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DVD-Besprechung - Kaltes Land
Story:
Nachdem ihr Mann sie zum erneuten Male misshandelt hat, nimmt Josey Aims (Charlize Theron) all ihren Mut zusammen und verlässt ihn. Bei ihren Eltern findet sie wenig Verständnis für ihre Entscheidung, vor allem ihr Vater (Richard Jenkins) kann ihren Schritt nicht nachvollziehen. Von ihrer alten Freundin Glory (Frances McDormand) bekommt sie mehr Unterstützung und beginnt auf ihren Rat hin als Arbeiterin in den naheliegenden Minen. Doch der tägliche Job wird immer mehr zu einer Tortur für sie, da sexuelle Belästigungen an der Tagesordnung stehen und viele männliche Kollegen nicht wissen, wo die Grenze ist. Vor allem ihre alte Schulliebe Bobby Sharp (Jeremy Renner) scheint nicht zu wissen, wann es an der Zeit ist aufzuhören.
Meinung zum Film:
Dass es Frauen nicht immer ganz leicht haben in unserer Gesellschaft, ist sicherlich nicht zu leugnen. Wozu sonst sollte es Gleichstellungsbeauftragte in großen Firmen und Behörden geben und was wäre der Sinn von Gesetzen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, wenn diese nicht zum Schutz der Frauen dienen sollen. Dass derartige Missstände häufiger vorkommen, umso weiter man in rauere Männerdomänen vordringt, in denen körperlich harte Arbeit das Szenario beherrschen, steht sicherlich ebenfalls außer Frage. Raue Gegenden, wie etwa eine Mine in Minnesota, in der auch Josey Aims ihren Lebensunterhalt verdient. Basierend auf einer wahren Begebenheit, welche die erste Sammelklage mit dem Vorwurf der sexuellen Belästigung zu Folge hatte, bannte Regisseurin Niki Caro ("Whale Rider") einen einfühlsamen Film auf Celluloid, der zu überzeugen weiß. Selbst wenn der Film an manchen Stellen vielleicht ein wenig zu dick aufträgt und in Klischees zu fallen droht, geht der ernste Charakter des Werkes niemals verloren.
Charlize Theron ("Monster") in der Rolle der alleinerziehenden Josey Aims weiß erneut in einer schwierigen Rolle durchweg zu gefallen. Personen, die vom Leben und den sozialen Umständen gezeichnet sind, scheinen der Südafrikanerin einfach zu liegen und spornen sie immer wieder zu Bestleistungen an. Das Martyrium von Josey beginnt nach den Erlebnissen in der Ehe damit, dass ihr Vater nur mit Unverständnis reagiert, als sie ihren Mann wegen erneuter körperlicher Misshandlung verlässt. Einem Kumpel weiß dieser beim Bier zu berichten, dass der Schwiegersohn doch sicherlich "nur betrunken war". Sein Trinkkumpane weiß darauf zu berichten, dass seine Frau auch insgesamt 12-mal bei ihm ausgezogen ist, bevor sie alles geregelt hatten. In den Minen lässt Josey einige Demütigungen über sich ergehen, bevor sie sich auch hier dazu entschließt, sich gegen die Umstände aufzulehnen und rechtliche Schritte zur Verbesserung ihre Situation zu unternehmen.
Neben der sehr nahegehend erzählten Geschichte ist es vor allem auch die namhafte Schar Darsteller, die für den guten Eindruck des Filmes sorgt. Neben Charlize Theron glänzt Frances McDormand ("Fargo") in der Rolle der guten Freundin Glory. Richard Jenkins ("Dick und Jane") spielt den Vater über lange Zeit so gelungen in einer von Männern dominierten Welt gefangen, dass er das gewollte Unverständnis damit schnell erntet. Jeremy Renner ("Dahmer") ist die Steigerung in Form der personifizierten sexuellen Belästigung und kann sich der Missgunst des Publikums schnell sicher sein. Sissy Spacek ("Menschen am Fluß") als Joseys Mutter lässt es größtenteils gleichgültig angehen und spielt sich erst gegen Ende des Filmes aus dem Schatten ihres Gatten. Unterstützt wird Josey stark von ihrem väterlichen Freunden Kyle, den Sean Bean ("Herr der Ringe") sehr gut verkörpert, und Woody Harrelson ("After the Sunset"), der mit seiner zurückhaltenden Art nicht nur die Sympathien der alleinerziehenden Mutter gewinnen kann, sondern spätestens, als er das Mandat als Joseys Anwalt annimmt, sich auch der Zuneigung des Publikums sicher sein kann. "Kaltes Land" ist ein emotional fesselndes Filmerlebnis geworden, das auf beeindruckende Weise zeigt, wie zurückentwickelt manch einer der Spezies Mann doch ist und wie schwer es für Frauen sein kann, sich in Männerdomänen durchsetzen zu können.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild wirkt ein wenig kraftlos in den Farben und unterkühlt, was aber durchaus der Stimmung des Films angepasst ist. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist sehr gut abgemischt und bietet, wenn es die Bilder erlauben, auch einiges an Klängen aus dem hinteren Surroundbereich.
Als Extra gibt es einen rund 15-minütigen Hintergrundbereicht zum Film, in dem Frauen zu Wort kommen, die tatsächlich unter den im Film gezeigten Umständen zu leben und arbeiten hatten Es folgen noch rund 10 Minuten nicht verwendeter Szenen und der US-Trailer zum Film.
Fazit:
"Kaltes Land" ist ein emotional bewegender Film. Er zeigt die sehr nahegehende Leidensgeschichte einer Frau, bei welcher so mancher Mann sicherlich am liebsten vor Scham im Boden versinken würde, da hier der Grat zwischen Primaten und zivilisiertem Kulturmensch recht schmal gerät.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,40:1
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121:10 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 5.1 | Englisch Dolby Digital 5.1 |
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Untertitel:
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Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte |
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Bonusmaterial:
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- Geschichten aus dem "Kalten Land"
- Zusätzliche Szenen
- US-Kinotrailer
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Kaltes Land
North Country
Ein emotional bewegender Film über den Leidensweg einer Frau in einer Männerwelt
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005 Regie: Niki Caro Drehbuch: Michael Seitzman (basierend auf dem Roman "Class Action: The Landmark Case That Changed Sexual Harassment Law" von Clara Bingham und Laura Leady Gansler) Darsteller: Charlize Theron, Frances McDormand, Sean Bean, Woody Harrelson, Richard Jenkins, Sissy Spacek, Michelle Monaghan, Xander Berkeley, Elle Peterson, Thomas Curtis
Label :
Warner Home Video Germany
Verkaufsstart : 09.06.2006
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