Splashpages  Home Movies  Rezensionen  Rezension  Kammerflimmern
Partner von Entertain Web
http://www.splashmovies.de/php/images/spacer.gif
The DescendantsLucky TroubleDas Todesspiel

In der Datenbank befinden sich derzeit 3.899 Rezensionen. Alle Rezensionen anzeigen...

DVD-Besprechung - Kammerflimmern

Story:
Paul (Matthias Schweighöfer), von allen nur Crash genannt, ist Rettungsassistent in Köln. Ein Job, bei dem man Tag für Tag sehr viel Leid miterleben muss, was den jungen Mann, der selbst in früher Kindheit beide Eltern bei einem Autounfall verlor, sehr mitnimmt. Immer wieder verfällt er in Tagträume, um das Erlebte zu verarbeiten. Als er bei einem Einsatz November (Jessica Schwarz) kennenlernt, verliebt er sich gleich in die junge Frau, die dem sensiblen Paul ebenfalls große Zuneigung entgegen bringt. Aber die beiden können nicht so recht glauben, dass ihr Leben von nun an in glücklicheren Bahnen verlaufen soll. Zu viel haben sie beide erlebt, als dass sie sich dem neuen Leben einfach so hingeben könnten.

Meinung zum Film:
"Kammerflimmern" ist die Abschlussarbeit von Regisseur und Drehbuchautor Hendrik Hölzemanns, der damit sein Studium an der Filmakademie in Ludwigsburg beendete und der bereits während seines laufenden Studiums mit dem von ihm verfassten Drehbuch zu "Nichts bereuen" auf sich aufmerksam machte. In seiner Abschlussarbeit berichtet der Filmemacher über zerrüttete Familien, zerstörte Träume und unendliches Leid: Männer verprügeln ihre Frauen, Teenager laufen volltrunken durch die Straßen und selbst die Rettungsfahrer geben sich halluzigenen Mitteln hin. Die Welt, in der Crash und November ihr vermeintlich gemeinsames Glück finden, ist alles andere als lebenswert und wirft die große Frage auf, ob Köln, die nähere Umgebung oder vielleicht sogar ganz Deutschland wirklich so düster daherkommt.

Hölzermann hat einige Erlebnisse aus seinem eigenen Leben in dem Film verarbeitet. So erlitt er unter anderem in seiner frühen Kindheit selbst einen schweren Unfall und war während seines Zivildienstes Rettungssanitäter. Ereignisse, die einen Menschen sicherlich prägen und im Film sehr niederschmetternd herüberkommen und auch auf dem Gemüt des Publikums lasten. Der Regisseur führt einige mögliche Missstände vor Augen, mit denen man sich bis dato nicht zwangsläufig beschäftigt hat, die teilweise aber so oder so ähnlich überall im Land passieren können und wohl auch werden. Durch die teilweise recht einfach gehaltene Inszenierung, dem Einsatz einer Handkamera und spärlich gesetzten Schnittfolgen, wirkt der Film zeitweise wie ein Beitrag aus dem Nachrichten-TV, was zusätzlich zu einem eher düsteren und depressiven Gesamtbild beiträgt.

Wie nah der Film an der realen Situation von Rettungssanitätern ist, sei allerdings einmal dahingestellt. Vor allem, wenn kurz nach dem Feststellen des Todes eines Mannes ein Rettungsdienstmitarbeiter mit der Notärztin seine sexuellen Gelüste noch im Rettungswagen auslebt, ist das nicht nur grob am Leben vorbei, sondern obendrein auch noch äußerst geschmacklos. Dies ist dann auch das Hauptproblem im Film - Hendrik Hölzemann lässt gerne mal schockierende Situationen einfließen, die entweder geschmacklos oder klischeehaft, meist aber effekthascherisch wirken. Inhaltlich bewegt sich das Werk vor allem durch diese Situationen auf TV-Film-Niveau und wird lediglich durch gute Leistungen von Matthias Schweighöfer ("Soloalbum") und Jessica Schwarz ("Verschwende deine Jugend") ein wenig über das Durchschnittslevel gehoben. Ein bisschen mehr Licht in dieser doch sehr depressiven Welt voller Schmerz und Leid, hätte "Kammerflimmern" sicherlich gut getan. Am Ende ist man als Zuschauer sehr mitgenommen und fragt sich, ob das Leben wirklich so düster daherkommt und ob man sich diesen Film wirklich antun musste.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut auf die DVD gebannt worden. Die Farben wirken natürlich und auch ansonsten gibt es ein gutes Äußeres geboten. Der Ton liegt deutschsprachig in Dolby Digital 5.1 und dts vor und ist in Punkto Verständlichkeit ohne Fehl und Tadel, kann im Surroundbereich allerdings erwartungsgemäß keine Glanzpunkte setzen.

Als Extras gibt es ein informatives Making Of zum Film mit einer Mischung aus Interviews und Bildern vom Dreh, eine Reihe Interviews mit den Künstlern, so wie Filmografien.

Fazit:
"Kammerflimmern" ist ein sehr depressiv daherkommender Film, der eine klischeebehaftete und teils auch geschmackslose Sichtweise auf das Leben von Rettungssanitätern bietet. Ganz sicher keine leichte Filmkost, die man sich als sensibler und zu Depressionen neigender Charakter auf gar keinen Fall antun sollte.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,78:1
1,78:1
96:21 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Untertitel:
Deutsch, Englisch
Bonusmaterial:
  • Making Of
  • Interviews
  • Filmografien
Kammerflimmern - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Kammerflimmern
Kammerflimmern

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Das klischeevolle Leben der Rettungssanitäter aus der Sicht von Hendrik Hölzemann


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 2004
Regie:
Hendrik Hölzemann
Drehbuch:
Hendrik Hölzemann
Darsteller:
Jessica Schwarz, Matthias Schweighöfer, Forian Lukas, Jan Gregor Kremp

Label Deutschland :
Constantin Film
Verkaufsstart Deutschland :
08.09.2005