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Blu-ray-Besprechung - Krieg der Welten

Story:
Ray Ferrier (Tom Cruise) ist mit seinem Leben ein wenig überfordert. Auf der Arbeit kommt es immer wieder zu Streitereien und seine Frau hat sich schon lange von ihm getrennt und lebt mit den beiden gemeinsamen Kindern mit einem anderen Mann zusammen. Als Ray nach langer Zeit mal wieder ohne zu wissen, was er mit ihnen unternehmen soll, ein Wochenende allein mit seinen beiden Kindern verbringt, greifen Außerirdische die Erde an und Ferrier findet sich mitten in einem erbarmungslosen Überlebenskampf. Und da er mit dem normalen Leben schon große Probleme hat, wird seine Situation durch die neuen Umstände nicht unbedingt leichter.

Meinung zum Film:
Als Orson Welles 1938 sein Hörspiel zu der H.G.-Wells-Geschichte "War of the worlds" über den Äther einer amerikanischen Radiostation jagte, verursachte er dadurch sicherlich nicht unbedingt zufällig eine Hysterie unter der amerikanischen Bevölkerung. Während das wie ein authentischer Bericht von der Invasionsfront wirkende Hörspiel lief, glaubten sehr viele Menschen tatsächlich an einen außerirdischen Angriff. Über die Jahre folgten auch einige Verfilmungen des Stoffes von H.G. Wells, bis sich auch Steven Spielberg ("E.T.") der Idee annahm und den dritten abendfüllenden Außerirdischen-Film seiner Karriere drehte. Nachdem er in den 70er Jahren in seinem "Unheimliche Begegnung der dritten Art" die Außerirdischen noch als friedliche Wesen auf der Suche nach intelligentem Leben darstellte, haben sie nun nur eines im Sinn - die Eroberung unseres blauen Planeten.

Der Angriff auf die Erde ist sehr beklemmend und mitreißend dargestellt. Wenn Ray zu Beginn noch erstaunt in den Himmel blickt und die ersten Anzeichen auf einen Angriff für ein Naturschauspiel hält und seine Tochter in den Garten ruft, um dieses mit ihr gemeinsam erleben zu können, bemerkt man als Zuschauer schon, was gleich auf einen zukommt. Eine unaufhaltbare Angriffswelle, die mit einer erschreckenden Zerstörungswut alles auslöscht, was sich in ihrem Pfad befindet. Die Panik der Bevölkerung ist zum Greifen nahe und Regisseur Steven Spielberg versteht es gekonnt, sie auf das Publikum zu übertragen. Dies klappt unter anderem dadurch, dass man das ganze Geschehen nur aus Sicht von Ray erlebt. Informationen, die er nicht hat, hat man auch als Zuschauers nicht. Was er nicht sieht, sieht man selbst auch nicht. Es gibt keine Generäle, die Kriegspläne aushecken und keine Wissenschaftler, die mit ausgefeilten Theorien versuchen, die Welt zu retten. Man ist mit wenig Wissen über die Situation gemeinsam mit den Ferriers auf der Flucht, was enorm zur Spannung des Films beiträgt. Dadurch hebt sich "Krieg der Welten" auch von anderen Filmen ab und somit kommt auch gar nicht erst der Verdacht auf, nur ein weiterer Alien-Invasoren-Abklatsch a la "Independence Day" zu sein. 

Doch der Film hat nicht nur große Momente zu bieten, die ein oder andere Schwäche im Drehbuch macht sich immer wieder klar bemerkbar. Wie etwa, wenn Ray nach dem ersten Angriff mit seinen Kindern mit recht hoher Geschwindigkeit über den Highway flüchten kann, während alle anderen Autos um ihn herum still stehen und freundlicherweise eine ausreichend große Lücke für ihn gelassen haben. Auch der Versuch, auf einen Dampfer zu gelangen, wo man sich recht problemlos an einer großen Menschenmasse vorbeischleicht, die selbst nichts lieber möchte, als auf das Schiff zu gelangen, ist ebenfalls reichlich dumm beim näheren Betrachten. Ein großes Problem stellt auch die Auslegung des Charakters von Ray Ferrier dar, die es dem Publikum nicht leicht macht, echte Sympathien für ihn zu entwickeln, da seine Handlungsweisen stellenweise viel zu rüde und selbstverliebt sind. Und auch sein Nachwuchs ist nicht unbedingt zur Zuneigung geeignet, weil stets darum bemüht, durch dumme Aktionen für Gefahr zu sorgen. Wenn man auf solche Details achtet und auf eine durchweg von Logik geprägte Story sehr viel Wert legt, kann man sich damit sicherlich die Freude am Film gänzlich verderben und sich nur wundern, was Meister Spielberg diesmal verbrochen hat. Ohne Zweifel sind es diese Schönheitsfehler, die "Krieg der Welten" letzten Endes die Aufnahme in die Ruhmeshalle der ganz großen Science-Fiction-Klassiker verweigert. Aber für spannende und packende Unterhaltung, die man sich gerne auch mehrmals ansieht, reicht es allemal. Denn gigantische Aufnahmen und ein durchweg beklemmendes und alles andere als unwirklich wirkendes Szenario machen die Probleme mehr als wett und sorgen für atemberaubendes Spannungskino, das sein Publikum mitten in eine Invasion von Außerirdischen versetzt.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild der Blu-ray-Disc ist geprägt von den stilistischen Stilmitteln, auf die beim Dreh gesetzt wurde. So ist durchweg eine grobe Körnung zu erkennen, die Farben wirken ein klein wenig verwaschen und helle Flächen neigen zum Überstrahlen. Da es sich hierbei jedoch um gezielt eingesetzte Stilmittel handelt, kann dies nicht der digitalen Umsetzung angelastet werden. Dass die Umsetzung für die Blu-ray-Disc durchaus gelungen ist, lässt sich vor allem am hohen Detailgrad erkennen. Gegenüber der DVD-Veröffentlichung des Films konnte in Sachen Bildqualität eine klare Verbesserung erreicht werden. Der deutsche Ton liegt in Dolby Digital 5.1 vor und kommt noch einen Tick kraftvoller und effektreicher aus den Lautsprechern, als bei der DVD-Auflage. Wenn die Erde beginnt aufzubrechen, wird sich so mancher selbst dabei beobachten, wie er den eigenen Boden nach Rissen untersucht, um sicher zu gehen, dass kein Tripod in die eigenen vier Wände steigt.

