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DVD-Besprechung - Jersey Girl
Story:
Das Leben des PR-Fachmannes Ollie Trinke (Ben Affleck) scheint perfekt. Seine langjährige Freundin Gertie (Jennifer Lopez) hat seinen Heiratsantrag angenommen und wird kurze Zeit später schwanger. Durch Komplikationen bei der Geburt stirbt Gertie, wodurch das einstige Wunschkind auf einmal zur Belastung wird, durch die er obendrein auch noch seinen Job verliert. Ollie zieht mit Tochter Gertie (Raquel Castro) zu seinem Vater in Jersey und arbeitet fortan als Straßenreiniger. In tiefen Depressionen verfangen, bedarf es der flippigen Maya (Liv Tyler) um ihm zu zeigen, dass das Leben noch Spaß machen kann.
Meinung zum Film:
Lange hat es gedauert, bis Kult-Regisseur Kevin Smith ("Clerks", "Chasing Amy") nach "Jay und Silent Bob schlagen zurück" seine Fans erlöste und mit "Jersey Girl" einen neuen Film in die Kinos brachte. Die Erwartungen waren gewohnt hoch und man erhoffte sich nach dem eher klamaukhaften letzten Film Smiths wieder einen vor unterhaltsamen Dialogen sprühenden und durch seine erfrischend natürlichen Begebenheiten begeisternden Beitrag. Doch irgendwie muss der Regisseur das Verlangen gehabt haben, eine ernstere Richtung einzuschlagen, was mit seiner ansonsten aber eher lockeren Inszenierungsweise nicht so ganz zusammenpassen möchte. Das Ergebnis ist eine Mischung aus teils überzogenen Dialogen mit einem ernsten Rahmen, der nicht so recht überzeugen kann.
Ollie Trinke ist zu Beginn ein einziger Bastard, durch die Art, wie er teilweise Gertie und dann auch das Baby behandelt. Nach dem ersten Drittel wendet sich dann das Blatt und er der einstige Unsympath wird zum treuumsorgenden Vater. Eine Wandlung, die man ihm nicht so ganz abkaufen kann und die doch sehr gekünstelt wirkt, was auch für den klischeehaft inszenierten Rückfall zum Ende hin gilt. Ben Affleck ("Good Will Hunting") spielt ganz ordentlich, allerdings ohne bemerkenswerte Akzente setzen zu können. Er wird durch die süße Newcomerin Raquel Castro in den Hintergrund gedrängt, die mit einem einzigen Lächeln das Publikum gleich auf ihre Seite zieht. Liv Tyler ("Der Herr der Ringe") in der Rolle der unkonventionellen Maya spielt gut, allerdings wirkt ihre Figur stellenweise so unnatürlich und künstlich wie ein Zitronenbaum in der Antarktis. Sieht man mal von Jay & Silent Bob und vor allem ihrem Film ab, waren es immer die Charaktere in Kevin-Smith-Filmen die für den natürlichen Charme der Geschichte sorgten, hier aber deutlich daneben liegen.
Bei der Geschichte vermisst man die meiste Zeit über den intelligenten Sprachwitz und Charme aus früheren Tagen. Es gibt einige nette Momente und auch einige Dialoge und Gastauftritte, die für gute Unterhaltung sorgen. Das Problem ist allerdings, dass die Geschichte eher uninteressant wirkt und im Grunde nur von einer Situation zur nächsten gesprungen wird. Es bleibt wenig von der Stärke alter Titel über, bei denen man mit den Personen von Anfang bis Ende mitgelitten hat und sich am Fortgang ihrer Schicksale interessierte. Hinzu kommt, dass die Dialoge weit von der Spritzigkeit alter Tage entfernt sind und ein Dialog über Sex zwischen Ollie und Maja einfach nur albern wirkt und rein gar nichts mehr vom Charme ähnlich thematisierter Diskussionen aus "Chasing Amy" hat. "Jersey Girl" ist sicherlich kein schlechter Film und bietet auch reichlich amüsanter Situationen. Doch insgesamt wirkt er ein wenig zu künstlich und gerade wenn man ihn mit anderen Werken Kevin Smiths vergleicht, hat er eindeutige Schwächen.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt ein wenig matt, wodurch die Farben ein wenig wie ausgebleicht erscheinen. Auch die Schärfe ist nicht auf einem besonders gehobenen Niveau, die Kanten wirken stellenweise allesamt ein wenig verwaschen. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist klar verständlich, in Sachen Räumlichkeit dem Genre entsprechend recht zurückhaltend und macht meist nur durch Musik auf sich aufmerksam.
Als Bonus gibt es gleich zwei Audiokommentare mit Kevin Smith. Bei dem einen unterstützt ihn Hauptdarsteller Ben Affleck, bei dem anderen Produzent Scott Mosier und sein alter Kumpel Jason "Jay" Mewes. Dass es dabei reichlich witziges zu erleben gibt, ist selbstverständlich. Witzig weiter geht es auch beim rund 30-minütigen Gespräch zwischen Kevin Smith und Ben Affleck, die sich über ihre gemeinsamen Arbeiten unterhalten und sich dabei natürlich gegenseitig hochnehmen. Der Blick hinter die Kulissen bietet in erster Linie Kommentare der Künstler und Bilder aus dem Film und ist ganz nett anzusehen, mehr aber auch nicht. Die Textinterviews sind erstaunlicherweise nur in englischer Sprache vorhanden, was für rein deutschsprachige Käufer sicherlich kein guter Service ist. Alle anderen Specials sind mit deutschen Untertiteln versehen Ein unterhaltsames Extra sind die fünf Episoden "Attraktionen am Straßenrand", die original in der "Tonight Show" mit Jay Leno ausgestrahlt wurden und bei denen mit witzigen Kommentare von Kevin Smith versehen einige interessante Plätze Amerikas gezeigt werden. In Sachen Bonus bietet die DVD eine sehr unterhaltsame Mischung.
Fazit:
"Jersey Girl" ist einer der schwächeren Kevin-Smith-Filme, was vor allem an den nicht unbedingt natürlichen Charakteren und der schwachen Story liegt. Aufgefangen wird einiges durch die kleine Raquel Castro, einiger guter Situationen und netten Gastauftritten. Ein netter Film, den man sich gut ansehen kann, aber sicherlich nicht gesehen haben muss. Das Bonusmaterial kann aber überzeugen und stellt für Kevin-Smith-Fans einen klaren Kaufanreiz dar.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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98:04 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 | Spanisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Spanisch |
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Bonusmaterial:
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- Audiokommentar mit Kevin Smith und Ben Affleck
- Audiokommentar mit Kevin Smith, Produzent Scott Mosier und Special Guest Jason "Jay" Mosier
- Attraktionen am Straßenrand mit Kevin Smith (aus der "Tonigh Show" mit Jay Leno)
- Inside Talk: Ben Affleck und Kevin Smith packen aus
- Hinter den Kulissen von "Jersey Girl"
- Text-Interviews mit Cast & Crew
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Jersey Girl
Jersey Girl
Ein eher schwacher Kevin-Smith-Film, der aber dennoch durchschittliche Unterhaltung bietet
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2004 Regie: Kevin Smith Drehbuch: Kevin Smith Darsteller: Ben Affleck, Raquel Castro, Liv Tyler, George Carlin, Stephen Root, Mike Starr, Jason Biggs, Jennifer Lopez
Label :
Buena Vista Home Entertainment
Verkaufsstart : 12.05.2005
Vertrieb :
Walt Disney Studios Home Entertainment Switzerland
Verkaufsstart : 12.05.2005
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