aber die schaurig-schöne Stimmung, die "Jennifer's Shadow" zu kurzweilig-guter Unterhaltung für Freunde gruseliger Stoffe macht.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen sehr guten Eindruck und wenn es überhaupt irgendetwas zu bemängeln gibt, dann vielleicht die nicht ganz ausgeprägten Details. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich, nutzt die hintere Front allerdings nur gezielt für vereinzelt platzierte Effekte.

Als Bonus ist auf der DVD ein Audiokommentar mit den beiden Hauptdarstellerinnen und den Produzenten vorhanden. Dieser bietet eine Fülle an Informationen zur Entstehung und wurde löblicherweise mit deutschen Untertiteln versehen.

Fazit:
"Jennifer's Shadow" ist ein stimmungsvoller Gruselfilm, der mit gemäßigtem Tempo eine herrliche Stimmung verbreitet und ohne Effekthascherei für spannende Unterhaltung sorgt. Inhaltlich müssen zwar Abstriche gemacht werden, was man dank der Atmosphäre größtenteils verschmerzen kann.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
86:17 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit Faye Dunaway, Gina Philips und den Prouzenten Claudie Viguerie und P.J. Pettiette
Jennifer's Shadow - Tödlicher Fluch - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Jennifer's Shadow - Tödlicher Fluch
Jennifer's Shadow

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Gruselfilm in der Tradition alter Schule


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Argentinien / USA, 2004
Regie:
Daniel De La Vega, Pablo Parés
Drehbuch:
Daniel De La Vega, Pablo Parés (nach einer Geschichte von P.J. Pettiette)
Darsteller:
Faye Dunaway, Gina Philps, Duilio Marzio, Nicolas Pauls, Hilda Bernard, Nicolás Pauls

Label Deutschland :
Koch Media Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
18.11.2005