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DVD-Besprechung - Die Drei von der Tankstelle

Story:
Peter (Adrian Hoven), Robert (Walter Müller) und Fritz (Walter Giller) sind pleite, finden aber durch Zufall eine viel versprechende, aber verlassene Tankstelle. Mit vielen Tricks und Kniffen versuchen sie Kunden anzulocken. Darunter findet sich auch Gaby Kossmann (Germaine Damar), die ihnen eigentlich Benzin verkaufen will, aber sich nacheinander in alle Drei verknallt. Nur, wer ist der Richtige? Und wie kann ihr Vater, der Chef von Umol-Benzin, ihr aus der Patsche helfen?

Meinung zum Film:
Die Fünfziger Jahre waren schon ein eigenartiges Jahrzehnt. Denn die deutsche Filmlandschaft begnügte sich immer wieder einmal mit einfachen Remakes von Filmen, die noch vor dem Krieg gedreht worden waren – oder auch währenddessen. „Bomben auf Monte Carlo“, „Charleys Tante“ und eben die „Die drei von der Tankstelle“ waren einige der Beispiele für diesen Trend. Manchmal gelang es das Original zu verbessern, manchmal blieb man auf demselben Niveau und leider ging das Remake auch einige Male kräftig in die Hose. Hatte man damals einfach nicht genügend neuen Stoff parat? Die Erklärung dürfte wohl eher darin zu suchen gewesen sein, dass die Bedürfnisse der Bevölkerung vor dem Krieg irgendwie auch denen nach dem Krieg entsprachen, denn zwar war das deutsche Wirtschaftswunder schon angebrochen, aber man suchte eben doch noch die Zerstreuung, die möglichst sorgenfrei ablaufen sollte. Warum Probleme wälzen, wenn man doch vor genau diesen zu fliehen versuchte? Da kamen Filme gerade recht, die den kleinen Mann darstellten, der durch viel Glück und durch Mut zum Risiko etwas aus sich zu machen verstand.

Nun ist aber „Die drei von der Tankstelle“ interessanterweise noch nicht einmal ein wirkliches Remake, es war vielmehr ein Sequel, bevor man überhaupt diesen Begriff richtig eingeführt hatte. Denn Willy Fritsch erzählt ja gegen Ende des Films, dass auch er an einer Tankstelle angefangen hatte. Und das war damals mit Oskar Karlweis („Zwei Herzen im Dreiviertel-Takt“) und Heinz Rühmann („Die Feuerzangenbowle“) in eben dem Vorgängerfilm zu diesem im Jahr 1955 entstanden Lustspiel. Nur schade, dass man von dieser Tatsache kaum profitiert hat, denn der Zusammenhang wird erst gegen Ende klar und hätte eigentlich für weitere Pointen oder Verwicklungen herhalten können. Und so wird auch dann erst der noble Charakterzug des Umol-Chefs klar, der faire Geschäfte bevorzugt, während sein Kompagnon auch schon einmal krumme Touren macht. Sicher muss man den Film im Kontext der damaligen Zeit sehen. Aber es fällt auch sehr stark auf, dass insgesamt die Charakterentwicklung nicht stark hervor gehoben ist. Man hätte aus dem ganzen Thema der Freundschaft und der Verwechslungen sicher erheblich mehr machen können. Aber hier hat man sich eben leider auch vom Original inspirieren lassen, das auch nicht gerade durch ein ausgeklügeltes Drehbuch überzeugen konnte.

Da ist es dann auch kein Wunder, dass Walter Giller („Die Dreigroschenoper“) und Walter Müller („Im weißen Rößl“) sehr blass bleiben. Giller hatte sicher mit seinen Auftritten in Edgar Wallace-Verfilmungen dankbarere Rollen zu absolvieren. Und Müller wirkt mit seinen damals 44 Jahren einfach erheblich zu alt, um als Jungspund und Liebhaber durchzugehen. Besonders negativ fällt bei ihm die tonnenweise Schminke auf, durch die Fältchen kaschiert werden sollten. Alleine Adrian Hoven („Rommel ruft Kairo“) lässt etwas Spielfreude aufkommen und beweist, dass er auch ganz anders konnte. Am negativsten bleibt Germaine Damar („Rivalen der Manege“) im Gedächtnis hängen, die die Chance verpasst eine toughe Geschäftsfrau zu spielen. So bleibt abschließend zu sagen, dass „Die drei von der Tankstelle“ ähnlich harmlos und nichts sagend bleibt, wie der Vorgänger von 1930.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist für das Alter gar nicht mal schlecht, es sind selten Kratzer oder andere Störungen zu sehen. Allerdings stört ein zu starkes Rauschen das Sehvergnügen etwas. Die Farben wirken kräftig, eben so, wie es zur damaligen Zeit gedacht war. Der Ton liegt nur in Dolby Digital 1.0 in Deutsch vor.

Die Special Features bestehen aus einem Trailer, einer Fotogalerie, sowie Texttafeln zu Walter Giller, Adrian Hoven, Willy Fritsch und Walter Müller.

Fazit:
„Die Drei von der Tankstelle“ von 1955 ist genauso belanglos, wie auch sein Vorgänger von 1930. Warum man hier unbedingt ein langweiliges Format wieder aufwärmen musste, lässt sich wohl nur im geschichtlichen Zusammenhang der Zeit erklären.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 06
1,33:1
1,33:1
89:17 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 1.0
Dolby Digital 1.0
Untertitel:
Keine Untertitel vorhanden.
Bonusmaterial:
  • Trailer
  • Fotogalerie
  • Biografie Walter Giller
  • Biografie Adrian Hoven
  • Biografie Willy Fritsch
  • Biografie Walter Müller
Die Drei von der Tankstelle - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Die Drei von der Tankstelle
Die Drei von der Tankstelle

Bild unseres Mitarbeiters Bernd Glasstetter
Belangloses Sequel


Autor der Besprechung:
Bernd Glasstetter

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
Deutschland, 1955
Regie:
Hans Wolff
Drehbuch:
Gustav Kampendonk, Hermann Leitner
Darsteller:
Adrian Hoven, Claude Farell, Fritz Imhoff, Germaine Damar, Gunther Philipp, Hans Moser, Hilde Hildebrand, Oskar Sima, Rita Paul, Rudolf Vogel, Walter Giller, Walter Müller, Willy Fritsch, Wolfgang Neuss

Label Deutschland :
Kinowelt Home Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
17.08.2007