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Kino-Besprechung - Geliebte Jane
Story:
Die 20jährige Jane
Austen (Anne Hathaway) möchte Schriftstellerin werden und glaubt fest an die
wahre Liebe, doch ihre Eltern (James Cromwell, Julie Walters) würden sie sehr
viel lieber an die finanziell meistversprechende Partie verheiraten, wie es im
England des Jahres 1795 üblich war. Als Jane dem intelligenten und attraktiven Jurastudenten
James Lefroy (James McAvoy) begegnet, fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Auch
wenn James Arroganz Jane zunächst von ihm abstößt, gewinnt doch die Neugier die
Überhand und die beiden verlieben sich innig ineinander. Doch sowohl Janes
Eltern als auch James Vormund (Ian Richardson) sind von der Verbindung nicht sehr
angetan…
Meinung zum Film:
Die romantischen aber
intelligenten Romane der britischen Autorin Jane Austen haben schon viele Male als
Vorlage für erfolgreiche und gelungene Kostümfilme gedient. Nun soll auch noch das
Privatleben der beliebten Romanautorin für einen Film herhalten und sie bekommt
mit "Geliebte Jane" so etwas wie eine (normalerweise eher vom Superhelden-Genre
bekannte) "Origin-Story“. Die Liebesgeschichte, die der Film erzählt, soll
erklären, wie Austens persönliche Lebenserfahrungen sie geprägt und zu der
Schriftstellerin, die bis heute als wichtigste Autorin in englischer Sprache gilt,
gemacht haben. Spätestens beim Lesen des Originaltitels "Becoming Jane" wird
diese Absicht unmissverständlich klar. Da über das Leben Jane Austens
allerdings wenig Bemerkenswertes bekannt ist, ist die Geschichte des Films dann
doch größtenteils fiktiv und erzählt eher, wie es möglicherweise gewesen sein
könnte. Dem jungen Anwalt Tom Lefroy begegnete Austen wohl tatsächlich,
allerdings gibt es nur wenige Hinweise darauf, dass zwischen den beiden eine ernsthafte
Romanze stattgefunden haben könnte.
Nichtsdestoweniger
ist es gelungen, diese Spekulation sehr unterhaltsam zu gestalten und gekonnt
in Szene zu setzen. Nicht nur die opulente Ausstattung und die schwelgerischen Aufnahmen
der englischen Landschaft sind gelungen, auch die Schauspieler spielen ihre
Rollen überzeugend. Besonders James McAvoy ("The Last King of Scotland") weiß als
hitzköpfiger junger Mann zu begeistern. Der junge Darsteller hat sicher eine
große Karriere vor sich. Auch Anne Hathaway ("Der Teufel trägt Prada") verkörpert
die Titelheldin und ihr unruhiges Gefühlsleben sehr gekonnt und distanziert
sich nach ihrer Rolle in "Brokeback Mountain" weiter von ihrem Ruf als Teenie-Star.
Den britischen Akzent hat die Amerikanerin gut hinbekommen, obwohl davon in der
deutschen Synchronisation natürlich nichts zu hören ist. In den Nebenrollen
glänzen James Cromwell ("Die Queen") und Julie Walters ("Billy Elliott") als Jane
Austens Eltern, Maggie Smith (die "Harry Potter"-Filme) als ihre verbitterte
Tante und Ian Richardson ("From Hell") als James Lefroys Onkel und Vormund.
Das beste, was man wahrscheinlich
über den Film sagen kann, ist, dass er sich tatsächlich wie die Verfilmung
eines Jane-Austen-Romans anfühlt. Zwar erreicht er nicht ganz die Klasse der
besten Verfilmungen wie Ang Lees "Sinn und Sinnlichkeit" oder Joe Wrights "Stolz
und Vorurteil", ist aber dennoch ein gelungener Film, der für jeden, der etwas
für die beliebte Romancière übrig hat, durchaus sehenswert ist.
Fazit:
"Geliebte Jane" könnte
man auch für die Verfilmung eines bisher unveröffentlichten Jane-Austen-Romans halten,
wenn man es nicht besser wüsste. Für Austen-Fans ist diese gelungen inszenierte
Spekulation über die Biografie der berühmten britischen Autorin auf jeden Fall
sehenswert.
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Geliebte Jane
Becoming Jane
Gute Unterhaltung für alle Jane-Austen-Fans
Autor der Besprechung:
Adrian vom Baur
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
GB, 2007 Regie: Julian Jarrold Drehbuch: Kevin Hood Darsteller: Anne Hathaway, James McAvoy, Julie Walters, James Cromwell, Maggie Smith, Ian Richardson
Verleiher:
Concorde Film
Kinostart : 03.10.2007
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