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DVD-Besprechung - Der Killer von Wien
Story:
Julie Wardh (Edwige Fenech) kommt gemeinsam mit ihrem Mann Neil (Alberto de Mendoza), einem erfolgreichen Geschäftsmann in dessen alte Heimat Wien. Die Stadt wird zur Zeit von einem unheimlichen Killer heimgesucht und schon bald hat auch Julie ihre erste Begegnung mit dem unbekannten Mörder, der es auch auf ihr Leben abgesehen zu haben scheint. Gemeinsam mit ihrer Freundin Carol (Conchita Airoldi) und deren Cousin George (George Hilton) macht sich die junge Frau auf, den Killer zu entlarven. Ihr Verdacht fällt dabei vor allem auf Jean (Ivan Rassimov), einem ehemaligen Liebhaber von ihr.
Meinung zum Film:
Als Regisseur Sergio Martino 1971 "Der Killer von Wien" drehte, war dies seine erste Arbeit im Giallo-Bereich. Vorher hatte er sich mit kleineren Italo-Western wie "An den Galgen, Hombre" an das Film-Geschäft herangewagt, doch schon recht bald von den Arbeiten in Staub und Hitze genug gehabt. Der eher zufällige Wechsel in das Giallo-Genre war ein Glücksgriff für die Anhänger dieser italienischen Filmkunst, und bescherte ihnen mit bemerkenswerten Beiträgen wie "Der Schwanz des Skorpions", "Die Farben der Nacht" und vor allem "Torso" kleine Highlights. Anschließend wanderte der Regisseur mal mehr und mal weniger Erfolgreich zwischen den Genres und brachte vor allem mit dem Italo-Western "Mannaja - Das Beil des Todes" ein weiteres Highlight eines Genres zustande. Er konnte mit Beiträgen wie "Die Insel der neuen Monster" oder "Der Fluß der Mörderkrokodile" aber auch beweisen, dass nicht alles, was aus Italiens Filmwerkstätten stammt, ordentliche Unterhaltung darstellt.
Seine Arbeit an "Der Killer von Wien" ist allerdings über jeden Zweifel erhaben und was der damals noch recht unerfahrene Regisseur an Einstellungen und Bildfolgen auf den Schirm zaubert, braucht sich hinter den Arbeiten von anderen Regisseuren nicht zu verstecken. Szenen wir das Zerschlagen einer Champagner-Flasche sind beeindruckend prägend. Teilweise gibt es auch eindeutige Anleihen an den Italo-Western zu sehen. Vor allem wenn sich George Hilton ("Der Schwanz des Skorpions") und Ivan Rassimov ("Spasmo") in einer Wüstenlandschaft gegenüberstehen, fehlen nur noch der Dreitage-Bart und der Colt-Halfter, um den Eindruck und den Genre-Wechsel komplett zu machen. Eine außerordentlich bemerkenswerte Einstellung ist dem Regisseur gelungen, als der Täter von der Polizei gestellt wird. Die Bildsprache in diesem Moment ist einzigartig und bleibt noch lange im Gedächtnis haften. Ein Grund hierfür ist neben den Bildern vor allem auch der Soundtrack von Nora Orlandi ("Das Gesicht im Dunkeln"), der ebenfalls noch lange nach dem Sehen im Ohr verweilt und zu recht von Quentin Tarantino in dessen "Kill Bill - Vol. 2" gewürdigt wurde.
Inhaltlich sind Gialli in der Regel eher einfach gestrickt und zeigen am Ende eine meist überraschende, aber nicht selten recht unlogische Auflösung. Auch in diesem Punkt unterscheidet sich der Film von vielen anderen, indem er eine abwechslungsreiche Story aufbietet, die ein paar überraschende Wendungen aufweist und eine interessante Auflösung bietet. Es wird zwar nicht alles ins Detail geklärt, was aber nicht weiter tragisch ins Bild fällt. Positiv fällt neben den bereits erwähnten George Hilton und Ivan Rassimov auch die in Frankreich geborene Giallo-Ikone Edwige Fenech ("Die Nacht der blanken Messer") auf. Es gibt nur wenige Darstellerinnen, die das Genre in ähnlicher Weise prägten wie sie. Das liegt ganz sicher nicht allein an ihrem schön anzusehenden Äußeren, sondern vielmehr an der voller Geheimnissen steckenden Ausstrahlung, mit der die Darstellerin ihre Filme bereicherte. Somit ist "Der Killer von Wien" ein Giallo, den man als Freund des Genres auf gar keinen Fall verpassen darf.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr sauber und gut auf die DVD gebracht worden, einziger kleiner Kritikpunkt, wenn man ihn überhaupt als solchen sehen kann, ist ein feines Rauschen, das teilweise zu erkennen ist. Der Ton wirkt ein klein wenig dumpf, ist aber alles andere als schlecht.
Die Extras der DVD sind ein echtes Highlight und lassen das Herz von Giallo-Freunden höher schlagen. Vor allem der Beitrag "Dark fears behind the door", in dem Edwige Fenech, George Hilton, Ernesto Gastaldi, sowie Sergio und Luciano Martino über die Entstehung des Filmes und der gegenseitigen Beziehungen berichten ist grandios informativ. Gleiches gilt für das eigens von Koch Media produzierte Interview mit Komponistin Nora Orlandi, die sich als liebenswürdige Dame herausstellt und einiges über sich und das Komponieren zu erzählen weiß. Eine Slideshow hält Poster-Artworks und Aushangfotos bereit und der italienische Trailer zum Film darf natürlich auch nicht fehlen. Es gibt noch einen kurzen Bericht von Austrofred, der ein wenig über Wien und die Freizügigkeit in seiner Stadt berichtet. Dem schön gestalteten Digipak mit Schuber liegt noch ein Booklet mit weiteren Informationen zum Film und ein paar Bildern bei. Allein das Bonusmaterial macht die DVD zum Pflichtprogramm für Freunde des Giallo.
Fazit:
"Der Killer von Wien" ist ein hervorragend und spannend in Szene gesetzter Giallo, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte. Dank der sehr guten Umsetzung für die DVD und dem sehr informativen Bonusmaterial stellt die DVD ein Pflichtprogramm für Giallo-Liebhaber dar.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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2,35:1
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96:14 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 2.0 | Italienisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch |
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Bonusmaterial:
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- Dark fears behind the door
- La bellissima musica della signora Orlandi
- Tu Felix Austria nudi
- Italienischer Trailer
- Bildergalerie
- Booklet
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Der Killer von Wien
Lo strano vizio della signora Wardh
Ein vielgesuchter Giallo-Klassiker, einer der besten des Genres
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Italien / Spanien, 1971 Regie: Sergio Martino Drehbuch: Vittorio Caronia, Ernesto Gastaldi, Eduardo Manzanos Brochero Darsteller: Edwige Fenech, George Hilton, Ivan Rassimov, Carlo Alighiero, Alberto de Mendoza, Conchita Airoldi
Label :
Koch Media Entertainment
Verleihstart : 03.02.2006 Verkaufsstart : 03.02.2006
Vertrieb :
Koch Media Entertainment
Verleihstart : 03.02.2006 Verkaufsstart : 03.02.2006
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