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DVD-Besprechung - At Last the 1948 Show
Story:
In der Schwarz-Weiß-Sendung "At Last the 1948 Show" präsentieren die vier Komiker John Cleese, Tim Brooke-Taylor, Graham Chapman und Marty Feldman in 5 Folgen, mit einer Länge von je rund 24 Minuten, eine Reihe von Sketchen nach ihren eigenen Drehbüchern und unter der Regie von Ian Fordyce. Festes Element der Show sind die Auftritte von Aimi MacDonald zwischen den Sketchen.
Meinung zum Film:
Bevor die britische Kult-Komikertruppe "Monty Python", bestehend aus Graham Chapman, John Cleese, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin ihren weltweiten Siegeszug mit der TV-Reihe "Monty Python's Flying Circus" (1969-1974), sowie späteren grandiosen Kinofilmen wie "Die Ritter der Kokosnuß" (1975) antraten erfolgten erste Gehversuche im britischen Fernsehen. Während sich Eric Idle, Terry Jones, Michael Palin und Terry Gilliam mit "Do Not Adjust Your Set" von 1967-1969 ihre ersten Sporen verdienten, waren Graham Chapman und John Cleese in der TV-Sendung "At Last The 1948 Show" involviert. Erst die "Begegnung" dieser beiden Shows, bzw. ihrer Mitglieder, führte schließlich zur Formierung der Komikertruppe "Monty Python". Von den ursprünglich gedrehten 13 Folgen der Reihe sind lediglich noch die vorliegenden 5 Folgen erhalten geblieben.
Die vorliegende Rezension bezieht sich lediglich auf die ersten drei Folgen der Veröffentlichung, die beiden anderen Folgen lagen leider nicht vor. Die Laufzeit der einzelnen Sketche der "At Last the 1948 Show" ist jeweils ziemlich lang geraten, was zu einer ziemlich niedrigen Anzahl von Sketchen pro Folge führt, welche in keinem inhaltlichen Zusammenhang stehen. Zwischen den Sketchen hat die sonst nicht in Erscheinung tretende Aimi MacDonald ihre Kurzauftritte. Sie verkörpert darin eine völlig einfältige und selbstverliebte Blondine, die ständig darum bemüht ist sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und irgendwie Eindruck beim Publikum zu schinden versucht. Diese Einlagen sind so albern wie einfallslos und nerven bereits nach kürzester Zeit extrem. Innerhalb der Sketche spielt John Cleese ("Ein Fisch namens Wanda") eine hervorgehobene Rolle und bewegt sich schauspielerisch deutlich über dem Niveau der anderen Ensemble-Mitglieder. Seine Charaktere zeichnen sich bereits durch die typische unerschütterliche Besserwisserei und einen starken Hang zu Anarchie und Querulantentum aus. In dem Sketch "Englisch für Italiener" versuchen sich vier Buchhalter daran, die üblichen Gegenstände auf einem Esstisch in englischer Sprache zu erläutern. Der Charakter von John Cleese tanzt jedoch aus der Reihe und weist allen Gegenständen eine falsche Bezeichnung zu, so wird z.B. aus einem Löffel ein Gewächshaus. Zudem betrachtet er sich selbst als Gorilla und nicht als Buchhalter und beginnt direkt in die Kamera hinein, den Produzenten der Sendung zu provozieren. In einem weiteren Sketch brilliert er als eigenwilliger Quizmaster, der Antworten auf seine Fragen nach eigenem Gutdünken erfindet und bewertet.
Leider fallen die Leistungen der anderen Darsteller ein wenig ab. Graham Chapman ("Das Leben des Brian") agiert sehr unauffällig und Marty Feldman ("Dotterbart") ist mit seinen rollenden Augen eher für die Blödelecke zuständig. Eric Idle ("Nonnen auf der Flucht") hat nur sehr unbedeutende Rollen. Auch die Drehbücher für die Sketche sind alles andere als pointiert und provokant. Die meisten Sketche sind deutlich zu lang geraten und verlaufen sich irgendwo auf dem Weg zur Pointe. Es gibt jedoch auch ein paar Einlagen wie die "Vier Herren aus Yorkshire", in dem sich die begüterten Gentlemen gegenseitig mit Hilfe eklatanter Übertreibungen in ihrer Armut übertreffen wollen, welche später von den Pythons noch einmal aufgegriffen wurden.
