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DVD-Besprechung - Behind the Mask

Story:
Ein Kamerateam unter der Leitung von Taylor Gentry (Angela Goethals) begleitet Leslie Vernon (Nathan Baesel) bei den Vorbereitungen zu seinem großen Auftritt – dem Töten einer Gruppe Jugendlicher, basierend auf einer lokalen düsteren Legende. Die Planungen für die Bluttat laufen auf Hochtouren und der große Abend kann kommen. Doch mit dem Beginn der Morde wartet noch eine ganz besondere Überraschung auf das Filmteam.

Meinung zum Film:
„Behind the Mask“ ist ein etwas merkwürdiger Film. Zur einen Hälfte fühlt er sich wie eine Dokumentation an, bei der ein Kamerateam eine Person bei den Vorbereitungen zu einem großen Ereignis begleitet. Auf der anderen Seite gibt es den Schlitzerfilm, bei dem ein maskierter Killer nach gewohnter Slasher-Manier seine ausgewählten Opfer dezimiert. Ein Clou an der Sache ist, dass die Geschehnisse in einer Welt spielen, in der Kreaturen wie Michael Myers oder Jason Vorhees tatsächlich existieren und das große Vorbild von verrückten Nachahmern sind. Beide Filmteile sind dabei so unterschiedlich wie Tag und Nacht. In dem dokumentarischen Part wird mit einer sehr unruhigen Handkamera gefilmt, die zudem auch noch ein sehr grobkörniges und verrauschtes Bild liefert. Der Ton ist ebenfalls verrauscht, nicht immer ganz leicht zu verstehen und nicht selten verhallt. In den Szenen, in denen der Killer sein Werk verrichtet wird auf gewohntes Bild- und Tonformat von aktuelleren, kleinen Produktionen umgestellt und aus dem vorher erlebten Heimkinoambiente wird ein richtiges Kinogefühl. Von der technischen Perspektive betrachtet ein durchaus gelungener Schachzug.

Doch während der Wechsel bei dem optischen und akustischen Erlebnis hervorragend funktioniert, ist dies bei der Geschichte nicht ganz der Fall. Ein Hauptgrund hierfür ist, dass es Nathan Baesel („Invasion“) in der Rolle des Dokumentar-Schlitzers mit der Überdrehtheit deutlich übertreibt. Er benimmt sich während eines Großteils der Dreharbeiten wie ein pubertierender Teenager kurz vor dem ersten Mal, so dass man ihm den brutalen, eiskalten Killer am Ende unmöglich abnehmen kann. Ein wenig mehr Zurückhaltung in der Darstellung des privaten Leslie Vernons, dafür ein wenig mehr Lässigkeit hätte nicht nur dem Finale gut getan, sondern zusätzlich auch den dokumentarischen Teil wesentlich authentischer wirken lassen. Vor allem der Übergang zwischen den beiden Filmwelten hätte deutlich reibungsloser funktionieren können. So wie er sich darstellt, ist jedoch stets ein harter Schnitt zu spüren. Auch für Robert Englund („Nightmare on Elm Street“) in der Rolle von Doc Halloran, den Vernon in Anlehnung an „Moby Dick“ liebevoll seinen Ahab nennt und dabei fast orgasmische Freuden verspürt, ist nicht sonderlich hilfreich in der Wirkung des Films. Sein Charakter bringt die Handlung kaum einen Zentimeter weiter, sorgt aber nachhaltig dafür, dass die Figur des Leslie Vernons noch alberner erscheint.

Die Idee an sich ist dabei gar nicht mal so schlecht. Der Killer erklärt aus seiner Sicht, wie er sich für den Tag X in Form bringt, wie er den Tatort hinreichend begutachtet um sämtliche Fluchtmöglichkeiten von vornherein zu unterbinden und alles, was als Waffe gegen ihn eingesetzt werden kann sabotiert. Auch die Auswahl der Jungfrau, die am Ende im finalen Kampf gegen ihn bestehen muss wird sorgfältig durchgeführt und für den blutigen Abend schon einmal vorab vorbereitet. Selbst die übliche Überraschung zum Schluss wird nicht vergessen. Genre-Freunde werden aber sicherlich schon recht früh erahnen, was wirklich im Gange ist. Hätte sich der Killer bis zum rund 30 Minuten andauernden Finale nicht durch seine unreife, pubertäre Art selbst aufs Abstellgleis gesetzt, die Mischung wäre äußerst gelungen und der Film insgesamt eine sehr innovative Unterhaltung geworden. So hat man als Zuschauer aber beim Wechsel von Dokumentations- zu Slasherteil einfach zu große Stilbrüche zu überwinden, als dass man den Film wirklich ungestört genießen könnte.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild ist sehr wechselhaft, was aber ein gewolltes Stilmittel ist. Die Szenen mit dem Killer haben dabei außer einem feinen Rauschen keine Makel aufzuweisen, während der Dokumentationsteil sehr grobkörnig und nicht sonderlich scharf erscheint. Der Ton in Dolby Digital 5.1 und dts ist in beiden Varianten analog zum Bild wechselhaft. Der Dokuteil ist frontlastig, meist verrauscht und verhallt, und nicht immer ganz leicht zu verstehen, während im Schlitzer-Part die Surroundanlage auch im hinteren Teil Arbeit bekommt und recht dynamisch wirkt.

An Extras gibt es begleitend zum Film einen Audiokommentar mit vier Jungdarstellern, der allerdings wenig informativ ausfällt und meist nur oberflächlichen Smalltalk bietet. Das Casting-Special zeigt ein paar Probeaufnahmen, während das Making Of fast eine halbe Stunde lang informativ und kurzweilig über die Dreharbeiten berichtet. Die Deleted Scenes bieten ein paar Minuten zusätzliche Dokumentationsteile, während die Extended Scenes längere Versionen des im Doku-Film verwendeten Materials bieten. Mit einer Laufzeit von rund 25 Minuten und zahlreichen, bereits im Film gesehenen Einstellungen stellt sich dieses Extras als recht ermüdend heraus. Abschließend gibt es noch den deutschen und englischen Trailer zum Film.

Fazit:
„Behind the Mask“ bietet eine interessante Ausgangsposition, indem er ein Kamerateam einen Killer bei seinen Vorbereitung begleiten lässt. Doch durch das pubertäre Auftreten des Killers wird einiges des eindeutig vorhandenen Potentials verschenkt und anstatt eines richtig interessanten und fesselnden Films, kommt am Ende nur ein ordentlicher Beitrag mit fadem Beigeschmack heraus, der aber für Freunde des Genres trotzdem sehenswert ist.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 18
1,85:1
1,85:1
87:18 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Deutsch
DTS 5.1
DTS 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • Audiokommentar mit den Darstellern Nathan Baesel, Britain Spellings, Ben Pace und Angela Goethals
  • Casting Of
  • Making Of
  • Deleted Scenes
  • Extended Scenes
  • Trailer
Behind the Mask - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Behind the Mask
Behind the Mask: The Rise of Leslie Vernon

Bild unseres Mitarbeiters Michael Tomiak
Slashing für Dummies – oder, spät pubertierender Killer im Portrait


Autor der Besprechung:
Michael Tomiak

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2006
Regie:
Scott Glosserman
Drehbuch:
Scott Glosserman, David J. Stieve
Darsteller:
Nathan Baesel, Angela Goethals, Robert Englund, Scott Wilson, Zelda Rubinstein, Bridgett Newton, Kate Lang Johnson, Ben Pace, Britain Spellings

Label Deutschland :
Sunfilm Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
17.08.2007