Das Bonusmaterial der Blu-ray ist ist nahezu identisch mit dem der "2-Disc-Special-Edition"-DVD, lediglich die Namen der Extras wurden geändert. In "Ein neuer Blick auf die Invasion" berichten die kreativen Köpfe darüber, wie sie zu ihrer speziellen Sichtweise des Films kamen. Mehr über den Autor H.G. Wells erfährt man in dem Bericht "H.G. Wells - Die Legende", in dem sein Enkel und sein Urenkel über ihren berühmten Großvater berichten. Einen Blick zurück wirft auch das Feature "Steven Spielberg und der ursprüngliche Krieg der Welten", in der die beiden Hauptdarsteller des alten Films, die in der neuen Version ein Cameo haben, von den damaligen Dreharbeiten erzählen. Die "Previsualisierung" beschäftigt sich mit den elektronischen Storyboards, die Spielberg durch seinen Freund George Lucas schmackhaft gemacht wurden. Vier verschiedene Produktionstagebücher beschäftigen sich ausführlich mit unterschiedlichen Produktionsphasen des Films, bei denen man ausführlich über die Dreharbeiten informiert wird. Der Bericht "Das Design des Feindes" beschäftigt sich noch einmal explizit mit dem Aussehen und dem Auftreten der Tripoden und der Aliens, gefolgt von einem Beitrag über die Entstehung der Filmmusik. Abgerundet werden die Extras durch "Wir sind nicht allein", in dem Steven Spielberg über seine Kindheitserinnerungen erzählt, die schließlich zu seinem Gefallen am Science-Fiction-Genre und dem Mysterium des Weltraums führten. Zusätzlich zu den von der DVD-Auflage bekannten Extras gibt es noch vier Bildergalerien und den Teaser zum Film in HD.

Fazit:
Selten zuvor wurde ein Invasionsszenario durch Außerirdische so beklemmend und packend dargestellt, wie durch Steven Spielberg in seinem "Krieg der Welten". Das Drehbuch hat zwar einige offensichtliche Schwachstellen, was dem spannenden Filmvergnügen aber keinen großen Abbruch tut. Das Bild erscheint durch die gezielt gewählten Stilmittel beim Dreh zwar nicht ganz so hochwertig wie bei anderen aktuellen Produktionen, ist der DVD-Auflage aber klar überlegen.


Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 12
1,85:1
1,85:1
116:33 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
DTS-HD  Master Audio 5.1
DTS-HD Master Audio 5.1
Französisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Italienisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Spanisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Dänisch, Deutsch, Englisch, Englisch für Hörgeschädigte, Finnisch, Französisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Schwedisch, Spanisch
Bonusmaterial:
  • Ein neuer Blick auf die Invasion
  • H.G. Wells - Die Legende
  • Steven Spielberg und der Ursprüngliche Krieg der Welten
  • Charaktere: Die Familie
  • Previsulisierung
  • Produktionstagebücher
  • Das Design des Feindes: Tripoden und Aliens
  • Das Scoring von "Krieg der Welten"
  • Wir sind nicht allein
  • Galerien
  • Teaser in HD
Krieg der Welten - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Krieg der Welten
War of the Worlds

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Ein ganz anderer Blickwinkel auf eine Invasion durch Aliens - Klasse!


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2005
Regie:
Steven Spielberg
Drehbuch:
Josh Friedman, David Koepp (nach der Novelle von H.G. Wells)
Darsteller:
Tom Cruise, Dakota Fanning, Justin Chatwin , Miranda Otto, Tim Robbins, Ann Robinson, Gene Barry

Label Deutschland :
Paramount Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
14.05.2010