Digitale Aufarbeitung:
Die Bildqualität von "Do Not Adjust Your Set" war schon alles andere als eine Offenbarung, diese wird jedoch von "At Last the 1948 Show" nochmals spielend unterboten. Zwar sind diese Schwächen sicherlich auch den Produktionsbedingungen der damaligen, mittlerweile 40 Jahre alten Show, sowie dem noch erhaltenen Material geschuldet, trotzdem ist der technische Eindruck katastrophal. Das omnipräsente Rauschen erinnert an einen starken Schneesturm. Das Material ist durchsetzt mit zahlreichen Verschmutzungen, Laufstreifen, Klebestellen, Kratzern und weiteren Bildfehlern, darunter leidet auch die Schärfe, die äußerst bescheiden ausfällt. Technisch wird hier nicht mal annähernd durchschnittliches VHS-Niveau erreicht, was Fans der Pythons wahrscheinlich nicht stören wird, jeden unbedarften Käufer/Betrachter jedoch ziemlich vor den Kopf stoßen dürfte. Besser präsentiert sich die Veröffentlichung in Hinsicht auf die Akustik. Die Dialoge sind zu jeder Zeit gut verständlich, mit einem leichten Hintergrundrauschen muss man allerdings leben. Die Serie wurde nie Deutsch synchronisiert und liegt lediglich in englischer Sprache vor, deutsche und englische Untertitel sind jedoch optional vorhanden.
Die Extras sind identisch mit denen aus der Veröffentlichung von "Do Not Adjust Your Set". Ein ziemlich enttäuschender Sachverhalt, da beide Titel ähnliche Interessenten ansprechen dürften. Die zweite DVD enthält jeweils die Trailer der UK-DVDs und der US-DVDs zu beiden Sendungen. Weiterhin gibt es im Bonusbereich zwei Interviews, erstens ein rund 17-minütiges mit Tim Brooke-Taylor, zweitens ein etwa 15-minütiges mit Terry Jones. Im ersten Interview philosophiert Brooke-Taylor über die "At Last The 1948 Show", während Terry Jones in dem anderen, interessanteren Interview einige Details zur Produktion, Konzeption und Arbeitsweise bei "Do Not Adjust Your Set" erläutert. Der Verkaufs-DVD soll außerdem ein Komödienstammbaum-Poster beiliegen.
Fazit:
"At Last the 1948 Show" bewegt sich deutlich über dem Niveau von "Do Not Adjust Your Set", das Niveau der späteren Pythons wird aber auch hier nie auch nur annähernd erreicht. Die Sketche fallen wenig pointiert aus, sind meist deutlich zu lang, und wirken heute größtenteils ziemlich verstaubt. Lediglich John Cleese übertrumpft mit seiner Darstellung deutlich den biederen Inhalt. Für seine Fans könnte die Reihe daher noch einen Blick wert sein. Technisch präsentiert sich die DVD jedoch ziemlich miserabel und die Extras sind weder neu, noch sonderlich umfangreich.
Technische Daten:
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FSK-Freigabe:
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Bildformat:
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Laufzeit:
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1,33:1
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5 Folgen à 24 Minuten Minuten
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Sprachen / Tonformate:
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Englisch Dolby Digital 2.0 |
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Untertitel:
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Deutsch, Englisch |
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Bonusmaterial:
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- Interview mit Tim Brooke-Taylor
- Interview mit Terry Jones
- US-DVD-Trailer zu "At Last the 1948 Show" + "Do Not Adjust Your Set"
- UK-DVD-Trailer zu "At Last the 1948 Show" + "Do Not Adjust Your Set"
- Komödienstammbaum
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At Last the 1948 Show
At Last the 1948 Show
Ein eher durchschnittliches Frühwerk einiger "Monty Python"-Mitglieder, das jedoch technisch erschreckend schwach präsentiert wird
Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr
Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
UK, 1967 Regie: Ian Fordyce Drehbuch: Tim Brooke-Taylor, Graham Chapman, John Cleese, Marty Feldman Darsteller: Tim Brooke-Taylor, Graham Chapman, John Cleese, Marty Feldman, Aimi MacDonald, Eric Idle
Label :
Epix
Verleihstart : 16.05.2007 Verkaufsstart : 12.07.2007
Vertrieb :
Epix
Verleihstart : 16.05.2007 Verkaufsstart : 12.07.2007
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