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DVD-Besprechung - Kiss Kiss Bang Bang

Story:
Harry Lockhart (Robert Downey Jr.) war gerade auf der Flucht vor der Polizei, als er in ein Casting platzte und dort vom Fleck weg engagiert wird. Um sich für seine Rolle als Detektiv vorbereiten zu können, soll er gemeinsam mit dem Privatdetektiv Gay Perry (Val Kilmer) eine Observation durchführen, bei der er dann Zeuge wird, wie ein Wagen mit einer Leiche in einen See geschoben wird. Da es sich bei der Toten um die Schwester von Harmony Faith Lane (Michelle Monaghan) handelt, in die Harry schon seit jüngster Kindheit verliebt ist, übernimmt er natürlich den Fall, da Harmony der Annahme ist, er sei ein echter Detektiv.

Meinung zum Film:
"Kiss Kiss Bang Bang"-Regisseur Shane Black hat bei diesem Film zum ersten Mal auf dem Regiestuhl gesessen und doch hat er schon vorher für reichlich Unterhaltung bei einem großen Publikum gesorgt, indem er die Drehbücher für Blockbuster wie die "Lethal Wapon"-Reihe und "The last Boy Scout" schrieb. Warum er seinem Regiedebüt allerdings den marketing-technisch gesehen tödlichen Namen "Kiss Kiss Bang Bang" gab ist nicht ganz nachzuvollziehen. Entweder erinnert dieser Titel an Babygebrabbel oder vielleicht auch an den alten "Tschitti Tschitti Bäng Bäng", die angepeilte Zielgruppe erreicht dieser Slogan aber ganz sicher nicht und es gehört schon etwas Glück dazu, dass diese sich überhaupt für solch einen komischen Film interessiert und sich näher damit befasst.

Etwas eigenartig ist die Erzählweise, mit der die Geschichte vor allem zu Beginn vorgetragen wird. Harry erzählt aus seiner Erinnerung und zwischendurch wird der Film schon einmal angehalten, damit ausgelassene Details nachgereicht werden oder auch schon einmal selbstkritisch angemerkt werden kann, dass man ein schlechter Erzähler ist. Robert Downey Jr. ("Chaplin") glänzt in der Rolle und spielt den perfekten, liebenswerten Loser mit ganz viel Glück, der von der ersten Sekunde an das Publikum auf seine Seite zieht, in dem er seine tiefsten und privatesten Geheimnisse Preis gibt und dort vor allem die peinlichen Momente nicht auslässt. Selbst in den verrücktesten Momenten versucht Harry alles aus seiner kleinen Welt heraus zu beschreiben, was natürlich für einiges an heiteren Momenten sorgt, da er sich auf dem Terrain übler Gangster bewegt.

Der Film ist eine Action-Komödie, die zum großen Teil von ihren lockeren Sprüchen und witzigen Begebenheiten lebt, stellenweise aber auch wie eine Persiflage auf Action-Thriller wirkt. Es vergeht kaum eine Minute, in der es nichts zu Lachen gibt und für Längen bleibt bei dem durchweg perfekt abgestimmten Tempo überhaupt keine Zeit. Die Geschichte selbst ist ein wenig hanebüchen und an manchen Stellen konstruiert an den Haaren herbeigezogen, aber die Story spielt eine eher untergeordnete Rolle und hat nur den Sinn, die einzelnen Situationen miteinander zu verbinden. Neben Downey Jr. sorgen Val Kilmer ("The Saint") als cooler, teils aber auch genervter Detektiv und Michelle Monaghan ("Die Bourne Verschwörung") als Traumfrau, die für immer neuen Trouble sorgt, die richtigen Gesprächspartner um den recht naiven Harry richtig in Szene zu setzen. Es bleibt nur zu hoffen, dass sich nicht zu viele von dem dämlichen Titel "Kiss Kiss Bang Bang" vom Genuss des Filmes abhalten lassen. Denn dafür ist dieses Kleinod an rasanter Unterhaltung eindeutig viel zu gut.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen guten Eindruck, teilweise erscheinen einzelne Farben aber etwas überbetont zu sein, was aber auch ein gewolltes Stilmittel des Regisseurs sein kann. Der deutsche Ton in Dolby Digital 5.1 ist weitestgehend gut abgestimmt, lediglich Stimmen im TV oder am Telefon sind manchmal etwas schwer verständlich. Die hinteren Lautsprecher werden ebenfalls immer mal wieder eingesetzt. Dies aber eher dezent und nicht in dem Maße, wie es der Film ermöglichen würde.

Extras gibt es keine auf der DVD. Noch nicht einmal der Trailer zum Film hat es auf die Scheibe geschafft.

Fazit:
"Kiss Kiss Bang Bang" ist ein selten dämlicher Filmtitel, der den wohl coolsten Film des letzten Kino-Jahres schmückt. Nachdem er im Kino eher nebenher lief, kann ihm nur gewünscht werden, dass sich Freunde lockerer Sprüche die Erzählungen des sympathischen Naivlings Harry Lockhart nicht entgehen lassen und vergnügliche gut 1,5 Stunden mit ihm verbringen.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
2,40:1
2,40:1
98:28 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch, Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte
Bonusmaterial:
  • -
Kiss Kiss Bang Bang - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Kiss Kiss Bang Bang
Kiss Kiss Bang Bang

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Selten dämlicher Titel, verdammt unterhaltsamer Film


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Shane Black
Drehbuch:
Shane Black (basierend auf dem Roman "Bodies Are Where You Find Them " von Brett Halliday)
Darsteller:
Robert Downey Jr., Val Kilmer, Michelle Monaghan, Corbin Bernsen, Dash Mihok, Dash Mihok, Larry Miller, Rockmond Dunbar, Shannyn Sossamon

Label Deutschland :
Warner Home Video Germany
Verleihstart Deutschland :
28.04.2006
Verkaufsstart Deutschland :
28.04.2006

Vertrieb Schweiz :
Warner Home Video Switzerland
Verleihstart Schweiz :
28.04.2006
Verkaufsstart Schweiz :
28.04.2006