 |
DVD-Besprechung - Die Kampfmaschine (Special Edition)
Story:
Nachdem Ex-Football-Profi Paul Crewe (Burt Reynolds) den Ausgang eines Spiels verkaufte, ging sein Leben stetig den Bach runter und führte ihn letzten Endes ins Gefängnis. Von Gefängnisdirektor Hazen (Eddie Albert) bekommt er den Auftrag, aus den Häftlingen ein American-Football-Team zusammenzustellen, das ein Vorbereitungsspiel gegen das Semi-Pro-Team von Captain Knauer (Ed Lauter) bestreiten soll. Doch es ist gar nicht so leicht, innerhalb von 4 Wochen ein schlagkräftiges Team zusammenzustellen, wenn es noch nicht einmal gelingen will, schwarze und weiße Häftlinge in einer Mannschaft zu vereinen.
Meinung zum Film:
American Football ist der Amerikaner liebsten Sport, der mit einer Mischung aus Schach und Schlachtengetümmel daherkommt. Kein Wunder also, dass diese Sportart auch Einzug in Spielfilmen hielt, und fragt man Kenner des Footballs nach dem Besten ihrer Art, wird man in den meisten Fällen "Die Kampfmaschine" als Antwort erhalten. Mit Burt Reynolds ("Auf dem Highway ist die Hölle los") in der Hauptrolle hat der Film einen Hauptdarsteller, der selbst eine Karriere als Running Back im College Football startete, bevor er durch eine Knieverletzung alle Hoffnungen auf einen Vertrag in der amerikanischen Profi-Liga NFL aufgegeben musste und schlussendlich eine bemerkenswerte Karriere im Filmgeschäft schaffte.
Regie bei der "Kampfmaschine" führte Robert Aldrich, der zuvor vor allem mit dem rauhen "Das Dreckige Dutzend" für Furore sorgte. Entstanden ist unter seiner Leitung ein Film, wie man ihn heutzutage sicherlich nicht mehr produzieren würde, da er in fast jeder Sekunde vor Political Incorrectness nur so strotzt Es beginnt damit, dass der vermeintliche Held gleich zu Beginn eine Frau ins Gesicht schlägt und anschließend auch noch mit übelsten Macho-Attitüden die einzige Frau im Knast von seiner Manneskraft überzeugt. Beim Sport geht es dann auch eher darum, jeglichen Fair-Play-Gedanken beim Gang auf das Spielfeld zur Seite zu legen, den Gegner möglichst hart zu treffen und ihm ein Maximum an Schmerzen zu bereiten. Last but not least sind die Wächter eine Gruppe übler Gewalttäter, die alle Insassen als Ventil ihres Frusts sehen, während der Gefängnisdirektor die Anstalt wie eine Puppenstube betrachtet, aus der er sich nach Belieben bedienen kann, um seinen persönlichen Freuden zuzuarbeiten. Aber so waren sie halt, die Filme in den frühen 70er Jahren.
Aber auch wenn sich einiges ziemlich platt darstellt und sämtliche Charaktere ohne jedes Profil daherkommen und problemlos austauschbar wären, besitzt der Film einen großen Unterhaltungswert, den er vor allem durch Hauptdarsteller Burt Reynolds erhält. Der charismatische Schauspieler gewinnt durch seine spitzbübische Art schnell die Sympathien des Publikums und macht die unschönen Handlungen zu Beginn vergessen. Mit reichlich lockerem Humor, einer niemals langatmig wirkenden Geschichte und einigen gut präsentieren Momenten im finalen Spiel hat der Film alles, was ein Sportfilm haben muss. Es ist sicherlich hilfreich, wenn man die hierzulande nicht so verbreiteten Football-Regeln im grundlegenden Prinzip verstanden hat, um den Geschehnissen auch wirklich folgen zu können. Aber auch wenn das ganze auf Grund fehlender Regelkenntnisse wie ein schwarzafrikanisches Fruchtbarkeitsritual wirkt, kommt niemals das Gefühl auf, seine Zeit zu verschwenden. Für einen Unterhaltungsfilm im Grunde das schönste, das man über ihn sagen kann.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist gut aufbereitet worden und bietet keinen Grund zur Kritik. Gleiches gilt für den in Mono präsentierten Dolby-Digital-2.0-Ton, der stets gut verständlich ist.
Als Extras gibt es einen sehr interessanten Audiokommentar mit Hauptdarsteller Burt Reynolds und Drehbuchautor und Produzent Albert S. Ruddy, bei dem locker über die Entstehung des Filmes geplaudert wird. Es folgen zwei rund 10-minütige Features, bei denen über die Charaktere im Film und die Arbeiten berichtet wird. Abgeschlossen werden die Extras durch den Trailer zum Film und einen Ausblick auf das in die Kinos kommende Remake mit Adam Sandler und Chris Rock in den Hauptrollen.
Fazit:
"Die Kampfmaschine" ist ein sehr unterhaltsamer Football-Film, der aus heutiger Sicht zwar Political Very Incorrect ist, aber dennoch knapp 2 Stunden beste Unterhaltung ohne großen Anspruch bietet. Freunde des Sub-Genres sollten zugreifen.
Technische Daten:
|
FSK-Freigabe:
|
Bildformat:
|
Laufzeit:
|
|
|
1,85:1
|
116:12 Minuten
|
|
Sprachen / Tonformate:
|
Deutsch Dolby Digital 2.0 | Englisch Dolby Digital 2.0 |
|
Untertitel:
|
|
Arabisch, Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Griechisch, Hebräisch, Holländisch, Isländisch, Italienisch, Kroatisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Slowenisch, Tschechisch, Türkisch, Ungarisch |
|
Bonusmaterial:
|
- Audiokommentar mit Burt Reynolds und Autor/Produzent Albert S. Ruddy
- Die Zeit wird abgesessen
- Die Kampfmaschine losgelassen
- Ausblick: Die Kampfmaschine (2005)
|
|  |
Die Kampfmaschine
The Longest Yard
Wenn wir schon nicht gewinnen können, brechen wir ihnen wenigstens sämtliche Knochen
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 1973 Regie: Robert Aldrich Drehbuch: Tracy Keenan Wynn, Albert S. Ruddy Darsteller: Burt Reynolds, Eddie Albert, Ed Lauter, Michael Conrad, James Hampton, Harry Caesar, John Steadman, Charles Tyner
Label :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart : 22.09.2005
|