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DVD-Besprechung - Der Bodyguard

Story:
John Ridley (Til Schweiger) ist einer der besten Bodyguards seiner Branche. Beim Schutz der US-Präsidentschaftskandidatin Lonsdale (Sue Flack) scheitert er jedoch, weil er einem angeschossenen Kollegen zu Hilfe kommt. Der Killer Lee Maxwell (Chazz Palminteri) nutzt die sich bietende Gelegenheit und tötet seine Zielperson Lonsdale. Ridley lässt er am Leben, verletzt ihn aber schwer. Nachdem Ridley seinen Job daraufhin an den Nagel gehängt hat soll ausgerechnet er einige Jahre später Lee Maxwell auf dessen ausdrücklichen Wunsch hin als Bodyguard beschützen, denn dieser will als Kronzeuge gegen seine Auftraggeber aussagen.

Meinung zum Film:
Regisseur Garry Lively ("Windfall") wurde vor allem durch "Dungeons & Dragons - Die Macht der Elemente", bekannt und fiel ansonsten eher durch unterdurchschnittliche B-Movies aus dem Actionbereich auf. Während Hauptdarsteller Til Schweiger ("Der bewegte Mann") in Deutschland immer wieder größere Erfolge verzeichnen konnte, wurden seine Ausflüge ins US-Kino meist eher zu Bauchlandungen. Als Paradebeispiel kann hier wohl sein Mitwirken in dem peinlichen Stallone-Vehikel "Driven" mit eingebautem Motorschaden gelten. Chazz Palminteri ("Jade") erregte schon häufiger Aufsehen in Rollen als führendes Mitglied der Mafia, z.B. in "Die Strassen der Bronx" oder in "Bloody Marie - Eine Frau mit Biss". Zuletzt sah man ihn in "Running Scared" mit Paul Walker.

"Der Bodyguard - Für das Leben eines Feindes" ist der Prototyp eines vollkommen missglückten Direct-to-Video-Actionfilms. Bereits die Besetzung der Hauptrollen geriet, um es gelinde zu sagen, äußerst kontraproduktiv. Til Schweiger kann es zwar mit seinen eineinhalb Gesichtsausdrücken von der Mimik her spielend mit Steven Seagal aufnehmen, den Actionhelden nimmt man ihm aber auf seine alten Tage nicht mehr ab. Mit seiner stoischen Art taugt er auch nicht zum Sympathieträger, zumal ihm das Drehbuch nicht einmal ein paar schmissige One-Liner gewährt. Chazz Palminteri hingegen spielt Schweiger schauspielerisch locker an die Wand, überzeugt gerade mit seiner ausdrucksstarken Mimik, wird aber dadurch viel zu früh und viel zu schnell zu einem Sympathieträger. Beide Charaktere sind vollkommen oberflächlich angelegt. Til Schweiger degradiert das Drehbuch zum schweigsamen, aber ausdruckslosen Helden, während Palminteri andererseits zu viele Sympathien aus seinem Antihelden herausholt und dadurch bereits der Story, und seiner Beziehung zu Ridley, jegliche Brisanz nimmt. Lee Maxwell wirkt einfach nicht wie ein eiskalter Profikiller, dafür kommt er viel zu sympathisch herüber. Im Verbund mit Schweigers beschränkten schauspielerischen Fähigkeiten führt das zu einer völligen Entwertung des Rachemotivs, bzw. Vergeltungsgedankens.

Das Drehbuch ist selbst für einen günstig produzierten Actionfilm an Innovationslosigkeit und Durchschaubarkeit schwerlich zu überbieten. John Ridley ist der typische abgewrackte Actionheld, dem ein Schicksalsschlag den Lebensmut genommen hat, der aber schließlich für eine übergeordnete Sache wieder aktiv wird und aus dem Nichts heraus zur alten Hochform aufläuft. Das schmeckt seinem Boss, der ihn lediglich als Kanonenfutter auserkoren hatte, natürlich überhaupt nicht und so schweißt wieder mal der heftige Druck von außen zwei völlig gegensätzliche und miteinander verfeindete Charaktere zu einem unschlagbaren Team wider Willen zusammen. Und es wird auch keine Gelegenheit ausgelassen, Lee Maxwell dem Publikum als alternativen Helden anzubiedern. Er leidet an einer tödlichen Krankheit im Endstadium, gesteht seiner Tochter ein, ein schlechter Vater gewesen zu sein, die er aber nur verlassen hat, weil er sie durch seinen Beruf nicht gefährden wollte und als Krönung hat er John damals nur deshalb nicht getötet, weil er dessen edelmütige Tat anerkennen wollte. Was man bei diesem Film mit der Lupe suchen kann, ist die Action. Es gibt lediglich ein paar kurze, vollkommen undynamische und biedere Schießereien, sowie ab und an eine Keilerei, die vom Tempo und der Choreographie her am ehesten Erinnerungen an den "Gerontengipfel" Maske gegen Hill wachrufen. Die meiste Zeit quält man sich jedoch mit klischeehaften und inhaltslosen Dialogen herum oder stolpert über Logikfehler. Tempo und eine flotte Inszenierung hingegen bleiben für diesen Film absolute Fremdwörter.

Digitale Aufarbeitung:
Das Bild kann nicht so recht überzeugen. Es gibt Nachzieheffekte, die Schärfe ist nicht immer optimal und fällt besonders bei schnellen Bewegungen deutlich ab. Außerdem liegt ein leichtes Bildrauschen vor, während Kontrast und Farbwerte nicht optimal sind. Beide Tonspuren sind gut verständlich, gerade Effekte, wie z.B. Schussgeräusche sind aber alles andere als kräftig ausgefallen.

Bei der zum Test vorliegenden Verleihversion gibt keinerlei Extras.

Fazit:
"Der Bodyguard - Für das Leben eines Feindes" ist ein stinklangweiliger Actionfilm, der die typischen Schwächen dieses Genres, wie Logikfehler, platte Dialoge, Vorhersehbarkeit der Story und oberflächliche Charaktere aufweist, die Stärken, wie coole Helden, knackige One-Liner und spektakuläre Actionsequenzen jedoch völlig vermissen lässt. Unter dem Strich handelt es sich um einen Film mit einer völlig unglaubwürdigen Story ohne jegliche Spannung, mit einem schwachen Finale und einem hölzern agierenden Til Schweiger, der keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervorlocken kann. Außerdem ist die Bildqualität nicht sehr überzeugend.

Technische Daten:
FSK-Freigabe: Bildformat: Laufzeit:
FSK 16
1,78:1
1,78:1
90:14 Minuten
Sprachen / Tonformate:
Deutsch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Englisch
Dolby Digital 5.1
Dolby Digital 5.1
Untertitel:
Deutsch
Bonusmaterial:
  • -
Der Bodyguard - Hier klicken für die große Abbildung zur Rezension
Der Bodyguard - Für das Leben des Feindes
Body Armour

Bild unseres Mitarbeiters Lennart Reimherr
Platte Dialoge, eine vorhersehbare Story und maue Actionsequenzen addieren sich zu einem Langweiler der Sonderklasse


Autor der Besprechung:
Lennart Reimherr

Filmdaten:
Produktionsland,-jahr:
USA, 2007
Regie:
Gerry Lively
Drehbuch:
Ken Lamplugh, John Weidner
Darsteller:
Til Schweiger, Chazz Palminteri, Lluís Homar, Cristina Brondo, Gregory Brossard, Nick Brimble

Label Deutschland :
Splendid Entertainment
Verkaufsstart Deutschland :
25.05.2007