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DVD-Besprechung - Mit teuflischen Grüßen
Story:
Nach einem Autounfall kann sich Georges Campo (Alain Delon) nicht mehr an sein bisheriges Leben erinnern. Seine Frau Christiane (Senta Berger) bringt ihn vom Krankenhaus zu ihrem großen Anwesen, damit Georges dort seine Erinnerung zurückgewinnen kann. In der Abgeschiedenheit sind nur noch der asiatische Butler (Peter Mosbacher) und sein alter Freund Freddie (Sergio Fantoni) anzutreffen, an die er sich aber ebenfalls nicht erinnern kann. Von Tag zu Tag bekommt Georges immer mehr Zweifel daran, dass dies wirklich sein Leben vor dem Unfall war. Ganz davon abgesehen, dass er sich auch mit der Zeit an so gut wie nichts erinnern will, geistert ihm zudem der Name Pierre Lagrange immer wieder durch den Kopf.
Meinung zum Film:
„Mit teuflischen Grüßen“-Regisseur Julien Duvivier gehört zu den einflussreichen Filmemachern Frankreichs. Kurz nach der Fertigstellung des Films verstarb er nach einem Autounfall. Seinen ersten Film drehte Duviviert 1919 unter dem Titel "Haceldama ou le prix du sang", der allerdings nicht sonderlichen Zuspruch fand. Im Laufe seiner langjährigen Tätigkeit beim Film konnte er dann allerdings doch noch einige Erfolge feiern. Zu seinen beliebten Produktionen zählen unter anderem „Der Golem“, „Don Camillo und Peppone“ und „Anna Karenina“ mit Vivien Leigh in der Titelrolle. Sein letzter Film wurde ein von der Stimmung her betrachtet typischer europäischer Krimi, wie sie zu der damaligen Zeit vorzugsweise in Italien und Spanien gedreht wurden. Das Drehbuch entstand nach einer Romanvorlage des französischen Krimiautors Louis C. Thomas, der u.a. auch für die deutsche Krimiserie "Dem Täter auf der Spur" Geschichten beisteuerte,
Die Hauptrolle des gedächtnislosen Georges Campo spielt Alain Delon, der dato durch Filme wie „Der eiskalte Engel“ und „Der Leopard“ zu den beliebtesten französischen Darstellern zählte, dessen große Karriere aber gerade erst begann. Nicht viel anders sah dies bei der Österreicherin Senta Berger aus, die mit ihrer Beteiligung an Filmen wie „Mohn ist auch eine Blume“ oder „Es muss nicht immer Kaviar sein“ zwar ein Begriff war, sich aber erst später richtig etablieren konnte. Sergio Fantoni („Bauch des Architekten“) in der Rolle des Freddie und Peter Mosbacher („Peter Voss, der Millionendieb“) als chinesischer Butler sind eher nur einem kleinen Publikum ein Begriff, lieferten aber, genau wie die Hauptdarsteller, annehmbar gute Leistungen in dem Film ab. Dies ist auch enorm wichtig bei dem fast schon kammerspielartigen Stück, in dem im Großen und Ganzen nur die 4 Personen zu sehen sind.
Das große Plus der Geschichte ist ohne Zweifel die Frage, ob eine Intrige gegen Campo stattfindet, ob er wirklich derjenige ist, der er laut Aussage der anderen sein soll und welche Rolle die einzelnen Personen in der Handlung spielen. Genre-Fans werden sicherlich schon recht bald wissen, was Sache ist, doch es gelingt dem Film immer wieder kleinere Zweifel zu streuen. Am Ende werden sich dann die meisten sicherlich in ihrer Vorahnung bestätigt fühlen, dabei aber nicht unbedingt das Gefühl haben, ihre Zeit verschenkt zu haben. Die Inszenierung des Films ist grundsolide mit ein paar wirklich schön eingefangenen Bildern, die Musik von François de Roubaix („Der Mann aus Marseille“) versteht es die Stimmung des Films zu tragen und trotz gemächlichen Tempos kommt eigentlich nie Langeweile auf. Wer etwas mit dem europäischen Krimikino der 60er- und der 70er-Jahre anfangen kann, wird somit sicherlich auch bei „Mit teuflischen Grüßen“ ordentlich unterhalten werden. Es ist sicherlich nicht alles ganz logiksicher und auch die eine oder andere Handlungsweise ist nicht unbedingt nachvollziehbar, doch das hat Anhängern des Genres auch bei vielen anderen Produktionen nicht den Spaß am Verfolgen des Geschehens nehmen können.
Digitale Aufarbeitung:
Das Bild macht einen annehmbaren Eindruck. Zwar gibt es ab und an Defekte zu sehen, es gibt ein feines Rauschen, bei nur einer durchschnittlichen Schärfe und der Hinweis auf den Rollenwechsel ist auch noch zu erkennen, dies ist aber alles zu verschmerzen. Der deutsche Ton in Dolby Digital Mono ist klar zu verstehen und bietet keine Kritikpunkte. Auf Originalton muss verzichtet werden.
Das Kernstück der Extras ist ein sehr interessantes und mit rund 25 Minuten auch recht ausführliches, relativ aktuelles Interview mit Senta Berger, in dem die Darstellerin über ihre Erinnerungen an den Dreh und die damalige Zeit zu berichten weiß. Es folgen noch Starinfos zu Senta Berger und Alain Delon, eine Fotogalerie, so wie Presse- und Werbematerial im PDF-Format im DVD-ROM-Teil.
Fazit:
„Mit teuflischen Grüßen“ ist ein atmosphärisch gelungener Eurokrimi im Kammerspielformat, der Freunden des Genres solide Unterhaltung bietet. Die Frage welches Spiel auf dem Anwesen getrieben wird reicht aus, um über die gesamte Spielzeit zu unterhalten. Nur auf Logik und Sinn sollte man nicht zu viel Wert beim Anschauen legen.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,66:1
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87:58 Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Deutsch Dolby Digital 1.0 |
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Untertitel:
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Keine |
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Bonusmaterial:
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- Interview mit Senta Berger
- Fotogalerie
- Starinfos
- Presse- und Werbematerial als PDF
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Mit teuflischen Grüßen
Diaboliquement vôtre
Ein gelungener Eurokrimi aus den späten 60er Jahren und eine Empfehlung für Freunde dieses Genres
Autor der Besprechung:
Michael Tomiak
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland / Frankreich / Italien, 1967 Regie: Julien Duvivier Drehbuch: Jean Bolvary, Julien Duvivier, Paul Gégauff, Roland Girard (nach dem Roman "Manie de la persécution" von Louis C. Thomas) Darsteller: Alain Delon, Senta Berger, Sergio Fantoni, Peter Mosbacher, Claude Piéplu
Label :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart : 17.08.2007
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